Die Chemical Brothers sind nun nach Daft Punk die zweite Bandgruppierung, die für einen Kinoblockbuster die Filmmusik beisteuerten. Prägend für die Elektromusik waren oder bzw sind die Chemical Brothers immer noch, kennen tu ich jedoch nicht wirklich was von ihnen. Deshalb bin ich auch ganz anders an dieses Album heran gegangen, als manch anderer. Wie auch immer, den Film hab ich bis jetzt leider nicht gesehen, aber das werde ich denk ich mal schnell nachholen, denn "Wer ist Hanna?" oder auch im Original "Hanna", überzeugt von der Filmmusik her zu hundert Prozent!
Nach "The Social Network" war der Aufschwung der elektronischen Scores nicht verwunderlich, schließlich räumten Trent Reznor und Atticus Ross den Oscar mit ihrem eigenartigen und dennoch stimmigen Werk ab. Auch "Hanna" ist ein solch elektronischer und von kräftigen Beats dominierter Soundtrack, der für eine grandiose und einzigartige Atmosphäre sorgt. Große Hauptthemen gibt es nicht, bis auf das harmonische und unheimlich, klingende "Hannas Theme", das aber auch nur im ersten und letzten Track gespielt wird. Daneben gibt es auch ein wiederkehrendes Motiv in "The Devil Is In The Details" und "The Devil Is In The Beats". Eine sehr fröhliche und heitere Melodie, die aber dadurch eher unheimlich und verstörend wirkt. Ansonsten ist der Score sehr atonal gehalten, mit vielen klanglich, beeindruckenden Stücken, wie zum Beispiel "Escape 700", "Car Chase", "Bahnhof Rumble" oder "Container Park". "Hanna" zeigt eindrucksvoll, wie effektiv elektronische Scores wirken können. Und gerade die Chemical Brothers sind wahre Meister mit den Beats. Während Daft Punk sich sehr an dem Media Ventures Stil gehalten haben, verlassen sich die Brothers auf ihren eigenen Weg. Auch wenn für klassische Filmmusikliebhaber diese CD zu wirr und abgedreht erscheinen mag, Fans der Chemical Brothers oder auch des Films werden diese Scheibe genießen. Trotzdem empfehle ich wenigstens mal rein zu hören. "Hanna" ist für mich ein perfektes Beispiel dafür, wie sich die Filmmusik heutzutage anhören kann.
Mit 50 Minuten bekommt einen soliden Anteil an Musik, sehr schön ist dabei, dass es zwischen den Titeln keine Unterbrechung gibt und es hier auch gut funktioniert. Meistens stört mich dieses Verfahren bei manchen Scores, doch hier passt es.
Eine Kaufempfehlung kann ich ruhig aussprechen, denn "Hanna" hat mich absolut überzeugt, weil der Soundtrack eine Wohltat zwischen den unzähligen 0 8 15 Soundtracks heutzutage ist. Gerne mehr davon!