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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
994 von 1.069 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spielerisch...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich - und wenn ja wie viele? Eine philosophische Reise (Broschiert)
...dieses in der Buchbeschreibung auf dem Umschlag mehrfach auftauchende Wort beschreibt Richard David Prechts "Wer bin ich? und wenn ja, wie viele? Eine philosophische Reise" in meinen Augen soweit treffend.Ich habe mir das Buch, weil es eingeschweißt war, einfach mal auf gut Glück gekauft und bekam einiges zu lesen. Precht möchte mit seinem Buch einen Einblick geben, einen Einblick in die großen philosophischen Fragen des Mensch-Seins, verknüpft mit Ergebnissen und Sachverhalten aus Psychologie und Biologie - demnach ist das Buch also der Versuch, den Leser auf eine einleitende vielperspektivische Reise mitzunehmen, wo alles miteinander zusammenhängt. Rein strukturell hangelt der Autor sich an den berühmten kantischen Fragen "Was kann ich wissen?", "Was soll ich tun?" und "Was darf ich hoffen?" entlang und reißt dabei die unterschiedlichsten Themen an, wie z.B. Kapitel 1: Was kann ich wissen? - Was ist Wahrheit? - Wie funktioniert mein Gehirn? - Wer ist "Ich"? - Was sind Gefühle? Kapitel 2: Was soll ich tun? - Warum soll ich gut sein? - Kann ich wollen, was ich will? - Ist Abtreibung moralisch? - Warum sollen wir die Natur schützen? Kapitel 3: Was darf ich hoffen? - Gibt es Gott? - Was ist Liebe? - Was ist Freiheit? - Hat das Leben einen Sinn? Auffallend ist die Breite der angelegten Fragen - der Autor verknüpft philosphische Überlegungen mit Biologie und Psychologie, ist bemüht um das vernetzte Denken und Fragen stellen. Innerhalb der jeweiligen Kapitel stellt Precht verschiedene Aspekte der jeweiligen Disziplinen vor (beispielsweise Kants kategorischen Imperativ, Descartes "cogito ergo sum", Die Experimente Libets), wägt sie ab und entfaltet zum Ende hin eine Art Standpunkt, von dem aus er geschickt zum nächsten Kapitelthema überleitet. Das Ganze erfolgt auf eine irgendwo spielrisch wie leichte Art und Weise und macht das Buch amüsant lesbar. Vor allem entfaltet dieses durch diese spielrische Herangehensweise seinen eigenen Charme, der es sowohl für Einsteiger in die Philosophie aber auch für mehr bewandelte Leute interessant macht: Der Einsteiger findet eine Menge an Informationen, Gedanken und Fragen vor und wird so auf ganz leichte Weise zum Nach- und Weiterdenken ermuntert. Dennoch kann ein wenig Zeit lassen beim Lesen nicht schaden - die Informationsmenge ist sehr hoch und das Sortieren derselben kann, gerade wenn zum Ende hin die Querverbindungen häufiger werden, dazu führen, dass das Behalten des Überblicks gefährdert sein könnte. Dem etwas mehr bewandelte Leser kann es Freude bereiten, zu sehen, welche Verknüpfungen Precht herstellt. Sicherlich wird er fachlich nicht allzu viel Neues erfahren, wenn überhaupt, und es mag sich bei manchen Verknüpfungen im Detail Zweifel oder gar Widerspruchsgeist regen - dies ist dem Autor durchaus bewusst - aber kombiniert mit den entfalteten Standpunkten kann man das Werk spielerisch wie ernster als (Neu)Ausgangspunkt zur Selbstreflexion eigener Standpunkte und Anregung von Gedanken betrachten, wo dann mE auch über das Buch hinausweisendes miteinbezogen werden kann - kurzum: ein interessantes und Freude bereitendes Buch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
282 von 307 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Über das Buch und die scharfen Kritiker des Buches ...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich - und wenn ja wie viele? Eine philosophische Reise (Broschiert)
Ich habe nicht nur das Buch gelesen, sondern auch einige der dazu veröffentlichten Kritiken, insbesondere die in der "FAZ" und der "SZ".Da diese Kritiken ziemlich abwertend ausfielen, möchte ich vorwegbemerken, dass ein Buch wie jedes Ding nur im Hinblick auf den jeweiligen Zweck gut sein kann. Es ist natürlich sehr einfach, bestimmte Anforderungen und Erwartungen an etwas zu richten, für das dieses Etwas nicht geschaffen wurde, um dann mehr oder weniger enttäuscht über die festgestellten Unzulänglichkeiten zu referieren. Genau das machen die Kritiker des Autors, wenn sie ihm mangelnde wissenschaftliche Präzision oder gar mangelnde inhaltliche Originalität vorhalten. Richard David Pechts Buch ist ein allgemein verständlich und zugleich multiperspektivisch konzipiertes Werk. Neben der Philosophie werden auch Wissensgebiete der Biologie, Psychologie und die Neurowissenschaften auf der Suche nach unserem Verständnis vom Ich besichtigt. Es gehört dabei jedoch gerade zu den Stärken des Autors, dass er Überblick vermitteln will und sich nicht auf eine ganz bestimmte Sichtweise oder Theorie im Sinne der absoluten Richtigkeit festlegen möchte. Der Dualismus von Geist und Materie etwa, als mögliche Kategorien zur Beschreibung des Menschen bleibt offen. Mir erscheint der Autor in diesem Werk wie eine Art Reiseleiter im Hubschrauberrundflug über eine riesige und insgesamt verwirrend komplex gebaute Stadt aus den verschiedenen Wissensgebieten. Ihm dabei nun am Ende eine gewisse Oberflächlichkeit im Hinblick auf einzelne Monumente dieser Stadt vorzuwerfen - etwa zur Theorie der Liebe - scheint mir zu einfach. Solche Kritik verkennt den Zweck eines solchen Rundfluges und ist besonders dann unangebracht, wenn man persönlich bereits ein guter Kenner dieses oder jenes einzelnen Gebäudes in dieser Stadt ist, das der Reiseleiter nun mit ein paar knappen Sätzen abzutun scheint, um den Blick seiner Gäste im nächsten Augenblick schon auf diese oder jene andere Denkwürdigkeit der Stadt zu lenken. Ich persönlich finde empfinde das Anregende und Qualitätvolle dieses Buches also weniger im Hinblick auf bestimmte Einzelaspekte, als vielmehr in der rasanten Abfolge, mit der uns die verschiedenen Zusammenhänge präsentiert werden und betrachte den Durch- oder Überflug auch deshalb nicht als unbefriedigend, weil dieses Buch - trotz eines anekdotischen Seitenhiebes auf die akademische Lehre "in braunen Busfahreranzügen" - insgesamt mit gewisser Bescheidenheit auftritt, insbesondere ohne Vollständigkeits- oder Letztgültigkeitsanspruch argumentiert. Unsere Bibliotheken und Buchhandlungen sind gut gefüllt mit speziellen Reiseführern zu bestimmten Wissensgebieten, und es bleibt somit jedem Leser überlassen, sich nach der Lektüre von Precht noch mit Luhmann, Kant oder Maturana näher zu befassen. Ein sehr ausführliches Literaturverzeichnis findet sich dazu im Anhang des Werkes. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
233 von 257 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die wirklich interessanten Dinge des Lebens,
Von
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich - und wenn ja wie viele? Eine philosophische Reise (Broschiert)
Schon am Titel merkt man, dass es sich hierbei um ein unterhaltsames, ein anderes Buch handelt. Ein Buch, dass einem das Hirn ein wenig verdreht. Und das ist wirklich so. Das Buch ist eine philosophische Reise und streift einige wirklich interessante Fragen: Was ist Wahrheit? Was ist Sprache? Gibt es Gott? Darf man Tiere essen? Brauchen wir Eigentum?... um nur einmal ein paar zu nennen. Das Tolle ist, dass Precht niemals belehrt, sondern vielmehr zum Denken anregt. Dazu vertritt er sehr oft verschiedene Sichtweisen argumentativ so gut, dass man erst der einen, dann der anderen lauthals zustimmen möchte, um am Ende eines Kapitels wirklich ins Grübeln zu kommen. Ganz nebenbei erfährt man auch sehr viel über die großen Philosophen. Die werden aber - anders als in anderen Philosophie-Büchern - nur am Rande erwähnt, etwa, wenn ihr Denken zu einer der Fragen, die Precht stellt, passt. Außerdem werden die Philosophie-Stars sehr menschlich dargestellt, manchmal erinnert das ein wenig an die philosophische Hintertreppe.Alles in allem: Eine wunderbare Lektüre für zwischendurch, wenn man sich mal wieder um die wichtigen Dinge im Leben scheren möchte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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