Hochgepriesen, vielgelobt und dennoch nicht entsprochen.
So würde ich die Kurzanalyse von Cappellanis Erstlingswerk abschließen.
Doch "Wer ist Lou Sciortino?" ist mehr als nur eine Phrase wert. Denn trotz der kleinen Mängel im Spannungsbogen, der etwas zu simpel geratenen Geschichte und den zu rasant präsentierten Charaktere, verfügt das Buch über viele nette Details.
Die Charaktere haben Macken über die man als Leser teilweise nur Staunen kann, die Landschaft ist fein gezeichnet und die Klischees aus anderen Mafia-Werken werden gnadenlos überreizt. An jeder Ecke sind kleine Anspielungen aus Mafia-Filmen und die Gewalt kommt auch nicht zu kurz.
Denn im großen und ganzen handelt Cappellanis Werk von eben jenen Dingen die das Mafia-Genre groß gemacht haben. Der Liebe zur Familie, Sizilien, dem Drang nach Machterhaltung und dem Stellenwert von Ehre, die blutigst und um jeden Preis verteidigt wird.
Zur Handlung: Lou Sciortino ist der Sohn des mächtigsten Dons von New York, arbeitet jedoch als Filmproduzent bzw. als der Geldwäscher der Familie. Eines Tages fällt er einem Bombenattentat zum Opfer, überlebt jedoch. Doch sein Großvater schickt ihn zum Untertauchen nach Catania, auf die Insel der Cosa Nostra, Sizilien. Doch entgegen dem Stellenwert der ihm zustünde wird er zum Lakaien des ansässigen Dons Scali. Als sein Großvaters von dieser Schmach erfährt eilt er nach Sizilien um die Dinge wieder gerade zu rücken, doch Don Scali hat andere Pläne. Ein Konflikt scheint vorprogrammiert.
In Wer ist Lou Sciortino? erwartet den Leser wenig Neues. Der Unterhaltungswert ist dennoch gegeben. Doch zum Puzo fehlen noch Welten! Ein Spaß für zwischendurch.