Eins vorab: Ich bin ein wirklich großer Marc Levy-Fan und habe alle seine Bücher verschlungen. Deshalb habe ich mich auch so auf den neuen Roman gefreut und diesen über Ostern gelesen.
Kurz zur Handlung:
Antoine und Mathias sind seit ewigen Zeiten allerbeste Freunde. Deshalb überredet Antoine seinen Freund, von Paris zu ihm nach London zu ziehen. Gesagt, getan - und plötzlich hat Mathias neben einer eigenen Buchhandlung auch das Sorgerecht für seine Tochter Emily, da seine Ex-Frau einen Job in Paris angenommen hat. Antoine, der ebenfalls alleinerziehender Vater ist, schlägt Mathias eine Wohngemeinschaft vor.
Es werden Regeln aufgestellt und beide verhalten sich bald wie ein altes Ehepaar. Doch dann verliebt sich Mathias in eine französische Journalistin
und verstösst damit gegen die Regel: Keine Frauen im Haus!
Soweit die Handlung, jetzt zu meiner Meinung:
Eigentlich enthält der Roman alle Elemente, die man von Levy kennt und erwartet:
eine große Männer-Freundschaft, liebenswerte Nebenfiguren und Situationskomik.
Und trotzdem... Irgendwas fehlt. Meiner Ansicht nach ist es die Leichtigkeit der früheren Romane. Alles wirkt zu bemüht. Es fehlt der Wortwitz; die Stellen im Buch, an denen man laut lachen kann, sind dünn gestreut. Die große Menge der Nebenfiguren bewirkt, dass der Autor auf jeden einzelnen nicht so intensiv eingehen kann, was wirklich schade ist. Weniger ist eben manchmal mehr. Der ständige Szenenwechsel ist etwas nervig, die Kinder sind zu altklug. Das Traurige ist, dass das ein wirklich guter Roman hätte werden können, die Zutaten sind ja da. Wäre das Buch ein Kuchen, könnte man sagen, der Teig wurde nicht lang genug gerührt oder die Temperatur im Backofen war falsch eingestellt.
Ich habe lange zwischen 3 und 4 Sternen geschwankt, mich dann aber doch für 4 entschieden:
1. weil es Marc Levy ist, und ich ihmn weiterhin die Treue halte und
2. weil er allen Fans ein großes Geschenk in diesem Buch macht, nämlich
ein Wiedersehen mit zwei guten alten Bekannten: Arthur und Lauren
(dieser 2-seitige Cameo-Auftritt entschädigt für vieles) und
3. WEIL ES MARC LEVY IST!
Sollte ich die Steinigung durch andere Levy-Fans überleben, freue ich mich schon auf den nächsten Roman. Der wird ganz sicher wieder sensationell gut sein.