Als Joy Candellaro ihren Mann mit ihrer Schwester im Bett überraschte, ließ sie sich scheiden. Die Schulbibliothekarin hat seitdem jeglichen Antrieb verloren. Kurz vor Weihnachten folgt der nächste Schlag. Ihre Schwester ist schwanger und wird heiraten. Sie lebt Joys Leben, der bewusst wird, dass sie sich lange etwas vorgemacht hat. In einer Kurzschlussreaktion fährt Joy zum Flughafen und kauft ein Ticket nach Hope, weil die "Hoffnung" sie magisch anzieht. Ihre Flucht endet in einer Katastrophe. Die Maschine stürzt im Regenwald Oregons ab. Wie durch ein Wunder entkommt Joy fast unbeschadet - und taucht ab. In einer einsamen Pension trifft sie auf den kleinen Bobby, der gerade seine Mutter verloren hat, und seinen wortkargen Vater Daniel.
Wer nach berührenden Geschichten sucht, wird bei Kristin Hannah fündig. Ihre Storys treffen ins Herz, schmerzen zuweilen, lassen den Leser aber nie bedrückt, sondern verzaubert zurück. In "Wer dem Glück vertraut" steht eine Frau quasi vor den Scherben ihres Lebens. Ein dramatisches Ereignis wird für die Ich-Erzählerin, die im Präsens berichtet, zum Umbruch. Joy ist nicht stark und gefasst. Sie ist eine Person wie du und ich, die Unsicherheit, Verzweiflung und Enttäuschungen erlebt. Das macht sie menschlich, weshalb ihr Schicksal so nahe geht. In ihrem zerbrechlichen emotionalen Zustand trifft sie auf zwei Menschen, die genauso verloren sind. Sie hilft ihnen in ihrer Krise und schöpft Kraft daraus, an der eigenen Situation etwas zu verändern. Genau wie Joys Leben erfährt auch der Roman eine plötzliche Wendung. Gebannt verfolgt man, ob Joys Traum nach Liebe am Ende siegt. (TD)