Kurzbeschreibung
Man hat sich darauf geeinigt, dass der 15. September 2008 unsere Welt verändert habe der Tag, als die Bank Lehmann-Brothers pleite ging. Seitdem hätten wir eine Weltwirtschaftskrise. Aber das ist eine Lüge. Diese Lüge soll einen Teil derjenigen schützen, die noch nach 2008 die Shareholder-Value-Ideologie vertreten und verteidigt haben. Man konnte aber schon vor dem September 2008 sehen, dass der Turbokapitalismus scheitern würde. Die Zeichen an der Wand waren überdeutlich. Er musste scheitern, weil er geprägt war von Materialismus, Werterelativismus und Individualismus. Der Turbokapitalismus hatte mit jahrhundertelangen Menschheitserfahrungen, dem Wissen um die Zerbrechlichkeit von Freiheit und Gerechtigkeit und der Notwendigkeit von Sicherheit für ein gelungenes menschliches Leben, gebrochen. Für ihn war Profit wichtiger als Gemeinwohl, das Jetzt wichtiger als die Zukunft. Die Regierungen dieser Welt haben viel Geld in die Hand genommen, um die Folgen dieser Weltwirtschaftskrise zu beheben, zumindest zu mildern. Sie riskieren mit all den Billionen, die in den Wirtschaftskreislauf gepumpt werden, die nächste Konjunkturkrise. Sie laden den kommenden Generationen neue Lasten auf. Aber sie haben keine andere Wahl, wenn es nicht zu einem Auseinanderfallen der Gesellschaften, ja zu sozialen Unruhen kommen soll. Die meisten Menschen in den Ländern der ersten und zweiten Welt reagieren besonnen auf die vielen Krisenmeldungen. Aber sie spüren und ahnen, dass sie die Zeche zahlen werden. Deshalb ärgern sie sich, wenn Manager, die ihr Unternehmen an die Wand gefahren haben, hohe Abfindungen und Bonus-Zahlungen verlangen. Es fällt auf, dass viel über Krisenbewältigung geredet und berichtet wird. Aber bisher hat es keine ausreichende Aufarbeitung der Ursachen der Krise gegeben. Auch über die Frage, was nach der Krise geschieht, wird wenig diskutiert. Beides ist aber notwendig, wenn neues Vertrauen entstehen soll. Die Krise ist im Kern eine Vertrauenskrise. Vertrauen setzt aber Offenheit und Transparenz voraus.
"Dieses Buch ist der Versuch, die Debatte über Ursache und Schuld bei dieser Weltwirtschaftskrise nicht zu versäumen. Wir Deutsche wissen, was geschieht, wenn das Geschehene verdrängt wird. Es wird giftig. Nur die Wahrheit wird euch frei machen , heißt es in der Bibel im Johannes-Evangelium (Joh. 8,32)." (Aus dem Vorwort von Jürgen Rüttgers)