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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2003
Als "die schönste und informativste Monografie, die dem großen Fotografen je gewidmet wurde" feiert Rezensent Wilfried Wiegand diese "prachtvolle deutsche Ausgabe" eines Begleitbuchs zur großen Geburtstagsretrospektive in der Pariser Bibliotheque Nationale. Bereit der Umfang übertreffe alle Vorgänger: "36 Zeichnungen und Gemälde, 476 Fotografien, neunzig Lebensdokumente und 35 Abbildungen seiner Bücher" seien zu sehen. Der Verlag habe es als eine Art Testament des Künstlers angekündigt, lesen wir, und der Rezensent findet einige Überraschungen darin: Erstens habe sich Cartier-Bresson von der Illusion verabschiedet, seine Zeichnungen seien seinen Fotografien ebenbürtig. Auch die Fotos berühmter Fotografen-Kollegen, die Cartier-Bresson bei der Arbeit zeigen, zählt der Rezensent zu den Überraschungen des Bandes. Die schönste Überraschung freilich sind die Fotos selbst, die Wiegand die Welt als einen "eurythmischen Gleichklang der Formen" enthüllten, "einer filmischen Endlosigkeit, einem wahren Ballett des Lebens". Die meisten Fotos kannte er eigenem Bekunden zufolge bereits aus früheren Büchern. Doch da sie nun weder chronologisch noch thematisch geordnet seien, und auch ein intelligentes Layout für Abwechslung sorge, machte er, wie wir lesen, selbst auf bekannten Bildern Entdeckungen, als sähe er sie zum ersten Mal.
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Kurzbeschreibung
Wer verbirgt sich hinter den legendären Initialen HCB, wer genau ist Henri Cartier-Bresson - dieser Mann, der gegen seinen Willen zum Mythos geworden ist, der die Photographie, und nicht nur den Bildjournalismus des 20. Jahrhunderts mit seinem ganz persönlichen Stil und Ethos geprägt hat, der Form und Inhalt in einer Art und Weise zu verbinden wußte, dass es heute undenkbar scheint, die Welt der Fakten und des Sichtbaren, ob alltäglich oder spektakulär, anders wiederzugeben, als er es ein halbes Jahrhundert lang tat? Die Frage ist so komplex und vielschichtig wie die Persönlichkeit und das Werk Henri Cartier-Bressons, dessen 95. Geburtstag in diesem Jahr mit zwei außergewöhnlichen Ereignissen gefeiert wird: im Frühjahr mit einer großen Retrospektive in der Biblioth que nationale de France, Paris, und mit der die Ausstellung begleitenden großen Monographie, die wir hier in der deutschen Übersetzung anbieten.
Auf über 400 Seiten, in acht Textbeiträgen von namhaften Autoren - darunter Je an Clair, Peter Galassi und Robert Delpire - und mit mehr als 600 Abbildungen gibt dieses opulente Buch die endgültigen Antworten auf die Frage, um wen es sich bei dem Photographen und Filmemacher, dem Künstler, dem Kosmopoliten und dem Menschen Henri Cartier-Bresson handelt.