Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Insgesamt ein empfehlenswertes Buch!, 18. Februar 2006
Dieser mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Roman hat sich im Sturm die Herzen von Millionen amerikanischer und nun auch deutscher Leser erobert. Die aus Alabama gebürtige junge Harper Lee ist damit über Nacht weltberühmt geworden. Fremdsprachige Ausgaben ihres Buches erschienen in fast allen Kultursprachen. Der Film, in dem Gregory Peck den Rechtsanwalt Atticus Fink spielt, wurde auch in Deutschland gezeigt. Der Roman führt uns in eine Welt, die uns durch Tom Sawyer und Huckleberry Finn vertraut ist. Wie Mark Twain beschwört Harper Lee den grünen Zauber und die versponnene Poesie eine Kindheit im tiefen Süden der Vereinigten Staaten. Das Mädchen Scout und ihr Bruder Jem, die Kinder des Kleinstadt-Anwaltes Atticus Fink, wachsen in der heilen Welt väterlicher Obhut und Liebe auf und unter dem strengen Regiment der schwarzen Calpurnia. Wir sind in der Zeit unschuldiger Spiele versetzt, übermütiger Schul- und Ferienabenteuer, aber auch erster schmerzlicher Berührungen mit dem rätselvollen Dasein der Erwachsenen: Ist in jenem düsteren Nachbarhaus der schlimme Boo Radley wirklich von seinem Vater seit Jahren ans Bett gefesselt? Oder ist es gar Boo Radley, der ins alte Baumversteck für Scout und Jem Geschenke legt? Warum ist es denn Sünde, wenn Maudie Atkinson den „Engelsatem“ ihrer Blumen liebt? Und wieso verdammen die Fußwaschenden Baptisten „alles, was Freude macht“? Weshalb ist Vater Atticus der Schandfleck der Familie, weil er einen Neger verteidigt? Sind denn nicht alle Menschen gleich? Langsam dringt ahnungsvolle Furcht in dieses Reich der Kindheit, und Vater Atticus hat alle Mühe, Scout und Jem durch Spannungen und Zwiespälte, in die sie eine puritanisch engstirnige Umwelt stürzt, hindurchzuführen und ihren Glauben an den Menschen zu retten. Aber auch er selbst, der sie den Respekt vor fremdem Leben gelehrt hat, muss seine Prüfung bestehen: Obwohl Recht und Menschlichkeit auf seiner Seite sind, kann er den Justizmord an dem Neger Tom, der sich an einer Weißen vergangen haben soll, nicht verhindern, und in dieser Niederlage muss er noch um die Achtung seiner Kinder bangen. Die Geschwister wachsen an diesen tragischen Konflikten zu tolerant denkenden und nur ihrem Gewissen verpflichteten Menschen heran. Harper Lee hat hier nicht nur einen durch menschliche Güte und stillen Humor gewinnenden Roman geschrieben, sondern ein gültiges Werk der Literatur von hohem erzieherischem Wert geschaffen!
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25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
This book is a love song..., 22. April 2005
"Wer die Nachtigall stört", die einzige Buchveröffentlichung der heute zurückgezogenen Autorin Harper Lee, ist mehr als nur ein klassisches "One Book Wonder", es ist eines der eindrucksvollsten Werke der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In diesem hinreißend erzählten Panoptikum einer Kindheit im tiefen Süden der USA erleben wir die Welt der sechsjährigen Jean Louise "Scout" Finch, die zusammen mit ihrem Bruder Jem und ihrem verwitweten Vater Atticus Finch in der Kleinstadt Monroeville heranwächst: Sie findet Freunde wie den zugereisten Dill Harris, fürchtet sich vor der bösartigen, zänkischen Nachbarin Mrs.Dubose, und muß doch gerade von ihr eine Lektion über wahre innere Stärke lernen, hat Streitereien mit ihrem pubertiierenden Bruder, entdeckt die zarte Seite hinter der strengen Haushälterin Calpurnia, und findet schließlich heraus daß sie und Jem einen unbekannten Freund haben, der ihnen heimlich Geschenke macht. Und über allem schwebt das Schreckgespenst ihrer Kindheit - Boo Radley, ein Nachbar den Scout nie gesehen hat - für sie der sprichwörtliche schwarze Mann. Als Scout in die Schule kommt und ihr Vater die Verteidigung eines der Vergewaltigung angeklagten Farbigen übernimmt, zerbricht die heile Welt der Kinder: Hass, Vorurteile und Agression brechen sich in der Kleinstadt Bahn, aber Atticus versucht verzweifelt seine Kinder durch die schwere Zeit zu bringen, sie zu verantwortungsvollen, tolerant denkenden Menschen zu erziehen. Erst spät versteht Scout die tiefe Vaterliebe dieses scheuen Mannes, der allein gegen eine ganze Stadt, ja ein Gesellschaftssystem aufsteht....und am Ende des Romans begegnet Scout zum ersten Mal in ihrem Leben der wahren "Nachtigall" dieses Buches - Boo Radley...Harper Lee haucht dem stark autibiographisch gefärbten Roman mit begnadeter Erzählkunst Leben ein. Ein stiller, menschlicher Humor durchzieht diie feinsinnig gesponnen Fäden der Handlung ebenso wie ein Höchstmaß an Authenzität und echte Weisheit. Nicht eine einzige klischeehafte Figur bevölkert das dramatis personae, alle Charaktere sind dreidimensional, lebendig, vielschichtig und so voller Saft und Kraft als habe man sie gerade erst getroffen. Unaufdringlich schleicht sich dabei die Gesellschaftskritik der Autorin in das Denken des Lesers, sie entblößt die Unmenschlichkeit und Dummheit einer Gesellschaft die auf Rassismus, Sexismus und Klassendenken fixiert ist, durch den unbarmerzigen Blick aus den Augen eines unschuldigen Kindes. Aber ihr Roman ist mehr als das: Es ist eine berührende und oft atembaurebende Studie des schmerzhaften, bittersüßen Prozesses des Erwachsen - Werdens, ein Gemälde von der Hand einer Meisterin. Die Schlußpassage von "wer die Nachtigall stört" schließlich erhebt sich über bloße sprachliche Gestaltungskraft - sie ist Musik, pure Musik von hoher poetischer Kraft, Prosa wie sie in der US - Literatur nahezu ohne Beispiel ist. Ich kann mich nur der Meinung von Romancier Truman Capote anschließen, der schließlich - ein Jugendfreund Harper Lees - in der Figur des Dill verewigt ist: "Someone rare has written this very fine novel - a writer with the livliest sense of Life and the warmest most authentic humour. A touching book and so fuunny, so likeable" Oder wie es Harry Rohwolt einst formulierte: Dieses Buch hat es verdient unsterblich zu werden.
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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein besonderes Buch: es wirkt glaubhaft., 12. Oktober 2004
Scout, die Ich- Erzählerin, Jem, ihr Bruder und Dill, der Junge, der immer seine Ferien in Maycomb County verleben muss, wollen Boo Radley zu Gesicht bekommen. Das ist der Sohn des Radley-Ehepaares, der seit Jahren das Haus nicht verlässt. Dieses gespentische Anwesen erweckt die Furcht und die Neugier der Kinder. Wie kann man ihn herauslocken? Dabei soll doch das Grundstück vergiftet sein. In einem Astloch finden sie Kaugummi und seltsame Figürchen, wer versteckt sie dort? Gleichzeitig ist der Vater von Scout und Jem in einen Prozess verwickelt. Es geht genau genommen um Inzest, der inzestuöse Vater jedoch beschuldigt einen Schwarzen, sich an seiner Tochter vergangen zu haben. Dieser Schwarze hat jedoch einen kaputten und gelähmten Arm, er kann es nicht gewesen sein. Atticus verteidigt beherzt den Schwarzen und zieht sich den Zorn von Bob Ewell, dem Asozialen des Dorfes und Ankläger zu. Aber können die Geschworenen tatsächlich einen Schwarzen für unschuldig erklären? Bob Ewell wird vor Gericht lächerlich gemacht und schwört Rache.... Jeder dieser Handlunsstränge wird fortgeführt wie ein Arm des nahegelegenen Mississippi und fliesst doch wieder in den grossen Strom zurück. Die Gefühlswelt des 9 jährigen Mädchen ist darüber hinaus so zauberhaft und glaubhaft geschildert, eine echte Rose im Knopfloch eines Buches, für das ich dankbar bin. Ohne aufdringlich zu sein belehrt es den Leser sanft darüber, was Zivilcourage bedeutet, was Toleranz ist, was es heißt, mutig zu sein. Ich bin froh, dieses Werk entdeckt und gelesen zu haben, einen Pfeiler der Literatur des amerikanischen Südens. Immerhin ein Lichtblick bei den Top 50 von "DAS GROSSE LESEN"...
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