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Werkausgabe in 12 Bänden: VII: Kritik der praktischen Vernunft. Grundlegung zur Metaphysik der Sitten: BD 7 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
 
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Werkausgabe in 12 Bänden: VII: Kritik der praktischen Vernunft. Grundlegung zur Metaphysik der Sitten: BD 7 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) [Taschenbuch]

Immanuel Kant , Wilhelm Weischedel
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Über den Autor

Im Frühjahr wird ein ungewöhnliches doppeltes Kant-Jubiläum gefeiert: sein 200. Todestag am 12. Februar und sein 280. Geburtstag am 22. April. Anläßlich dieses Jubiläums erscheinen eine Reihe von Bänden, die das Werk, aber auch das Wirken Kants in seiner ganzen Spannbreite beleuchten und dabei von wissenschaftlichen Grundlagentexten bis hin zu leicht verständlichen Sammlungen und Arsenij Gulygas eindrucksvoller Biographie Kants reichen. Georg Mohrs epochale Edition von Kants Theoretischer Philosophie, die neben der Kritik der reinen Vernunft auch zwei weitere Schlüsseltexte umfaßt, ist fraglos ein Meilenstein der Kant-Forschung. Mit Gernot und Hartmut Böhmes Das Andere der Vernunft wird ein Klassiker der kulturwissenschaftlich-philosophischen Auseinandersetzung mit Kant wieder aufgelegt. Er ergänzt maßgebliche Arbeiten zu Kant, wie etwa Otfried Höffes "Königliche Völker". Zu Kants kosmopolitischer Rechts- und Friedensethik (stw 1170), den Diskussionsband Frieden durch Recht (stw 1269) zu Kants Friedensidee oder den von Gerhard Schönrich und Yasushi Kato herausgegebenen Band Kant in der Diskussion der Moderne (stw 1223). In der anerkannten Edition von Wilhelm Weischedel bietet die Studienausgabe der drei Kritiken eine preisgünstige Zusammenstellung der Hauptwerke Kants für Studierende und Interessierte. Wilhelm Weischedel ist auch der Herausgeber des Kant-Breviers. Dort wird der Denker und Diskutant Kant interessierten Lesern in faßlicher Form vorgestellt. Weischedel hat eine gründliche und repräsentative Auswahl in der Tradition antiker Breviaria getroffen, die Themengebiete von "Metaphysik" bis "Frauenzimmer", von "Sittengesetz" bis "Lachen und Weinen" umfaßt. Kants vermeintlich unspektakuläres Leben, das er ausschließlich in Königsberg verbrachte, wird in Gulygas Kant-Biographie im Kontext der radikalen historischen Umwälzungen dargestellt, die nicht nur Kants Epoche geprägt haben, sondern bis weit in die Gegenwart wirken. Kant erscheint dabei als emblematische Figur einer Zeit, in der das Programm der Aufklärung seine philosophisch präzise und wirkmächtige Gestaltung fand.

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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Dieses Buch richtet sich nach den ethischen Fragen: Wie soll ich richtig leben und handeln? Um das moralisch richtige Handeln zu bestimmen, entwickelte Kant eine Formel, die er kategorischer Imperativ nannte. Danach soll der Mensch so leben, daß alles, was er tut, auch von anderen Menschen getan werden kann, ohne daß dadurch der Menschheit insgesamt ein Schaden entsteht.
Er drückte diesen Satz folgendermaßen aus: ,, Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne." Unter Maxime verstand Kant einen Grundsatz oder Vorsatz, der nur einen einzelnen Menschen betrifft, und nicht für die Allgemeinheit gilt. Eine Maxime wäre z. B. der Vorsatz: ,,Ich trinke keinen Alkohol". Dieser Vorsatz gilt nur für mich, ob andere trinken ist dabei egal. Ein Imperativ ist bei Kant ein Gebot, ein Befehl oder eine Regel. Ein kategorischer Imperativ ist demnach ein unbedingtes sittliches Gebot, dem man unter allen Umständen gehorchen soll. Zur Verdeutlichung ein Beispiel:
Aufgrund eines hohen Geldverlustes in der Spielbank bin ich gezwungen mir Geld bei einem Freund zu leihen. Ich sage ihm, daß ich es ihm baldmöglichst zurückgeben werde. Ich weiß jedoch, daß ich niemals in der Lage sein werde ihm diese Summe zurückzubezahlen. Natürlich geht mir dabei die Frage durch den Kopf, ob ich nicht unerlaubt und pflichtwidrig handle. Wenn ich mir nun trotzdem das Geld ,,leihe" so lautet die Maxime meiner Handlung: Wenn ich in Geldnot bin, so werde ich mir Geld leihen und versprechen es zurückzugeben, obwohl ich weiß, ich werde es niemals tun. Die nächste Frage wäre dann: Will ich, daß alle Menschen sich dieses Prinzip bzw. diese Maxime aneignen? Die Folge ist ganz klar: Ich würde meinen Zweck und das Versprechen niemals einhalten können, da niemand mir glauben schenken und Geld leihen würde.
Menschen, die nach dem kategorischen Imperativ handeln, sind frei. Diese Freiheit hebt sie über alle anderen Geschöpfe hinweg. Der Mensch ist verantwortlich für sich und seine Taten, er besitzt als sittlich handelnder Mensch eine Würde. Dieses Bewußtsein seiner Freiheit läßt ihn ,, gleichsam einen heiligen Schauer über die Größe und Erhabenheit seiner wahren Bestimmung fühlen."
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die beiden Texte sind berühmt, ihr Inhalt, zumindest das Schlagwort "kategorischer Imperativ" sind jedem, der Umgang mit philosophischer Ethik hat oder hatte, mehr oder minder bekannt. Es handelt sich bei der Konzeption Kants zur Ethik um eine sogenannte deontologische Variante, was letztenendes bedeutet, daß Handlungen in ihrer "Güte" (Kant würde sagen: Sittlichkeit) nicht mehr von ihren Folgen her beurteilt werden ("hat mir und/oder anderen die oder die Handlung genutzt/mein Glück befördert ?"), sondern apriorisch, erfahrungsfrei, wird vorher ermittelt, ob die Handlung gut/sittlich sei oder nicht. Dies kann Kant, weil er etwas in die Philosophie einführte, was einige seiner Zeitgenossen und einige -Heutige wie's scheint- sehr befremdete: das Sittengesetz a priori/"das Gesetz in mir" , also letzendlich ein Sittengesetz, das schon v o r jeder konkreten Erfahrung in der praktischen Vernunft bereit liegt.
Nun ist dieses Gesetz rein formal; es sieht von jedem Inhalt ab. Damit kann es äußerst "böse" ausemünzt werden: Lacan hat gezeigt, daß die Folteranweisungen und Folterungen, in der de Sade sie manchmal formuliert, alle Kriterien einer nach Kant streng sittlichen Handlung erfüllen. Es ergibt sich das Erstaunliche: de Sade war (bewusst oder unbewusst) Kantianer !
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Im kant'schen Kloster 20. Dezember 2009
Im Band VII dieser Werkausgabe mit dem Titel "Kritik der praktischen Vernunft" kommt Kants Renner, der kategorische Imperativ. Wie man zu einem Imperativ kommt, ist die eine Sache, was er impliziert und verlangt, das ist die andere. Kant verlangt nämlich, dass man sich dem selbstgezimmerten Imperativ auch unterwirft. Lust und Neigungen sind die natürlichen Feinde dieser Unterwerfung, sie sind deshalb böse und sie werden mit dem grössten kant'schen Schimpfwort belegt, der Heteronomie. Aber das Buch bietet ein ganze Reihe von Drohungen: Man lande in Fanatismus, Schwärmerei und Aberglaube, wer anders denke erkünstle sich nur etwas, tönt es dann etwa.

Was aber ist zu gewinnen, wenn man sich dem Imperativ, auch das moralische Gesetz genannt, unterwirft? Man gewinnt Selbstachtung und Selbstgenügsamkeit und man schafft die Voraussetzung zur Glückseligkeit. Per aspera ad astra war schon immer der Leitsatz der Manichäer und der Klöster.

Nun aber zur hellen Seite: Kant empowert das Individuum, indem es ihm die Entwicklung von Maximen und die Prüfung aufbürdet und zutraut, ob diese Maxime Allgemeingültigkeit biete und ertrage. Das geht nur in Autonomie, in Freiheit. Die Erfüllung dieser Aufgabe und die Befolgung der Resultate ist der Zweck des Individuums. Niemand darf das Individuum daran hindern, weshalb der Mensch, sagt Kant, nie nur als Mittel benutzt werden dürfe. En passant wird Kant so zum Begründer der Menschenrechte avant la lettre. Abgehalten wird der Mensch nicht nur von Dritten, die ihn nur als Mittel benutzen wollen, sondern auch von den Neigungen und Lüsten. Das alles führt zur Heteronomie, der Fremdleitung und Fremdbestimmung, wie wir heute vielleicht sagen können. Darum ist das das eminenteste Schimpfwort im kant'schen System.

Es gibt natürlich noch anderes in dieser Kritik, eine Auseinandersetzung mit der Philosphiegeschichte zum Beispiel, aber das ist der Kern, wie ich ihn sehe. Er eröffnet die Möglichkeit einer moralischen Gesellschaft. Kant redet in den Kritiken konsequent von den menschlichen, individuellen Möglichkeiten, aber an diesem Punkt hört man von ihm erstmals eine gesellschaftliche Erwägung.

Wie nun ist Kants Kritik der praktischen Vernunft zu lesen? Leichter jedenfalls als die Kritik der reinen Vernunft. Noch plastischer wird hier das Systemische, was besagt, dass alles Systemrelevante in vielen Wendungen und Formulierungen erscheint, so dass es einsichtig wird, ohne dass jeder lange Satz zerpflückt werden muss.
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