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Wer die Vergangenheit stiehlt.
 
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Wer die Vergangenheit stiehlt. [Broschiert]

Tony Hillerman
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 219 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: Neuausg. (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499432684
  • ISBN-13: 978-3499432682
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,6 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 673.611 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Dr. Eleanor Friedman-Bernal ist drauf und dran, ein altes Rätsel der Anthropologie zu lösen. Warum das Volk der Anasazi, das noch vor den Hopis und Navajos die Rocky Mountains besiedelte, damals auf einmal verschwunden ist. Um die letzten Beweise zu sichern, begibt sie sich heimlich ins Ausgrabungsgebiet der Anasazis - und taucht selbst nicht wieder auf. Lieutenant Joe Leaphorn und Officer Jim Chee von der Navajo Tribal Police stellen bei ihren Ermittlungen fest, daß wertvolle Anasazi-Keramiken gestohlen wurden. Die Anthropologin muß den Dieben der Vergangenheit auf die Spur gekommen sein.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Wer die Vergangenheit stiehlt - ein äußerst lesenswerter Roman für Leute, die an folgender originellen Mischung interessiert sind:

Da ist a. die klassische Handlungsstruktur eines Detektivromans, in der der Leser zusammen mit den beiden Protagonisten versucht, das Verschwinden von Dr Eleanor Friedman-Bernal, einer Anthropologin, zu klären.

Da ist b. die ungewöhnliche "Nische", die Tony Hillerman für seine Akteure gefunden hat. Wer die Vergangenheit stiehlt (und die anderen Bände aus dieser Reihe, die lose miteinander verknüpft sind), spielt nicht in irgendeinem amerikanischen Großstadtdschungel, sondern auf der Navajo Reservation in Arizona und New Mexico. Joe Leaphorn und Jim Chee, Polizisten der Navajo Stammespolizei, versuchen den Fall zu lösen und bieten Hillerman dabei die Gelegenheit, den Leser beinahe nebenbei mit der Kultur und Denkweise der Navajos vertraut zu machen.

Und da ist c. die Landschaft der Canyons und bizarren Sandsteinformationen, der ausgetrock-neten Flußbetten und der prähistorischen Fundstätten der Anasazi-Indianer. Dieses setting bildet nicht nur den Hintergrund, sondern sorgt zusammen mit den Akteuren für die einzigartige Atmosphäre, die für Hillerman so typisch ist.

Ein weiteres Plus ist, dass die beiden Protagonisten nicht eindimensionale Detektivfiguren sind, sondern vielschichtig dargestellt sind und mit menschlichen Problemen zu kämpfen haben: Joe Leaphorn, der ältere von den beiden, versucht über den plötzlichen Tod seiner Frau hinwegzukommen, und Jim Chee ist sich über seine Gefühle für Janet Pete, eine junge Navajo Rechtsanwältin, noch nicht im Klaren.

Hillerman gelingt es, den Leser von Anfang an in seinen Bann zu ziehen. Und das Schönste daran: obwohl vom Plot her der whodunit-Aspekt im Vordergrund stehen sollte, ist er (für mich jedenfalls) zweitrangig; das Faszinierende an diesem Roman ist die Atmosphäre, die durch die Charaktere - Navajo-Indianer - und das setting - die Navajo Reservation - erzeugt wird. Viel Spass!

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Von weiser111
Wieder ein raffiniert gestrickter Plot aus Hillermans Feder: Während Jim Chee zunächst nur einen dreist gestohlenen Bagger sucht und zwei ermordete Helfershelfer einer illegalen archäologischen Grabung findet, setzen Joe Leaphorn existentielle Sorgen zu: Nach dem Tod seiner Frau erscheint ihm das Leben sinnlos. Fürs erste ist er beurlaubt, und sein Pensionsgesuch hat er auch schon eingereicht. Da er das Nichtstun aber nicht erträgt, begleitet er einen alten Freund, der einer Vermisstenmeldung nachgeht: Eine Archäologin ist spurlos verschwunden, und außerdem gibt's da noch den alten Fuchs Harrison Houk, der offensichtlich irgendwas wichtiges verschweigt. Der Fall interessiert Leaphorn und interessiert ihn auch wieder nicht, aber da er es zu Hause nicht aushält und die Erinnerungen übermächtig werden, lässt er seinem Jagdinstinkt freien Lauf und geht der Sache nach.
Schließlich begegnen Chee und Leaphorn einander ausgerechnet im Missionszelt eines indianischen Erweckungspredigers -- rein dienstlich, wie Kennern der Reihe ohnehin klar sein dürfte. Bald stellen sie fest, dass es einen Zusammenhang geben muss zwischen den ermordeten Grabräubern und der vermissten Archäologin.

Dieser Krimi ist raffiniert aufgebaut, ohne dass der Zufall über Gebühr strapaziert wird (eigentlich wird er überhaupt nicht strapaziert), und auch diesmal leben Handlung und Atmosphäre von den vielen Facetten im Navajoreservat und den Konflikten zwischen den Kulturen. Die Figuren sind wunderbar plastisch gezeichnet, ihre Charakterisierung überzeugt durchweg.
Hillerman rutscht niemals ins Ethno-Klischee ab, im Gegenteil. Nur ein Beispiel: Ein schlechterer Autor hätte die Kochkünste von Leaphorns verstorbener Frau vermutlich in Tortillas oder noch grimmiger Zeigefingerrelevantes gipfeln lassen (und wäre damit prompt in die Klischeefalle getappt). Aber Leaphorn erinnert sich an ihren Sauerbraten...
Da dies einer von Hillermans allergelungensten Krimis ist, will ich auch gnädig über die leidigen "Baumwollbäume" und ähnliche Schnitzer des deutschen Übersetzers hinwegsehen.
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