Wer von Chaz Brenchley's Roman "Wer Zuflucht sucht" einen reinen Krimi erwartet, der wird enttäuscht werden, obwohl der Klappentext auch mich zu dieser Annahme verleitet hat :
Der 19jährige Rowan Coffey stammt aus einem abgelegenen Tal in Nordengland und er ist einer der wenigen Provinzler, der es bis an die Universität von Cambridge geschafft hat. Als dort jedoch sein Freund Simon ermordet wird, fällt der Verdacht auf ihn und Rowan der kein Alibi hat, flieht nach wochenlangen Verhören in die alte Heimat. Er sucht Zuflucht im Haus seiner Mutter, aber auch dort ist nichts wie es einmal war ...
Schon nach wenigen Kapiteln wird dem Leser klar, das er hier keineswegs einen Krimi im üblichen Sinn zu erwarten hat. Vielmehr offenbart sich eine tiefschichtige Story, gewoben wie ein dichtes Spinnennetz, aber mit zu vielen losen Fäden, um den Protagonisten eindeutig einschätzen zu können. Im Umgang mit seiner Mutter und seiner fast doppelt so alten Freundin Juliet, die noch dazu seine ehemalige Lehrerin ist, erscheint einem Rowan als das verletzliche Opfer der Polizeiwillkür.
Dann aber geschehen wieder Dinge, die einen alles aus einer gänzlich anderen Perspektive betrachten lassen und die Story erhält dadurch einen völlig anderen Sinn ...
Wie gesagt, die Krimihandlung spielt nur eine winzige Nebenrolle, obwohl am Ende die Aufklärung so schlüssig ist und einem das ganze Geschehen vollkommen logisch erscheint.
Die Hinweise darauf sind nur so völlig unscheinbar und nebensächlich wichtig, das man einfach nicht darauf kommt, um was es wirklich geht !
Und gerade dieser überraschende Schluß hat dieses Buch für mich zu einen echten Lesegenuß gemacht, wenn auch sozusagen, erst nachträglich !
Aber bitte: Nicht vorblättern und den Schluß zuerst lesen ;-)