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Wenn Sie sich eine DVD mit alten Werbespots kaufen, hegen Sie bestimmt ähnliche Erwartungen. In diesem Falle dürfte Sie die vorliegende DVD teilweise enttäuschen - auch wenn sie insgesamt famous unterhalten werden. Der Film versammelt zwar Dutzende von Werbespots aus den ersten 20 TV-Jahren in Deutschland, die jedoch ohne erkennbares Konzept aneinandergereiht wurden. Dabei wurde großzügig mit der Cutter-Schere umgegangen. Welche Funktion sollen die vielen Drei- oder Fünfsekundenschnipsel haben?
Die DVD gliedert sich in zwei große Abschnitte (50er und 60er Jahre) mit jeweils 10 Kapiteln. 110 Minuten lang werden "werbale" Blitzlichter aus den Jahren des Wirtschaftswunders präsentiert. Das geht Schlag auf Schlag und chronolgisch bunt durcheinander. Manchmal vermittelt ein Kommentator etwas Hintergrundwissen, bisweilen wird auch eine Jahreszahl eingeblendet. Aber all das wirkt nicht wirklich seriös, sondern effektheischend. So gibt es auch im Menü ein separates Kapitel mit den "peinlichsten" Spots. Das ist aber weniger als zwei Minuten lang. Was soll das denn?
Ich habe, wahrscheinlich irrtümlich, das Gefühl, als wollte Ulrich Wünsch, der Autor des Filmes, der heutigen Generation beweisen, wie blöd und naiv doch die Generation unserer Eltern und Großeltern gewesen sein muß, wenn sie solch peinliche Werbefilme produzierte und konsumierte. In der Tat wirkt das meiste für heutige Augen und Ohren unfreiwillig komisch, ja lächerlich.
Diese DVD ist Unterhaltung pur. Langeweile kommt keine Sekunde auf. Das ist durchaus positiv. Aber gezielte Schnitte und sinnverstümmelnde Auszüge entlarven den Filmemacher nach meinem Gefühl als jemanden, der die vermeintliche Dummheit früherer Generationen genüßlich vorführt. Vielleicht liegt dies auch daran, daß den kurzen Werbespots die Fleischfüllung fehlt, nämlich das eigentlich Kino- bzw. TV-Programm. Es werden die einstigen Pausenfüller zum Hauptgegenstand der Unterhaltung selbst.
Resümee: Langwierige Ausgrabungsarbeiten in Firmenarchiven haben hochinteressante Blitzlichter aus den Anfängen der deutschen Kino- und TV-Werbung zutage gefördert, die Unterhaltung am laufenden Band garantieren. Ich hätte mir aber doch ein Minimum an historischer Akkuratesse gewünscht. Insgesamt empfehlenswert!
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