Kaum jemand wird bezweifeln, dass Namen mehr sind als aneinandergereihte Buchstaben. Daher kann ein gut gewählter Firmen- oder Produktename durchaus ein Erfolgsfaktor sein. Der Pädagoge, Psychologe und Coach Joachim Schaffer-Suchomel ist denn auch nicht der erste, der ein Buch über Naming schreibt. Und außer der Wiederverwertung seines 2007 erschienenen Werkes "Nomen est Omen. Die verborgene Botschaft der Vornamen" hat er auch nicht mehr zu bieten als andere Autoren. Im Gegenteil, für die Entwicklung von Firmen- und Produktenamen gibt das 1996 im Campus Verlag herausgekommene Werk "Namen machen Marken" von Susanne Latour mehr her.
Wie es sich für einen Ratgeber der heutigen Zeit gehört, gibt auch Joachim Schaffer "seine" sieben Erfolgsprinzipien preis, die da lauten: Das Gesetz der Resonanz - Der Hintergrund bestimmt den Vordergrund - Das Gesetz der Präsenz - Das Gesetz der Komplettierung - Synergien erzeugen - Das Gesetz der Polarität - Das Gesetz der Entsprechung - Im Anfang war das Wort.
Das Inhaltsverzeichnis verspricht eine Systematik, die der Autor aber leider nur in Ansätzen liefert. Dass er zwischen persönlichen Annahmen und wissenschaftlichen Studien kaum unterscheidet, mag auch daran liegen, dass er in der Welt des Namings nicht wirklich zuhause ist. Denn würde er die Hintergründe der beschriebenen Beispiele kennen, hätten einige Namen nicht als Belege für seine Erfolgsprinzipien dienen dürfen. Aber dem Laien kann dies schließlich egal sein, weil er durch die Lektüre zumindest erahnen kann, worauf er bei der Kreation eines Namens achten sollte.
Mein Fazit: Für den großen Wurf im Bereich Naming halte ich dieses Buch nicht. Auch weil Ratschläge wie "Achten Sie darauf, dass das Gehirn Ihrer potenziellen Kunden durch Ihren Firmen- und Produktenamen möglichst gutes Futter bekommt" keine große Hilfe sind. Aber als Einstieg in die Materie kann es den Leser doch auf Aspekte aufmerksam machen, die ihm sonst entgangen wären.