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Produktinformation
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Der Privatgelehrte Dr. Heribert Illig, Jahrgang 1947, Publizist und Herausgeber der geschichtskritischen Zeitschrift Zeitensprünge, bezweifelt, daß es sich dabei um "eine glückliche Fügung des Schicksals" handelt. In seinem Buch Wer hat an der Uhr gedreht? führt er den Nachweis, daß es sich bei dem scheinbar zufälligen Ereignis um eine teilweise minutiös geplante Fälschung handelt, daß der gekrönte Herrscher ebenso wie der krönende Papst und die versammelten Zeitgenossen niemals gelebt haben. Er dokumentiert dabei einmal mehr, Wie 300 Jahre Geschichte erfunden wurden. --Roland Detsch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Denkanregung - doch leider eine arg unwahrscheinliche,
Von
Rezension bezieht sich auf: Wer hat an der Uhr gedreht? Wie 300 Jahre Geschichte erfunden wurden. (Broschiert)
Illigs Theorie ist, dass etwa 300 Jahre komplett erfunden worden seien, dies schließe die Figuren Mohammed und Karl den Großen ein.Wahrscheinlich ist dieser große Fälschungsaufwand nur leider nicht, so sehr Illig auch Verschiedenstes zusammenträgt und auslegt. Bereits 1997 schrieb Rudolf Schieffer als Bonner Mittelalterhistoriker zur Illigschen Hypothese einen höflichen wie kritischen sechsseitigen Artikel(*). Doch, und jetzt verdient sich Illig seine drei Sterne, doch woher _wissen_ wir eigentlich, was damals geschah? Diese Frage erst startet die wissenschaftliche Erkenntnis. _Weiß ich wirklich, ob etwa Julius Cäsar existiert hat oder nur eine ähnliche Sagengestalt wie Äneas war? Was kann ich wissen, frei nach Kant? Und frei nach Sokrates die Erkenntnis, dass ich nicht wissend weiß. Wer sich diese Fragen nie gestellt haben sollte, mag damit rasch anfangen oder besser doch die Finger von Geschichte lassen. ;-) Das in Erinnerung zu rufen sowie den kritischen Blick auf scheinbar gesichertes Wissen zu werfen, dafür jedenfalls sollten wir einem regen Privatgelehrten wie Illig ausdrücklich dankbar sein. Auch sein vielseitiger Ansatz aus mehrereren Teildisziplinen zu schöpfen ist grundsätzlich gut. Geschichte ist in solchen fernen Zeiten freilich insbesondere eine Wahrscheinlichkeits-Wissenschaft. Und bei diesem Thema verblasst Heribert Illigs Stern leider ganz rapide. Seine These, so nett provokant sie ist, ist doch einfach eine der am wenigsten wahrscheinlichen Erklärungen. Verschiedene Mittelalterhistoriker haben sich wie schon angedeutet zumindest kurz damit auseinandergesetzt. Und ein Historiker vom Fach sollte auch in der Lage sein, Astronomie oder Kunstgeschichte ebenfalls zu bewerten. Illig hätte den Argumenten anderer vielleicht offener gegenüberstehen können und daraus gewonnen? Wie Illig argumentiert, ist übrigens eindeutig an historisch vorgebildete Menschen gerichtet. Eine Einführung zu dem Thema hätte anders ausgesehen, die hat H. I. eher in Talkshows und Radiosendungen lebendig vorgebracht. Empfehlen kann ich das Buch nicht wirklich. Dafür hätte ich mir gewünscht, dass Illig auch einigen Argumenten einen gerechten Platz einräumt, die nicht in seine Richtung zielen. Doch den Thesen Illigs ist zumindest für ihren erfrischenden (wie wohl gescheiterten) Versuch einer 'Bilderstürmerei' zu danken. __________________________________________________ (*)"Ein Mittelalter ohne Karl den Großen, oder: Die Antworten sind jetzt einfach", Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, 10/97, 611-617. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
36 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Gefährliche Schein-Exaktheit,
Rezension bezieht sich auf: Wer hat an der Uhr gedreht - Wie 300 Jahre Mittelalter erfunden wurden (Taschenbuch)
Das Buch stellt für den Geschichtskundigen eine interessante Lektüre dar, denn es versucht mit zahlreichen Details, die These zu belegen, unsere Zeitrechnung im Mittelalter sei manipuliert worden. Die Aspekte, unter denen unsere "herrschende Meinung" kritisiert wird, regen sicher zum Nachdenken an: Woher sind wir eigentlich sicher, zu wissen, was wir über unsere Geschichte wissen?Problematisch ist aber, dass bei der Analyse der Daten überhaupt nicht mehr die Möglichkeit bedacht wird, unsere Geschichtsschreibung könnte vielleicht auch richtig sein - oder es könne auch andere Lösungen geben, oder es sei vielleicht Einiges schlicht nicht mehr klärbar. Vielmehr werden die Daten dahin ausgelegt, die Geschichtsschreibung des Mittelalters sei flächendeckend manipuliert worden. Und zwar, man bedenke, nicht nur in Deutschland, Frankreich, Italien etc., sondern sogar über die Kulturkreise hinweg bis nach Arabien hinein. Hier stellt sich die Frage: Wie soll es möglich gewesen sein, so etwas zu organisieren, so dass alle mitmachten?? Das Buch gibt darauf nur Antworten, die auch nicht plausibler sind als die Erklärungen, die uns die "Standardwissenschaft" für ihre eigenen Probleme gibt. Daher halte ich das Buch insgesamt als Denkanstoß zwar für interessant, für jeden, der sich überlegen will, worauf seine geschichtlichen Überzeugungen eigentlich beruhen und ob er wirklich "weiß", was er alles gelernt hat. Für den, der nicht bei jeder Ausführung überlegt, ob und wie die Schlussfolgerungen des Buches eigentlich wirklich begründet (!) sind, halte ich es aber für gefährlich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
48 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein falscher Ansatz mit Folgefehlern,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Wer hat an der Uhr gedreht - Wie 300 Jahre Mittelalter erfunden wurden (Taschenbuch)
Herr Illig begründet seine Hypothesen sehr gründlich und Detailliert. Trotzdem sind seine Vermutungen nicht korrekt durchdacht. Es gibt einige wichtige Punkte, die kurz gesagt seine Behauptungen zwar nicht widerlegen, so doch von vornherein nichtig machen: Da wäre z.B. die Tatsache, daß Herr Illig ausnahmslos Sekundärliteratur benutzt; er gründet seine Interpretation auf verschiedene Interpretationen. Das kann nicht funktionieren. Außerdem kritisiert er aufgrund von widersprüchlichen Angaben und Ergebnissen die Wissenschaftler, auf deren Werk er aber wiederum sein Wissen aufbaut - dadurch zieht er sich selber den Boden unter den Füßen weg, denn wenn er Herrn Becher z.B. irgendwo nicht zustimmt, dessen Faktensammlungen über die karolingische Zeit aber aus anderer Literatur indirekt übernimmt, ohne zu wissen, daß das von Becher stammt, was er da aus zweiter Hand abschreibt, dann ist das für einen akademischen Grad einfach nur peinlich. Methodisch falsch und voller theoretischer Fehler - der Detail-Overkill aus Fakten, Fakten, Fakten scheint die ungeschickt konstruierte und unreflektiert zusammengelesene Ideensammlung voll zu bestätigen, überdeckt aber nur die gravierenden Mängel im logischen Zusammenhang der dargelegten Dinge. Als Lehrmaterial für eine "Einführung in die Methode und Theorie der Wissenschaft", wie man es NICHT machen sollte, absolut unverzichtbar!Abgesehen von der Absurdität des gesamten Projektes ist Herrn Illig allerdings ein gewisser Respekt zuzusprechen - eine derartige Fleißarbeit wie die "297 Jahre"-Reihe ist vom Aufwand her ehrlich bewundernswert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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