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Wer übrig bleibt, hat recht
 
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Wer übrig bleibt, hat recht [Gebundene Ausgabe]

Richard Birkefeld , Göran Hachmeister
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 450 Seiten
  • Verlag: Eichborn (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821808853
  • ISBN-13: 978-3821808857
  • Größe und/oder Gewicht: 22,3 x 14,9 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 114.477 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

August 1944, KZ Buchenwald: Die ersten Bomben der Befreier schlagen in das Außenlager ein. Ruprecht Haas, wegen Wehrkraftzersetzung zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, nutzt die Gunst der Stunde und entkommt im Getümmel seinen Peinigern. Die riskante Flucht gelingt, Berlin heißt nun sein Ziel. Vor dem zu Tode geschundenen Haas liegt eine letzte große Aufgabe. Einen nach dem andern wird er sie heimsuchen. Nicht eher wird er ruhen, bis die Denunzianten, die Mitläufer, Kriegsgewinnler und Quälgeister, die sein und das Leben seiner kleinen Familie zerstört haben, selbst vernichtet sind.

Warum ausgerechnet hat man ihn, SS-Sturmbannführer Kalterer, Topmann des Auslands-SD in Polen und Frankreich dazu abgestellt, einen simplen Mord an einem Berliner Parteibonzen aufzuklären? Im Rahmen seiner Nachforschungen stößt der Gestapo-Mann sehr bald auf weitere, fast ritualhaft anmutende Hinrichtungen. Ein Muster zeichnet sich ab. Der einsame Wolf Kalterer nimmt Witterung auf. In düsterer Endzeitstimmung und vor der zerbombten Kulisse der Reichshauptstadt nimmt ein atemberaubendes Katz-und-Maus-Spiel seinen Lauf.

Eine irritierende Leseerfahrung stellen im nachtschwarzen Debütroman der beiden Historiker Birkefeld & Hachmeister die changierenden Identifikationsfiguren dar. Täter- und Opferbilder verwischen beständig. Sind Sympathien mit einem (durchaus gebrochenen) Gestapo-Ermittler erlaubt, der häufig genug wie ein folternder Bilderbuch-Nazi agiert? Wünscht man am Ende gar dem gepeinigten KZ-Insassen, der seine Opfer förmlich abschlachtet, fröhliches Gelingen? Fragen, die weit über die Story hinaus Diskussionsstoff bieten.

Schade nur, dass das Lektorat offensichtlich zeitweilig auf Fronturlaub war. Zahlreiche Schreibfehler und echte Rohrkrepierer wie die Angriffe auf "München-Gladbach" sind ärgerlich. Auch würde der Südtiroler Bergheld "Louis Trenker" über seine frankophile Namensänderung mächtig gegrantelt haben. Petitessen jedoch, angesichts eines wahnwitzigen Finales, das sich bis in die höchsten Kreise des Reichssicherheitshauptamtes schraubt. Am Ende -- Berlin ist am Verglühen, ein Jäger und ein Gejagter haben das Liebste auf der Welt verloren -- stößt SS-Mann Kalterer auf einen Satz, hingekrakelt auf eine Hauswand: "Führer befiehl, wir folgen!" Der Wahnsinn, in einen einzigen Satz gegossen. Großartiger Einstand! --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

1944, irgendwo in Deutschland. In einem Militärkrankenhaus kuriert Hans Kalterer, brillanter Geheimdienstpolizist im Dienst der SS, eine Schußverletzung aus - und macht sich Gedanken über seine Zukunft. Er will zurück zur Kriminalpolizei - und zu seiner Frau Merit, die ihn verlassen hat, weil sie seine Arbeit für das NS-Regime nicht länger ertragen hat. Als in Berlin ein hochrangiger Parteigenosse ermordet wird, sieht Kalterer seine Chance gekommen. Die von höchster Stelle angedeuteten politischen Motive entpuppen sich nach einem weiteren Mord als scheinbarer Irrweg: alle Indizien deuten auf einen entflohenen KZ-Häftling, der für den von den Mitbewohnern seines Hauses verschuldeten Tod an seiner Familie offenbar grausam Rache nimmt. Während die Stadt in Schutt und Asche versinkt, macht sich Kalterer inmitten von Mitläufern, Plünderern und Kollaborateuren, von alten Nazis und neuen Regimegegnern, auf die Suche nach dem Täter - und nach einem moralischen Standort, der ihm eine Zukunft möglich macht. Vom Haß getrieben und bis zur Unmenschlichkeit loyal, aber gierig auf das Leben: Die Menschen in Richard Birkefelds und Göran Hachmeisters brillantem Roman sind Menschen in Extremsituationen, die keine Helden, aber faszinierend authentisch sind. Und sie verweigern in ihrer Durchschnittlichkeit genau das, was unser Urteil über die Täter und Opfer so nötig hat: den eindeutigen Standpunkt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Frankypistor VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
.... sagt eine der Nebenfiguren des Romans und trifft damit das Thema des Buches. Nichts ist so einfach, wie es scheint, immer wieder muss man als Leser seine Sympathien überdenken. Es gibt keine finsteren Schurken kontra reine Lichtgestalten - was gerade vor diesem Zeithintergrund eine große Verlockung wäre - sondern alles sind kleine Mitläufer, die eher zufällig zu Stützen oder Gegnern des Nationalsozialismus mutieren. Viele hatten anfangs Hitler zugejubelt, noch mehr ließen sich in den nächsten Jahren vom nationalen Pathos und der Volksgemeinschaftsideologie anstecken und bekamen erst kalte Füße, als sich das Ende dieses Reiches des Bösen abzeichnete, als die alliierten Bomber das nach Deutschland zurück trugen, was deutsche Flieger zuvor Coventry und Rotterdam angetan hatten.

In dieser Endphase des Dritten Reiches spielt die Handlung, ein klassischer Wettlauf zwischen Mörder und Ermittler, wobei schrittweise auch die Kulisse an bedrohlicher Intensität zunimmt. Der immer schlimmere Bombenterror gegen die Zivilbevölkerung, die Brutalität des untergehenden Regimes und zugleich seine innere Fäulnis (jeder versucht, noch schnell in die eigene Tasche zu wirtschaften) bilden einen gespenstischen Hintergrund, vor dem sich immer neue Aspekte menschlicher Schwäche und bornierten Eigennutzes der Figuren enthüllen. Doch selbst der ermittelnde Gestapo-Mann hat seine emotionale Bürde zu tragen, ist von seiner Frau verlassen worden, die klarer als er die Schecken des Regimes erkannte, und wünscht sich immer öfter, anders gehandelt zu haben, als es noch möglich war. Doch er hat ja nur Befehlen gehorcht...

Ich habe selten ein so spannendes, vielschichtiges und zugleich aufrüttelndes Buch über die Schlussphase des Dritten Reiches gelesen. Als Krimi ist es einfach Spitzenklasse, hat mehr Atmosphäre als jeder Wallander Krimi und vor allem vermittelt es einen Einblick in eine Zeit, die manche heute wieder schönbrüllen wollen...
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wie gings zu im letzten Weltkriegswinter. In der völlig zerstörten Stadt Berlin, wo täglich die Tommys mit ihren Bombern kamen? Wie lebten die Menschen unter derartigen Umständen. Was machten die Umstände aus den Menschen?
Eine schöne Aussicht haben Sie hier, sagt der Gestapo Mann Kalterer zu einem 70jährigen Sozi, den er in dessen Wohnung verhört. "Ja," sagt der alte Mann, "alle beneiden mich um diese Aussicht. Und das beste ist: Sie ändert sich fast täglich." Der Gestapo Mann Kalterer schlägt ihm danach den Kopf zweimal mit voller Wucht auf die Tischplatte. Routiniert, so wie er es in seiner Ausbildung bei renitenten Verdächtigen gelernt hat.
Haas, der Mann, den er jagt, marodiert einstweilen in einem Blutrausch durch die Stadt. Er hat alles verloren, was ihn aufrecht hielt und auf der Spurensuche nach dem Untergang seiner Familie kommt alles schlimmer und schlimmer.
Kalterer, der karrieregeile Gestapo Mann, hat noch Hoffnung. Hoffnung seine Frau wieder zu gewinnen. Seine Frau Merit, die die Nazis hasst und sich vor ihm ekelt.
Kalterer und Haas sind die beiden Haupt-Charaktere in diesem fantastischen Sittenbild, das seinen Detailreichtum wohl den Hauptberufen der beiden (!) Autoren verdankt. Sie sind Historiker und sie sind noch etwas: Begnadete Geschichtenerzähler, die es verstehen den Leser in einen Sog von Spannung zu ziehen, der gegen Ende hin immer noch mehr zunimmt. Ein unglaubliches Debüt!!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Birkefeld und Hachmeister haben nicht nur exakt recherchiert, sondern auch die Atmosphäre des untergehenden Berlins eingefangen, die Bombenangriffe so beschrieben, wie ich (Jhg. 1931) sie selbst erlebt habe. Außerdem ist es ihnen gelungen, den Leser immer wieder über die moralisch changierenden Protagonisten in eine Art Komplizenschaft einzubinden, weil man naturgemäß dazu neigt, sich mit den Figuren zu identifizieren. Dieser Kunstgriff ist genial und erschreckend zugleich: Lässt er uns doch tief in unsere eigene Seele blicken. Ein spannender Roman über eine dunkle Zeit, gewürzt mit viel Sarkasmus und Zynismus. Haas und Kalterer, zwei Antihelden, die dem geneigten Leser vor Augen führen, wie das menschliche Gewissen in einem Verbrecherstaat korrumpiert bzw. abgeschafft wird.
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Veröffentlicht am 5. Februar 2006 von Nicole Franke
authentische Atmosphäre
Das Buch ist zunächst ein Krimi. Ein guter und spannender zumal. Und dies, obwohl der Leser nicht lange über den Täter im Unklaren gelassen wird. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. Januar 2006 von Henning Kolf
wie dem Leser Schwarz-Weiß-Denken ausgetrieben wird....
Kurzbewertung? Hervorragend.
Einen bessere Titel als das Brentano-Zitat: "wer übrig bleibt hat recht" gibt es nicht. Lesen Sie weiter...
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Zeit der Schuld
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Am 7. März 2005 veröffentlicht
Ein MUSS
Amerikanische Schriftsteller haben die Fähigkeit, politische Traumata allgemeinverständlich und unterhaltsam auf zu bereiten und tragen so dazu bei, dass sich eine ganze... Lesen Sie weiter...
Am 22. November 2004 veröffentlicht
Krimi (?) in Berliner Weltkriegs-Endzeit
Zwei Historiker - Richard Birkefeld und Göran Hachmeister - haben mit "Wer übrig bleibt, hat recht" (dtv 20734 - Erstauflage 2002) einen Roman (Krimi? Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Oktober 2004 von Ewald Judt
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