Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Endlich ein neuer Borowiak !!!, 18. September 2007
Allzuviel konnte ich mit dem Umschlagtext nicht anfangen und verließ mich auf den Namen "Borowiak"- denn "Frau Rettich..." und "Pawlows Kinder"
fand ich vor vielen Jahren großartig.Ich wurde keineswegs enttäuscht!
Gut, dass ich aus Zeitmangel nicht so schnell lesen konnte, denn sonst hätte ich diesen wunderbaren Stil nicht so genießen können. Zwischen Kaputtlachen und Kloß im Hals war alles dabei- so böse und sensibel schreibt kaum jemand. Der Erzähler teilt zwar schön aus, aber schont sich selber nicht. Ich bin drauf und dran" Pawlows Kinder nochmal zu lesen und herauszufinden ,ob hier auch Cromwells Geschichte weitergeschrieben wurde. Immer wieder dachte ich beim Lesen, dass er weiß wovon er schreibt...Es ist mein Lieblingsbuch dieses Genres(kann ich nicht mit Potter oder Krimi vergleichen ) für dieses Jahr und ich wünsch ihm ganz viele Leser !!!
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mehr Borowiak, bitte!, 4. Oktober 2007
Soviel vorweg: es steht zu vermuten, dass es Leser gibt, die sich noch während oder aber spätestens nach der Lektüre von Wer Wem Wen fragen könnten Was Wie Wo. Die Bedauernswerten. Die würden dem Buch wahrscheinlich vorwerfen, dass es mal geradeaus geht, dann plötzlich um die Ecke, dann einen verschneiten Hang runter kobolzt und schließlich, überraschend, sich in eine klamme Klamm stürzt. Und dort ein höchst verstörendes Ende findet. Naja, und dass es ziemlich kurz ist. Was fast alles stimmt.
Wer aber nicht immer Literatur mit dem Germanisten-Geigerzähler auf Kontaminierungsspuren durch hell strahlendes Überraschungsmaterial untersucht; wem Bücher mit vermindertem Klagenfurz-Faktor gerade recht sind; wen es nicht stört, dass einerseits manche Figuren vielfächrig, mehrdimensional und für so eine knappe Novelle - erstaunlich tief strukturiert sind, während andere genauso entschieden eindimensional bleiben, wie wir das aus dem richtigen Leben nur allzu schmerzhaft kennen, der soll sich das Buch halt einfach kaufen.
Borowiak hat ja schon mit seinem Alk bewiesen, dass er Fachbücher schreiben kann, die zum Schreien komisch und zum Weinen präzise zugleich sind. Und jetzt macht er das halt einfach mal in relativ kurzer Prosa. Und das ist beim Lesen so, als wenn man einem sprachlichen Schnelljongleur zuschaut. Einer der schreibend Nitroglyzerin befüllten, explosionsgeneigten Sachen die Schwerkraft abgewöhnt - während er auf einem Bein auf einem Pferd steht, das auf zwei Vorderläufen Schlittschuh fährt. Jede Menge Gelegenheiten peinlich schmerzhaft und krachend auf die Fresse zu fliegen. Die aber immer so perfekt komisch umtänzelt und umschlängelt werden, das einem die Ohren flattern.
Und wenn man zum höchst irritierenden Ende von Borowiak in eine literarische Achter- und Geisterbahn gesetzt wird, dann entwickelt das Büchlein eine frappierende Energie. Da bläst es einen dann mit so erheblicher Kraft an, dass einem die gesträubten Haare und ein paar darunter liegende Gehirnwindungen ordentlich verwuschelt werden. Viele unserer gespreizten Klage- und Jammerschreiber könnten sich bei Borowiak sehr viel abgucken, diese ziselierten Langweiler. Tun sie leider nicht, sonst wäre unser Lesematerial um ein Erhebliches lesbarer. Naja, und saukomisch dann auch noch. Gottbehüte.
Wenn die virtuellen wie die realen Deutschlehrer jetzt auch wimmern mögen: das hier ist gegenwärtige Literatur vom Feinsten.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Sensibel, doch ereignisarm, 18. Februar 2008
Der Ich-Erzähler, ein neurotischer Verlierer mit umfangreicher Psychiatrie-Erfahrung, wird von seinem Freund Cromwell auf einen Kurzurlaub in eine Skihütte mitgeschleppt. Mit von der Partie sind dessen neue Freundin, die vierzehn Jahre jüngere Alexandra, sowie deren Kusine Susi mit Mann, dem Paartherapeuten Wido. Später kommt noch die lebenskluge, zynische Heike dazu, in die Wido mal verliebt war, und die gerade von Dauerfreund Gregor, von Wido immer bewundert, verlassen wurde. Launig wird zunächst die zum Teil gemeinsame Vergangenheit aufgerollt. Hinter dem, was sich lange wie ein recht normales Beziehungs-Ringelreihe anlässt, tritt jedoch im letzten Achtel auf einmal eine homosexuelle Dimension hervor und ein Todesfall gibt der Erzählung zum Ende doch noch Brisanz.
Auf 183 großzügig gedruckten Seiten fragt man sich lange, wo die leicht neurotischen Innenansichten und Psychiatrie-Rückblicke des Helden münden. Simon Borowiak schreibt und erzählt gut bis sehr gut, an manchen Stellen toll, aber insgesamt nicht überragend. Den allseits gelobten Humor habe ich nur selten entdeckt, der Duktus ist für mich eher melancholisch bis beklemmend, mehr klug und sensibel denn sprachgewaltig, wie es bei anderen heißt. Sicher kein schlechtes Buch, aber mir über weite Strecken zu ereignisarm.
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