Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Freiheit wollen und Selbstbestimmung verbieten geht nicht zusammen, 28. August 2009
Das Buch ist eine Absage an die Engstirnigkeit der hierzulande verbreiteten sogenannten Islamdiskussion". (Deutschland und seine Muslime" ist als Untertitel zu eng; es geht Kermani um den Islam in Europa, auch wenn Deutschland immer wieder als Bezugspunkt im Mittelpunkt steht.) Kermani liefert keine neue These in dieser Diskussion, er diskutiert überhaupt nicht mit, sondern er geht über das Raster ihrer Fragestellungen hinaus, indem er an das gemeinsame Ziel erinnert, nämlich ein Europa zu schaffen, das die Werte der Aufklärung realisiert. Zum Beispiel das endlose Hin und Her über die Frage, ob der" Islam friedlich oder gewalttätig sei, nennt er ein sinnloses Surenpingpong" und warnt, eine laizistische Gesellschaft gibt sich selber auf, wenn sie anfängt, Religionen zu bewerten und in Relation zu sich selbst zu setzen, als sei Laizismus ebenfalls eine Religion und nicht die vernünftige und eigenständige Gewähr dafür, dass verschiedene Religionen eine gemeinsame Gesellschaft verwirklichen können. Und darum geht es für ihn: Er will Wege der Verwirklichung, Möglichkeiten gemeinsamen Handelns zeigen. Etwa die Frage, wie viele Männer welcher Religionszugehörigkeit oder Ethnie ihre Frauen verhauen, hält er für völlig überflüssig, nachdem man sich unabhängig von der Herkunft der Täter problemlos darauf einigen könne, dass Hauen immer wehtut und immer verboten gehört. Zuletzt erinnert er daran, dass Freiheit für jeden bedeutet, das Gute, das er will, auch tun zu können, dass es also nicht Verwestlichung heißt, sondern Selbstbestimmung - und realisierte Freiheit sich nur als selbstbestimmte Einigung auf ein gemeinsames Handeln zeigen kann, nicht als "Integration" in die Denkmuster einer Leitkultur. Das ganze Buch ist eine Warnung davor, "die liberale Ordnung zu verteidigen, indem man sie aufgibt", und setzt zuletzt das Stadtbild von Isfahan als Utopie dagegen, einer Stadt, bewohnt von den Angehörigen verschiedenster Völker, in der zig Moscheen, Synagogen und Kirchen heute noch daran erinnern, dass sie bis ins 19. Jahrhundert hinein - auch in Europa - von allen Reisenden für ihre Offenheit, Freundlichkeit und Toleranz gerühmt worden war.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wer ist Wir? Hier ist die Antwort!, 13. Oktober 2009
Deutschland und seine Muslime, ein heikles Thema. Jedoch nicht wenn Navid Kermani darüber schreibt. In den einzelnen Zeilen dachte ich manchmal das Kermani von mir erzählt. Kermani handelt die am meisten diskutierten Themen über Muslime in Deutschland einzeln ab. Endlich auf einem Niveau, den ich als Muslim schon lange vermisst habe.
Unbedingt lesen!
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unbedingt lesen: Differenzierter und sachlicher Beitrag zu einer sonst weitgehend flach geführten Debatte, 16. April 2009
Der Autor weiß als habilitierter Islamwissenschaftler und Sohn von Einwanderern, im Gegensatz zu vielen selbsternannten Experten, wovon er spricht.
Er führt seine Argumente klar und differenziert an und verschließt vor nichts die Augen. Es werden vor allem Diskussionen der Integrationsdebatte wiedergegeben. Das Buch ist kein wissenschaftliches; es ist journalistisch und sehr eingängig geschrieben. Nach zwei Tagen hatte ich es durchgelesen.
Es ist nicht zu erwarten, aber wünschenswert und notwendig, dass dieses Buch mehr LeserInnen hat als die platten Hetzbücher, die derzei hierzulande verkauft werden.
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