Pressestimmen
"Precht hat aus seiner philosophischen Lebenshilfe ein ordentliches Hörbuch gemacht, das die besten Passagen seines Buches gekonnt aneinandermontiert, ohne dem Hörer dabei das Gefühl zu geben, etwas zu verpassen." (Titel Magazin )
„Caroline Mart ist mit Precht verheiratet und liest mit einem Schalk in der Stimme – Bodo Primus ist dazu eine wunderbare Ergänzung.“ (hr1 "Kostbar Hörbuch" )
"Von der Neurologie über die Psychologie führt uns Precht zu den großen Fragen des Lebens - klug, witzig, auf neuestem wissenschaftlichen Stand." (Für Sie )
„Caroline Mart ist mit Precht verheiratet und liest mit einem Schalk in der Stimme – Bodo Primus ist dazu eine wunderbare Ergänzung.“ (hr1 "Kostbar Hörbuch" )
"Von der Neurologie über die Psychologie führt uns Precht zu den großen Fragen des Lebens - klug, witzig, auf neuestem wissenschaftlichen Stand." (Für Sie )
Kurzbeschreibung
„Fragen zu stellen ist eine Fähigkeit, die man nie verlernen sollte.“ (Richard David Precht)
In seiner faszinierenden Reise in die Welt der Philosophie führt Richard David Precht mit Hilfe naturwissenschaftlicher Erkenntnisse kompetent und unterhaltsam an die großen Fragen des Lebens heran. Was ist Wahrheit? Woher weiß ich, wer ich bin? Warum soll ich gut sein? Eine Einladung, lustvoll und spielerisch über das Leben und seine Möglichkeiten nachzudenken!
In seiner faszinierenden Reise in die Welt der Philosophie führt Richard David Precht mit Hilfe naturwissenschaftlicher Erkenntnisse kompetent und unterhaltsam an die großen Fragen des Lebens heran. Was ist Wahrheit? Woher weiß ich, wer ich bin? Warum soll ich gut sein? Eine Einladung, lustvoll und spielerisch über das Leben und seine Möglichkeiten nachzudenken!
Klappentext
"Dieses Buch ist unverzichtbar."
Elke Heidenreich
Elke Heidenreich
"Precht hat aus seiner philosophischen Lebenshilfe ein ordentliches Hörbuch gemacht, das die besten Passagen seines Buches gekonnt aneinandermontiert, ohne dem Hörer dabei das Gefühl zu geben, etwas zu verpassen."
Titel Magazin
"Caroline Mart ist mit Precht verheiratet und liest mit einem Schalk in der Stimme - Bodo Primus ist dazu eine wunderbare Ergänzung."
hr1 "Kostbar Hörbuch"
Über den Autor
Richard David Precht, Philosoph, Publizist und Autor, wurde 1964 in Solingen geboren. Er promovierte 1994 an der Universität Köln und arbeitet seitdem für nahezu alle großen deutschen Zeitungen und Sendeanstalten. Precht war Fellow bei der "Chicago Tribune". Im Jahr 2000 wurde er mit dem Publizistikpreis für Biomedizin ausgezeichnet. Er schrieb Romane und Sachbücher. Mit seinem Philosophiebuch "Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?", das seit Jahren auf der Sachbuch-Bestsellerliste steht, begeisterte er Leser wie Kritiker. Auch seine Bücher "Liebe. Ein unordentliches Gefühl" und "Die Kunst, kein Egoist zu sein" waren große Bestsellererfolge. Seit Mai 2011 ist Precht Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg. Richard David Precht lebt in Köln und Luxemburg.
Caroline Mart ist stellvertretende Chefredakteurin von RTL Télé Letzebuerg in Luxemburg. 15 Jahre Anchorwomen des Senders und langjährige Leiterin des Kulturressorts, moderiert sie heute die gesellschaftspolitische Talk-Sendung "Kloertext"
Als Hörspiel- und Feature-Sprecher wurde Schauspieler Bodo Primus bekannt. Im Radio tritt er u.a. neben Peer Augustinski in der Hörspielserie „Der letzte Detektiv" von M. Koser auf. Für die Lesung von „Der Nazi & der Friseur“ erhielt er den Deutschen Hörbuchpreis.
Caroline Mart ist stellvertretende Chefredakteurin von RTL Télé Letzebuerg in Luxemburg. 15 Jahre Anchorwomen des Senders und langjährige Leiterin des Kulturressorts, moderiert sie heute die gesellschaftspolitische Talk-Sendung "Kloertext"
Als Hörspiel- und Feature-Sprecher wurde Schauspieler Bodo Primus bekannt. Im Radio tritt er u.a. neben Peer Augustinski in der Hörspielserie „Der letzte Detektiv" von M. Koser auf. Für die Lesung von „Der Nazi & der Friseur“ erhielt er den Deutschen Hörbuchpreis.
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Die griechische Insel Naxos ist die größte Insel der Kykladen im Ägäischen Meer. In der Mitte der Insel steigt die Bergkette des Zas bis auf tausend Meter an, und auf den würzig duftenden Feldern grasen Ziegen und Schafe, wachsen Wein und Gemüse. Noch in den 1980er Jahren besaß Naxos einen legendären Strand bei Agia Ana, kilometerlange Sanddünen, in denen nur wenige Touristen sich Bambushütten geflochten hatten und ihre Zeit damit verbrachten, träge im Schatten herumzudösen. Im Sommer 1985 lagen unter einem Felsvorsprung zwei junge, gerade 20-jährige Männer. Der eine hieß Jürgen und kam aus Düsseldorf; der andere war ich. Wir hatten uns erst vor wenigen Tagen am Strand kennen gelernt und diskutierten über ein Buch, das ich aus der Bibliothek meines Vaters mit in den Urlaub genommen hatte: ein inzwischen arg ramponiertes Taschenbuch, von der Sonne ausgebleicht, mit einem griechischen Tempel auf dem Umschlag und zwei Männern in griechischem Gewand. Platon: Sokrates im Gespräch.Die Atmosphäre, in der wir unsere bescheidenen Gedanken leidenschaftlich austauschten, brannte sich mir so tief ein wie die Sonne auf der Haut. Abends, bei Käse, Wein und Melonen, sonderten wir uns ein wenig von den anderen ab und diskutierten weiter unsere Vorstellungen. Vor allem die Verteidigungsrede, die Sokrates laut Platon gehalten haben soll, als man ihn wegen des Verderbens der Jugend zum Tode verurteilte, beschäftigte uns sehr.Mir nahm sie - für einige Zeit - die Angst vor dem Tod, ein Thema, das mich zutiefst beunruhigte; Jürgen war weniger überzeugt.Jürgens Gesicht ist mir entfallen. Ich habe ihn nie wieder getroffen, auf der Straße würde ich ihn heute sicher nicht erkennen. Und der Strand von Agia Ana, an den ich nicht zurückgekehrt bin, ist laut zuverlässiger Quelle heute ein Touristen-Paradies mit Hotels, Zäunen, Sonnenschirmen und gebührenpflichtigen Liegestühlen. Ganze Passagen aus der Apologie des Sokrates in meinem Kopf dagegen sind mir geblieben und begleiten mich gewiss bis ins Altenpflegeheim; mal sehen, ob sie dann immer noch die Kraft haben, mich zu beruhigen.Das leidenschaftliche Interesse für Philosophie habe ich nicht mehr verloren. Es lebt fort seit den Tagen von Agia Ana. Aus Naxos zurückgekehrt, leistete ich zunächst einen unerquicklichen Zivildienst ab. Es war gerade eine sehr moralische Zeit, Nato-Doppelbeschluss und Friedensbewegung erhitzten die Gemüter, dazu Abenteuerlichkeiten wie US-amerikanische Planspiele über einen begrenzten Atomkrieg in Europa, die man sich ohne Kopfschütteln heute kaum noch vorstellen mag. Mein Zivildienst als Gemeindehelfer freilich regte nicht zu kühnen Gedanken an; seit ich die evangelische Kirche von innen gesehen habe, mag ich den Katholizismus. Was blieb, war die Suche nach dem richtigen Leben und nach überzeugenden Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Ich beschloss, Philosophie zu studieren.Das Studium in Köln begann allerdings mit einer Enttäuschung. Bislang hatte ich mir Philosophen als spannende Persönlichkeiten vorgestellt, die so aufregend und konsequent lebten, wie sie dachten. Faszinierende Menschen wie Theodor W. Adorno, Ernst Bloch oder Jean-Paul Sartre. Doch die Vision von einer Einheit aus kühnen Gedanken und einem kühnen Leben verflüchtigte sich beim Anblick meiner zukünftigen Lehrer sofort: langweilige ältere Herren in braunen oder blauen Busfahreranzügen. Ich dachte an den Dichter Robert Musil, der sich darüber gewundert hatte, dass die modernen und fortschrittlichen Ingenieure der Kaiserzeit, die neue Welten zu Lande, zu Wasser und in der Luft eroberten, gleichzeitig so altmodische Zwirbelbärte, Westen und Taschenuhren trugen. Ebenso, schien es mir, wendeten die Kölner Philosophen ihre innere geistige Freiheit nicht auf ihr Leben an. Immerhin brachte mir einer von ihnen schließlich doch das Denken bei. Er lehrte mich, nach dem »Warum« zu fragen und sich nicht mit schnellen Antworten zu begnügen. Und er paukte mir ein, dass meine Gedankengänge und Argumentationen lückenlos sein sollten, so dass jeder einzelne Schritt möglichst streng auf dem anderen aufbaut.Ich verbrachte wunderbare Studienjahre. In meiner Erinnerung vermischen sie sich zu einer einzigen Abfolge aus spannender Lektüre, spontanem Kochen, Tischgesprächen beim Nudelessen, schlechtem Rotwein, wilden Diskussionen im Seminar und endlosen Kafteerunden in der Mensa mit Bewährungsproben unserer philosophischen Lektüre: über Erkenntnis und Irrtum, das richtige Leben, über Fußball und natürlich darüber, warum Mann und Frau - wie Loriot meinte - nicht zusammenpassen. Das Schöne an der Philosophie ist, dass sie kein Fach ist, das man je zu Ende studiert. Genau genommen, ist sie noch nicht einmal ein Fach. Naheliegend wäre es deshalb gewesen, an der Universität zu bleiben. Aber das Leben, das meine Professoren führten, erschien mir, wie gesagt, erschreckend reizlos. Zudem bedrückte mich, wie wirkungslos die Hochschulphilosophie war. Die Aufsätze und Bücher wurden lediglich von Kollegen gelesen, und das zumeist nur, um sich davon abzugrenzen. Auch die Symposien und Kongresse, die ich als Doktorand besuchte, desillusionierten mich restlos über den Verständigungswillen ihrer Teilnehmer.Allein die Fragen und die Bücher begleiteten mich weiter durch mein Leben. Vor einem Jahr fiel mir auf, dass es nur sehr wenige befriedigende Einführungen in die Philosophie gibt. Natürlich existieren viele mehr oder weniger witzige Bücher, die von Logeleien und Kniffen des Denkens handeln, aber die meine ich nicht. Auch nicht die klugen nützlichen Bücher, die das Leben und Wirken ausgewählter Philosophen beschreiben oder in ihre Werke einführen. Ich vermisse das systematische Interesse an den großen übergreifenden Fragen. Was sich als systematische Einführung ausgibt, präsentiert zumeist eine Abfolge von Denkströmungen und -ismen, die mir oft zu sehr historisch interessiert sind oder die zu sperrig sind und zu trocken geschrieben.Der Grund für diese unkulinarische Lektüre liegt nahe: Universitäten fördern nicht unbedingt den eigenen Stil. Noch immer wird in der akademischen Lehre meist mehr Wert auf exakte Wiedergabe gelegt als auf die intellektuelle Kreativität der Studenten. Besonders störend an der Vorstellung von der Philosophie als einem »Fach« sind dabei ihre ganz unnatürlichen Abgrenzungen. Während meine Professoren das menschliche Bewusstsein anhand der Theorien von Kant und Hegel erklärten, machten ihre Kollegen von der medizinischen Fakultät, nur achthundert Meter entfernt, die aufschlussreichsten Versuche mit hirngeschädigten Patienten. Achthundert Meter Raum in einer Universität sind sehr viel. Denn die Professoren lebten auf zwei völlig verschiedenen Planeten und kannten nicht einmal die Namen ihrer Kollegen.Wie passen die philosophischen, die psychologischen und die neurobiologischen Erkenntnisse über das Bewusstsein zusammen? Stehen sie sich im Weg, oder ergänzen sie sich? Gibt es ein »Ich«? Was sind Gefühle?
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe:
Broschiert
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