Goldman behauptet, von Struktur und Akten keine Ahnung zu haben. Trotzdem ist sein Buch in 3 große Blöcke gegliedert - wie ein Film. Zufall, oder (doch) Absicht?
Allerdings haben diese 3 Blöcke wenig miteinander zu tun: im ersten Teil plaudert Goldman über seine Drehbücher zwischen 1980 und 1997, wie sie entstanden sind, über seine Begegnungen mit Schauspielern, Regisseuren, Produzenten usw. Das ist mit Abstand der unterhaltsamste Teil.
Dann folgen Plaudereien, Analysen und Besprechungen zu Filmen, die Goldman gefallen: u.a. 'Der unsichtbare Dritte' oder 'Verrückt nach Mary'.
Und für den dritten Teil hat Goldman einen unveröffentlichten Entwurf geschrieben und an bekannte Drehbuchautoren geschickt mit der Bitte um erbarmungslose Kritik. Die Antworten fallen wie gefordert hart aus, weil Goldmans Entwurf zumindest unausgereift ist. Diese Beurteilungen, Gedanken und Vorschläge zur Verbesserung sind aufschlussreich für Drehbuchautoren und alle, die einmal schreiben wollen.
Unübertrefflich ist Goldmans Zynismus, seine unkomplizierte Art zu schreiben, sein Humor und seine Ironie. Er hält wenig von Strukturen und Anleitungen wie man Drehbücher schreibt; was für ihn zählt, ist die Geschichte. Aber auch das ist doch eine Anleitung, die hilfreich ist!?
Ich würde mir jederzeit ein weiteres Buch von William Goldman besorgen. Greifen Sie bei diesem Buch zu, so lange es noch lieferbar ist!