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Wer flüstert so finster im Roten Haus? [Broschiert]

Barbara Hennings

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Kurzbeschreibung

2. November 2011
„Häuserflüsterer“ wird er heimlich genannt, der Immobilienmakler Erik Holzhammer. Seine Arbeit betreibt er aus Passion, allerdings ist er mit der Begabung gesegnet, in Liegenschaften und Objekten Stimmen und Schwingungen zu verspüren, die auf Vergangenes hinweisen und Unerwartetes verbergen. Diese Neigung zur Telepathie bleibt im Gewerbe nicht unerkannt. So bittet ihn eines Tages der extravagante Marcus Tannhäuser darum, das berühmt-berüchtigte Rote Haus, die Villa Maltinstetter im Fischbachtal, zu verkaufen. „In diesen Gemäuern hausen dunkle Mächte. Keiner will es kaufen. Wir bekommen einen Eintrag von der Maklerinnung, wenn es nicht bald aus unserem Bestand verschwindet“, flüstert Tannhäuser entrückt, als sei er selber Gefangener von unbestimmten Ängsten. Holzhammer nimmt den Auftrag an. Er forscht und spürt der Geschichte des Roten Hauses nach. Und kommt dabei nicht nur einem Verbrechen auf die Spur, sondern diesem auch deutlich näher, als ihm lieb ist...

Produktinformation


Produktbeschreibungen

Über den Autor

Barbara Hennings, Diplom-Betriebswirtin (FH), ist 1960 geboren. Elf Jahre lang war sie in verschiedenen Institutionen innerhalb der Bankenwelt tätig, bevor sie 1996 dieser Branche endgültig den Rücken zukehrte. Sie durchmischte ihre berufliche Laufbahn mit verschiedenen Auslandsaufenthalten, vornehmlich in Lateinamerika. Heute ist sie freiberuflich tätig als Beraterin für klein- und mittelständische Betriebe. 2007 erhielt sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Gabriéle Brassard nach zehn Jahren Dichterfrühstück den Förderpreis für Literatur in Bad Kreuznach. Im selben Jahr initiierte sie gemeinsam mit der Stadtbücherei Mörfelden-Walldorf das Dichterfrühstück in Walldorf. Seit 1996 organisiert und moderiert sie Lesungen und literarischeVeranstaltungen in Rheinland-Pfalz und Hessen.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Pünktlich nach der Sommerpause dieses Jahres streckte ich meine Fühler aus nach einer neuen beruflichen Betätigung. Ich tat es aus einem Bauchgefühl heraus. Obwohl ich für meine Arbeit gelobt wurde, hatte ich doch den Eindruck, dass ich in dieser Firma, für die ich zu der Zeit tätig war, niemals wirklich weiterkommen würde. Wie auch immer. Ich wollte mich doch einmal reiben und den Wind spüren, wenn ich meine Kenntnisse am Markt den vorderen Reihen als Pflicht anbot. Die Gesellschaft, bei der ich mich beworben hatte, firmierte unter dem klangvollen Namen „Real Estate Consulting – Tannhäuser & Weberknecht GmbH“. Tannhäuser persönlich suchte einen Vize für seinen Sessel, was mich ein wenig wunderte. Er hatte bereits einen Stab von Mitarbeitern um sich herum. Für mein Empfinden waren es gräulich unruhig fließende Halbschatten, welche längst Tannhäusers Äußeres und seine Fähigkeiten eins zu eins kopiert hatten und nun in einer Habachtstellung nur darauf lauerten, eines Tages Tannhäusers Einflussgebiet nahtlos zu übernehmen. Aber wie die wahren Umstände auch sein mochten, die beschriebene Stelle war wie geschaffen für mich. Neue fachliche Herausforderungen riefen. Tannhäuser & Weberknecht war dafür bekannt, die Wünsche der anspruchsvollsten Kunden zufrieden zu stellen. Ein seltenes Maß an Selbständigkeit und Kreativität sollte dazu beitragen, die Gesellschaft als Markführer weiterhin in der Branche dominieren zu lassen. Doch, als hätte ich es vorher bereits geahnt, kam alles ganz anders. Denn als die Tür zum ersten Vorstellungsgespräch hinter mir ins Schloss fiel, wurde mir mit den Sorgenfalten einer bemühten Miene (zumindest glaubte ich dies zu beobachten) von Tannhäuser persönlich ziemlich schnell der Pferdefuß seiner eigentlichen Absicht aufgetischt: „Hören Sie, es liegt mir nicht, lange um den heißen Brei herum zu reden. Ehrlich gesagt, so wie ich Sie einschätze, sind Sie auch keiner, der gern Zeit verliert.“ Ich schwieg. Meine Freude auf neue Anerkennungen wurde jäh ausgebremst wie ein Zuggaul von der eisernen Trense. Warum sagte er das? Mir schwante Ungemütliches, Verwerfliches. „Ich will lieber Zeit verlieren“, blitzte es durch meine Gedanken, und vor allem … erst einmal in Ruhe meinen Kaffee trinken. Tannhäuser sog hörbar Luft ein. Kurz zeigte er dabei seine schönen gepflegten Zähne. „Ich weiß nicht, wie ich es Ihnen erklären soll.“ „Nun, dann versuchen Sie es einfach“, rutschte es mir heraus.

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