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Wer war schuld an Jesu Tod?
 
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Wer war schuld an Jesu Tod? [Broschiert]

Pinchas E. Lapide
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Produktinformation

  • Broschiert: 123 Seiten
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus; Auflage: 4 (Januar 1987)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3579014196
  • ISBN-13: 978-3579014197
  • Größe und/oder Gewicht: 18,9 x 11,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 497.154 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Pinchas Lapide
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Produktbeschreibungen

Klappentext

Wer trug vor 2000 Jahren die Verantwortung für die Hinrichtung des Jesus von Nazareth? Pinchas Lapide geht es um eine längst überfällige Klarstellung problematischer neutestamentlicher Texte und mißverstandener christlicher Glaubensaussagen in der Kirchengeschichte bis auf den heutigen Tag. Dabei kommt er zu überraschenden Ergebnissen. Der bekannte jüdische Neutestamentler legt hier eine Untersuchung vor, die sich sowohl als theologische als auch historische und juristische Rehabilitation versteht, um ein neues biblisches Verstehen zwischen Juden und Christen zu fördern, "die so lange, so unnötig und so folgenschwer gegeneinander geglaubt und aneinander vorbeigelebt haben". Professor Dr. Pinchas Lapide, geboren 1922, jüdischer Theologe und Religionswissenschaftler. Gastprofessuren an theologischen Fakultäten in Deutschland und der Schweiz. Lebt als freier Schriftsteller in Frankfurt. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Problemen des Neuen Testaments und zum jüdischchristlichen Dialog.

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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Jesus wurde nicht von den Juden getötet, sicherlich nicht, 7. Juni 2001
Rezension bezieht sich auf: Wer war schuld an Jesu Tod? (Broschiert)
Nero's Christenverfolgung, Kreuzzüge und Progrome im Mittelalter, die Inquisition speziell in Spanien bis hin zu Deutschlands Ausschwitz - eine Blutspur zieht sich quer durch das Abendland. Christen töten Juden -warum? Wer Antworten auf diese Fragen sucht, kommt nicht umhin, sich um die Haupt-Ursache zu kümmern, den Tod des historischen Jesus. Nach christlicher Lehrmeinung haben DIE Juden als Volk Christus getötet, sind als Juden dafür haftbar bis in alle Zeiten und an allen Orten.

Lapide versucht, wie vor ihm schon viele andere den Beweis zu führen, dass Jesus bestimmt nicht von „den Juden" sondern von römischen Besatzern unter Beteiligung einiger weniger Juden hingerichtet wurde. Er beginnt mit den christlichen falschen Vorurteilen über die dabei unverzichtbare Person des Judas, führt seine Argumentation weiter anhand der Evangelien-Aussagen über den Prozeß und die anschließende Hinrichtung Jesu. Er kommt zu dem gleichen Schluß wie viele andere vor und nach ihm -Jesus, sofern er tatsächlich historisch existierte- wurde nicht von „DEN Juden" hingerichtet. Als Vermittler zwischen Christen und Juden ist ihm daran gelegen, einen Schlußpunkt unter die Judenverfolgungen zu setzen, die Einsicht anstelle eines „taktischen" Fundamentalismus in den Vordergrund zu rücken.

Bei allen Betrachtungen zeigt sich die Notwendigkeit, die Evangelien vor dem Hintergrund der realen Geschichte im antiken Israel und unter Einbeziehung der jüdischen Philosophie zu betrachten. Lapide gelingt hier dieser Spagat zwischen Theologie und Geschichte. Manchmal klingen seine Argumente eher wie Behauptungen, doch dies ist die Schuld der allzu knappen Darstellung in einem Taschenbuch von knapp 120 Seiten. Das Buch ist lesenswert, wenn auch nicht erschöpfend. Hier gibt es bessere Hintergrund Literatur über dieses Thema -deswegen auch nur drei Sterne.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Die verschobene Schuld, 10. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Wer war schuld an Jesu Tod? (Broschiert)
Der jüdische Neutestamentanalytiker Pinchas Lapide, dessen bekanntestes Werk den Namen "Ist die Bibel richtig übersetzt?" trägt, untersucht hier den Hintergrund des Sterbens Jesu alias des Jeschua Ben Joseph. Schon der Titel dieses Buches "Wer war schuld an Jesu Tod?" ist eine ähnlich gedachte Frage wie jene des bekannteren Buches. Jener Gemeinplatz, dass die Bibel das Wort Gottes sei und also gegen Fehlübersetzung gefeit, wurde so gründlich und wissenschaftlich überzeugend relativiert wie dieser es nun wird, dass man ja aus der Bibel wisse, wer die Schuldigen seien. Die vielen historischen Unmöglichkeiten der durch die Bibel tradierten Prozesse Jesu erstens vor dem Hohen Rat und zweitens vor dem ihm wohlgesonnenen Pontius Pilatus werden minutiös als Fälschung entlarvt. Dem Hohen Rat alias Synhedrion war es nicht gestattet, nächtliche Gerichtsitzungen abzuhalten, bei denen Todesurteile gefällt werden könnten. Am Sabbath, an Feiertagen und am Vorabende aller Feiertage durften überhaupt keine Gerichtsverhandlungen statt finden. Ein Todesurteil durfte nie am Tage der Verhandlung, sondern erst am folgenden Tage gefällt werden. Prozesse ohne jedwede Verteidigung durch einen der Richter waren rechtswidrig und unmöglich. Es war nach Torah-Recht dem Hohepriester ausdrücklich verboten, sein Gewand zu zerreißen. Nach jüdischem Recht war eine Verurteilung zum Tode in einer nächtlichen Sitzung unter keinen Umständen erlaubt.

Der historisch erwiesene Judenhasser Pilatus hatte sich nicht die Gewohnheit angeeignet, am Tage des Festes dem Volke die Haftentlassung eines Gefangenen freizustellen, denn weder das jüdische noch das römische Recht wissen von solch einem Brauch. Pilatus hätte sich einer schweren Amtsverletzung schuldig gemacht, wenn er solche Gewohnheiten eingeführt hätte. Er konnte auch jemanden, der sich einen von Rom nicht eingesetzten oder sonstwie anerkannten 'König' nannte, nicht unverurteilt lassen. Er war von keiner Unschuld Jesu überzeugt und wusch auch seine Hände nicht in Unschuld, schon gar nicht öffentlich, weil es ihm als Römer und als römischer Autoritätsperson unmöglich war, in der Öffentlichkeit gegen römischen Brauch eine solche jüdische Sitte aufzuführen.

Fazit: Das Buch erhellt in aller Deutlichkeit bis in das letzte historische Détail, dass in keiner der vier Evangeliumsschriften der Bibel die Verurteilung Jesu historisch zutreffend dargestellt wird. Die Ursächlichkeit wird in der Bibel verschoben: In ihr ist nicht der ehrenwerte Pilatus schuldig, sondern der Hohepriester, die bösen Pharisäer, das verstockte jüdische Volk. Pinchas Lapide klärt auf, dass diese schriftliche Verschiebung der Schuld mehr oder minder planmäßig durch jene Heidenchristen geschah, die den Juden übelnahmen, von ihnen als fehlgläubige Sekte gedeutet und verachtet zu werden. Die feine Ironie der Historie dabei ist, dass jemand, der die Schuld verschiebt, sie nicht vergeben hat, sondern als Wahrheit erachtet, die er loszuwerden sucht. Und gerade dadurch stellt er sich als Nichtchristen dar, denn der Christ vergibt heiligen Geistes alle Schuld, statt sie seinem Nächsten durch Verschiebung zuzuweisen.

Ein wunderbares Buch, das bezüglich der Verurteilung Jesu alle Verschiebungen auflöst und dadurch ein Mal mehr klar werden lässt, dass die Bibel nicht buchstäblich das Wort Gottes sein kann. Das Wort Gottes ist GEIST, und kein Buchstabe vermag IHN zu fassen.
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