Felicitas Faber ist Barbara von Bellingens Heldin aus dem Frankfurt des Jakob Grimm, Johann Wolfgang Goethe oder Felix Mendelssohn-Bartholdy. Letzterer kommt in "Wer ohne Schuld ist" sogar auf einer Konzertreise vorbei.
In diesem Frankfurt zwischen biedermeierlichem Mief und wissenschaftlichem Fortschritt treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Seine Opfer sind (leicht) behinderte, alleinstehende Frauen. Die schwangere Felicitas Faber erfährt davon, als ihr Mann zu einem der Opfer gerufen wird um die Todesursache festzustellen. Die manchmal etwas seltsam anmutende Trägheit der örtlichen Polizei führt dazu, dass Felicitas ihre eigenen Nachforschungen anstellt, teilweise verkleidet und unter falscher Identität.
Die Beschreibung des historischen Frankfurt im 19. Jhdt ist sicher zutreffend, soweit ich das als Nichthistoriker beurteilen kann. Die Personen und ihre Umgebung sind realistisch bis in die Details. Wie in ihren Engelke Geerts-Romanen lässt uns die Autorin wieder in menschliche Abgründe hinabsteigen, die (leider) nicht einer gewissen Aktualität entbehren.
Was ich ein bisschen schade fand, war, dass sich die Lösung etwa ab der Mitte des Buches aufdrängt. Wenn man die recht offensichtlichen Hinweise beachtet, dann ergibt sich die Lösung einfach schon aus Mangel an anderen Möglichkeiten. Schwieriger als das Finden des Mörders war da schon zu erraten, warum Felicitas' Ehemann sich plötzlich so eigenartig verhält.
Den Lesern historischer Krimis sei dieses Buch empfohlen. Es ist sehr schön zu lesen und bietet spannende, historische Unterhaltung.