1925
Am 19. Dezember in Oberlind bei Sonneberg in Thüringen geboren. Der Vater, Ingenieur und Direktor einer Maschinenfabrik, stirbt 1931. Volksschule, Gymnasium, Arbeitsdienst.
1944
Als Soldat an die Westfront.
1945
Kriegsgefangenschaft in England und USA.
1947
Im Herbst nach Westdeutschland entlassen. Häufige Grenzgänge in die Ostzone nach Sonneberg.
1950
Abitur in Lüdinghausen/Westfalen. Beginn des Studiums, Germanistik, Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft, ohne Abschluß.
1953
Mitarbeit beim studentischen Marionettenstudio »Das kleine Spiel«, für das Dorst bis 1960 sechs Stücke schreibt.
1957
Erste Veröffentlichung: Geheimnis der Marionette. Im Oktober schreibt die Stadt Mannheim einen Autorenwettbewerb aus, zu dem Dorst ein Exposé einreicht (Gesellschaft im Herbst).
1958
Lektoratstätigkeit, Herausgabe eines kleinen Fotobuchs, Drehbücher für Schulfilme.
1959
Zweites Marionetten-Büchlein: Auf kleiner Bühne. Preis des Nationaltheaters Mannheim für Gesellschaft im Herbst. Die Kurve.
1960
Uraufführung von Die Kurve, Gesellschaft im Herbst, La Buffonata (konzertant) und Freiheit für Clemens. Dorsts Marionettenspiel-Bearbeitung von Tiecks Komödie Der gestiefelte Kater nun für die große Bühne projektiert. Erste Zusammenarbeit mit Peter Zadek bei der Fernsehverfilmung der Kurve. Arbeit an einer Gaunerkomödie Der tote Oberst. Stipendium des Gerhart-Hauptmann-Preises.
1961
Große Schmährede an der Stadtmauer in Lübeck uraufgeführt, Regie Ulrich Brecht. Plan eines Philemon-Stücks.
1962
Zadek inszeniert die Große Schmährede an der Stadtmauer in Berlin am Schillertheater. Als Stipendiat in der Villa Massimo in Rom. Essay Die Bühne ist der absolute Ort. Erstausgabe der drei Einakter.
1963
Philemon soll am Schiller-Theater uraufgeführt werden. Das Fernsehen produziert Große Schmährede an der Stadtmauer und ein Marionettenspiel. Buchausgaben von Der gestiefelte Kater und Rameaus Neffe.
1964
Uraufführung der musikalischen Posse Yolimba (Musik Wilhelm Killmayer) am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, Regie Hans Neugebauer und des Schauspiels Die Mohrin (nach der schon für Marionetten bearbeiteten altfranzösischen Chantefable Aucasin und Nicolette) Städtische Bühnen Frankfurt, Regie Gerhard Klingenberg. Förderpreis der Stadt München. Sommer in Algerien: Drehbuch für ein Fernsehfeature über Camus. Herausgabe von "Werkbüchern" zum Theater für seinen Verlag Kiepenheuer & Witsch. Arbeit an der Kriminalgroteske Graf Grün. Gerhart-Hauptmann-Preis der Freien Volksbühne Berlin. Uraufführung Der Gestiefelte Kater oder Wie man das Spielt spielt, Deutsches Schauspielhaus Hamberg, Regie Hans Lietzau.
1965
Arbeit an Toller (ersetzt Philemon).
1966
Der Richter von London auf der Bühne und im Fernsehen. Rohfassung von Toller, eine Tragödie. Ab Juni Vorabdrucke von Szenen. Uraufführung am Münchner Residenztheater vorgesehen. Herausgabe von Zeugnissen zur Räterepublik.
1967
Die große Schmährede am Pariser TNP, die Molière-Bearbeitung Der Geizige von Zadek in Stuttgart aufgeführt. Mit Zadek Toller für den WDR und O'Caseys Der Pott für die Wuppertaler Bühnen bearbeitet. Ankündigung neuer dramaturgischer Konzepte: Ich gehe lieber ins Kino.
1968
Februar: Vortrag an der Münchner Universität über Die Arbeit an einem Stück (Toller). März/April: Fernsehversion Rotmord mit Zadek gedreht. Das Stück erscheint bei Suhrkamp, Dorsts neuem Verlag. Friedrich Engels-Projekt für Wuppertal. Toller von Peter Palitzsch in Stuttgart uraufgeführt. Molière-Übersetzung Der eingebildete Kranke erstaufgeführt. Filmplan Piggies mit Zadek.
1969
Rotmord gesendet. Viele politische Diskussionen über den Toller-Stoff. Herbst: Dreharbeiten zu Piggies. Pläne: die Engels-Revue, Pariser Commune, "Verfall einer Seifenfabrik" (Mosch). Uraufführung Die Geschichte von Aucassin und Nicolette in der Vertonung von Günter Bialas in der Bayrischen Staatsoper München.
1970
Writer in Residence am Oberlin College in Ohio. Drehbuch Sand. Beginn der Zusammenarbeit mit Ursula Ehler. Plan einer Bühnenbearbeitung von Klaus Manns Roman Mephisto mit Zadek. Das Engels-Projekt Der Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen verschoben. Patrice Chéreau inszeniert Toller am Mailänder Piccolo Teatro.
1971
Mit Palitzsch den Fernsehfilm Sand in Franken gedreht. Auf Kreta mit Ursula Ehler Eiszeit begonnen. Entwurf Z., ein Zarathustraprojekt für den WDR. Ein deutsches Traumspiel. Für Günter Bialas das Libretto Der Gestiefelte Kater.
1972
Eiszeit beendet. Drehbuch Der Herr klagt über sein Volk in der Wildnis Amerika. Peter Zadek beginnt seine Bochumer Intendanz mit Dorsts Fallada-Bearbeitung Kleiner Mann, was nun? An einer Geschichte über die Oblomow-Figur "Herr Paul" (Mosch) gearbeitet.
1973
Chéreau inszeniert Toller am TNP in Villeurbanne, Lyon. Eiszeit in Zadeks Regie mit O.E. Hasse in Bochum uraufgeführt. Australien- und Neuseelandreise. Konzeption einer Reihe deutscher Familiengeschichten, darunter Die Villa und In der Falle (Mosch).
1974
Auf dem Chimborazo als erstes der "Deutschen Stücke" geschrieben. Dorothea Merz angefangen. Inszeniert Eiszeit in Adelaide (Australien) und begleitet Zadeks Verfilmung in Noresund (Norwegen). Notizen zu einem Schauspieler-Stück, die später zum Teil in Ich, Feuerbach verwendet werden. Erster Mosch-Entwurf.
1975
Auf dem Chimborazo in Berlin von Dieter Dorn uraufgeführt. Weiterarbeit an Die Villa und Mosch und Exposé zu einem Fernsehfilm Die Reise nach Stettin. Klaras Mutter konzipiert.
1976
Arbeit an Klaras Mutter. Dorothea Merz erscheint als Buch und wird als Fernsehfilm in zwei Teilen gesendet, Regie Peter Beauvais. Mit Horst Laube das Stück Goncourt oder Die Abschaffung des Todes für Palitzsch in Frankfurt begonnen.
1977
Februar/März: Notizen zu Wandas Geschichte und zu einem Filmstoff über den Kriegsheimkehrer Heinrich Merz. April/Mai: Klaras Mutter in eigener Regie gedreht. Wieder Arbeit an Die Villa und Mosch. Goncourt in Frankfurt uraufgeführt, die Molière-Übersetzung George Dandin in Bad Hersfeld erstaufgeführt. Neue Stoffe: Nature morte, Mythenkoffer.
1978
DDR-Erstaufführung der Kater-Oper in Berlin, Regie Jaroslav Chundela. Vorstellungsrede als neues Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Neue Stoffe aus der fränkischen Provinz notiert: Eine Mordgeschichte und Pracht. August: Vertrag mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg über ein Merlin-Stück für die Fischmarkthalle; dadurch Mosch und Die Villa wieder aufgeschoben. Sammelausgabe der Stücke und Molière-Übersetzungen und Buchausgabe von Klaras Mutter.
1979
Hamburger Merlin-Plan gescheitert, Dorst arbeitet an dem Stück für eine Buchausgabe weiter; Vorabdruck ab April. Erster Entwurf für den Film Eisenhans. Die Villa und das Mosch-Drehbuch abgeschlossen, auch Merlin weitgehend zu Ende geschrieben. Neues Konzept für Rameaus Neffe.
1980
Notizen zu einer Geschichte Reise ins Innere der Erde (Fabel des späteren Drehbuchs Das lange Gespräch mit dem Vogel). Zweite Film-Regie: Mosch in Wuppertal gedreht. Weitere Pläne und Entwürfe, meist zu Filmen: Der Wilde (Parzival), Eisenhans, Die Finsternis (die Korbes-Geschichte), Nach Jerusalem, Der verbotene Garten und Argan. Ein Totentanz, Übersetzung Der eingebildete Kranke von Molière. Die Villa in Stuttgart und Düsseldorf uraufgeführt, Mosch gesendet. Oktober bis Januar 81 in Indien, dort Aufführung einiger Stücke.
1981
Merlin oder Das Wüste Land erscheint als Buch, Fragmente einer Reise nach Stettin als Hörspiel. Versuch, die frühe Marionetten-Blindenfabel La Ramée dem Plan Nach Jerusalem zu integrieren. Merlin wird von Jaroslav Chundela in Düsseldorf uraufgeführt. Kinderstück Ameley, der Biber und der König auf dem Dach.
1982
Merlin wird an den Münchner Kammerspielen von Dieter Dorn inszeniert. Dorst dreht Eisenhans, seinen dritten Film. Uraufführung des Kinderstücks Ameley am Burgtheater.
1983
Eisenhans als Buch und Kinofilm. Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Vorstellungsrede bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Buchausgabe Der verbotene Garten. Versuch eines zweiten Kinderstücks.
1984
Selbstinterview Dialog als Vortrag in der Marburger Universität. Szenarium zu Das goldene Zeitalter (nach Calderóns Das Leben ist ein Traum). Parzival-Film Der Wilde vom WDR abgelehnt. Neue Notizen zu Wandas Geschichte. Buchausgabe Die Reise nach Stettin und Bühnenmanuskript Heinrich oder Die Schmerzen der Phantasie. August/September in Brasilien. Film-Exposé Das lange Gespräch mit dem Vogel. Szenenskizze Nach Jerusalem.
1985
Skizzen zu Karlos und Graf Hahn. Film - Exposé Das Glück. Heinrich oder Die Schmerzen der Phantasie unter der Regie vo...