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Wenn wir Tiere wären: Roman
 
 
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Wenn wir Tiere wären: Roman [Gebundene Ausgabe]

Wilhelm Genazino
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 5 (25. Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446237380
  • ISBN-13: 978-3446237384
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 53.901 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Wilhelm Genazino
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein ebenso skurriler wie vergnüglicher Roman. Das Buch leuchtet mit sanfter Leichtigkeit in die nachtschwarzen Abgründe des Daseins." Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 23.07.11 "Der neue Genazino ist ganz der Alte: Ein Meisterwerk." Christian Thomas, Frankfurter Rundschau, 23.07.11 "Von einem Großstadtbewohner, der aus der Zeit gefallen scheint und dem das Talent zur reibungslosen Bewältigung des Alltags fehlt. ... Ein kluges, witziges und böses Buch." Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.11 "Aus Nebensachen und kleinen Details Hauptsachen zu machen, ist die Kunst dieses heiteren Melancholikers, der sich manchmal ins Fäustchen zu lachen scheint, wie gut das funktioniert." Meike Fessmann, Der Tagesspiegel, 21.08.11 "Dereinst wird man Genazino zu den großen Lebensphilosophen rechnen müssen." Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung, 15.10.11

Kurzbeschreibung

Das Leben in der modernen Welt verlangt zu viel: tägliche Anwesenheit am Arbeitsplatz, inklusive Engagement und freundlichem Gesicht, die Benutzung von Verkehrsmitteln und den Besuch von Supermärkten. Und dann auch noch das Privatleben. Unausweichlich kommt der Moment, in dem ein Mann nicht mehr weiterweiß - und ehe man sichs versieht, sind es statt einer sogar drei Frauen. Ach, wenn wir doch Tiere wären und die täglichen Zumutungen einfach übersehen könnten! Wilhelm Genazino erzählt ironisch, witzig und böse von einem Mann, der den Alltag nur ertragen kann, indem er das ordentliche Regelwerk durchbricht.

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26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dass man auch dieses neue Buch von Wilhelm Genazino kurzweilig findet und es mit nicht abreißendem Interesse zu Ende liest, verdankt sich in erster Linie dem bewährten Talent des Autors, innere Vorgänge mit großer Präzision sprachlich umzusetzen, jene Halbheiten, Ratlosigkeiten und Ambivalenzen des Seelenlebens zur Sprache zu bringen, über die man im normalen Leben nicht sprechen, über die man nur schweigen kann. Hier ist der Autor ein Virtuose, und hier folgt man ihm mit Vergnügen und auch Bewunderung.

Inhaltlich dagegen liest sich das Büchlein mit einer gewissen Ratlosigkeit. Es ist wahr: Man kennt diesen Protagonisten bereits aus anderen Büchern Genazinos. Man kennt seine schüchterne Überheblichkeit, seine neurotische Zweifelsucht, seine luzide Beobachtungsgabe, seinen dünkelhaften Welt- und Selbstekel. Der Umschlagtext möchte uns glauben machen, hier verberge sich eine Analyse der Überforderung des sensiblen Individuums durch das moderne Leben. Leider stimmt das keineswegs. Der namenlose Icherzähler, offenbar ein Mann in mittleren Jahren, ist eine Figur der siebziger, höchstens der achtziger Jahre. Es ist ein Architekt, der unrealistischerweise nicht am Bildschirm, sondern noch am Zeichenbrett sitzt, der offenbar kein Handy besitzt und der einen Computer nicht einmal dem Namen nach kennt - höchst ungewöhnlich in einer derartig technikverliebten Berufsgruppe. Auch das Internet und seine einschlägigen Versuchungen und Verheerungen kommen in diesem Roman prinzipiell nicht vor.

Das könnte man alles hinnehmen und den Text einfach getrost in einer computerlosen Vor-Zeit verorten. Dass ein Architekt aber nicht ein einziges Mal (und sei es nur in Gedanken) einen architektonischen Fachbegriff benutzt, dass ihn an seiner Umgebung ausschließlich Vögel und Ratten interessieren und dass er ansonsten in erster Linie denkt, fühlt und handelt wie ein frei flottierender Schriftsteller, lässt sich nur mit extremer Rechercheunlust erklären und erzeugt doch eine gewisse Ungeduld.

Ein Lichtblick ist die Figur der Maria. Hier gelingt dem Autor eine schwankend, aber unbeirrt im Leben stehende moderne Heldin, die zu der Tranigkeit des Icherzählers einen wohltuenden Kontrast setzt: Ihre Vorstellungen und Wünsche sind so handfest, wie man es dem Protagonisten gerne wünscht, und ihre Selbst- und Lebenszweifel machen sie noch sympathischer.

Insgesamt ein Buch, das in erster Linie durch seine virtuose Sprache getragen und gestützt wird, während es inhaltlich nur bedingt überzeugen kann.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bücherkeule TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Fast wirkt er schon als Altbekannter: Der Genazinosche Antiheld, der ein wenig schief im Leben steht, diesem in seiner Nüchternheit nicht ganz zugehörend aber doch unfähig, sich entschieden von ihm abzuwenden. Einerseits ist er hypersensibel, registriert vielen Kleinigkeiten in seinem Umfeld und bewahrt sich eine ausschliessliche, ans Überhebliche grenzende Deutungshohheit über diese Dinge. Andererseits ist er Sklave seiner stets wachen Sexualität: Auf dem Gebiet der Erotik erlischt seine Unterscheidungsfähigkeit, seine Sensibilität gilt hier ganz prallen Busen und den Feuchtgebieten. Er ist ein Zerrissener, den vielen Zumutungen und Wirrungen des Lebens Abgeneigter, dem ein Tierleben wegen seiner Einfachheit begehrenswert erscheint. Aber einer, der immer nur aus dem Moment heraus handelt, dem jeder Plan und die Zukunft fremd ist. Eigentlich ein unangenehmer Zeitgenosse, den man lesend auch nur erträgt, weil seine Beobachtungen und Bemerkungen stillen Biss haben und er knapp an der Grenze des Humors entlangschrammt.

Durch den unerwarteten Tod eines Bekannten gerät der Antiheld in die unangenehme, ihn jedoch kaum beunruhigende Lage, nicht mehr auf Aufträge aus jenem Architekturbüro rechnen zu können, das ihm als Freischaffendem seit langem die Existenz sichert. Fast unangenehmer empfindet er jedoch das Drängen des Chefs dieses Büros, die freigewordenen Stelle einzunehmen. Er beugt sich schliesslich dem Druck, der auch von Seiten Marias ausgeübt wird. Maria ist jene Frau, an deren Busen er sexuelle Befriedigung findet, doch er ist sich sicher, dass er Maria bald verlassen wird. Dass sich das Band zwischen den beiden zum Schluss als stärker denn gedacht erweisen wird, ist jene Volte, die dem Roman sein einziges Überraschungsmoment versschafft. Doch vorher lässt sich er Antiheld mit der Frau des Verstorbenen ein, die ihm jedoch in jeder Hinsicht zu trocken ist. Und auch im Büro greift er in die sich passend anbietendenden Pobacken und Busen. Wenn er nicht derart aktiv ist, bewährt er sich als am Leben leidender. Magisch wird sein Blick von allem Zerfallenden, allem Schmutz und Obdachlosen angezogen. Stets ahnt er bereits voraus, was ihm die nächsten Minuten oder Stunden verstimmen wird. Eine Dummheit bringt ihn dann ins Gefängnis und um den gerade angetretenen Job, was ihn freilich kaum erschüttert. Doch auch diese Episode vergeht, und dann bleibt immer noch Maria.

Mit 'Wenn wir Tiere wären' legt Genazino einen Roman vor, wie man ihn aus seiner Feder schon stets gelesen zu haben glaubt. Präzise in den Formulierungen und gewandt mit Worten bietet der Text wenigstens sprachliche Kurzweil. Doch wirkt hier nichts neu, der Text ist Fortsetzung von bereits Gesagtem, und er entlässt den Leser mit der Ahnung, dass es in kommenden Büchern noch weitergehen könnte. Ein wenig müde, ganz wie der Antiheld, schliesst man schliesslich das schmale Büchlein, ein wenig angeekelt von der Welt, die man so genau vielleicht gar nicht sehen möchte, schon gar nicht durch die Augen von einem, dem nur der Blick auf das Unschöne möglich ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lieber weniger erleben 14. März 2012
Von ml
Format:Gebundene Ausgabe
Einzelne Sätze mit exakten Beobachtungen und Erkenntnissen, von denen es jede Menge gibt, sind es, die dieses Buch über das Leben, das hart ist und selbst den Stärksten tagtäglich überfordert, so kostbar machen. Schließlich ist es auch zu viel, was die moderne Welt von einem verlangt, die tägliche Anwesenheit am Arbeitsplatz mit großem Engagement und freundlichem Gesicht, die aufmerksame Benutzung von Verkehrsmitteln, das Schlangestehen in Supermärkten, und dann kommt zu allem Überfluss auch noch das Privatleben hinzu.
Und so gönnt Genazino in seinem altersweisen Meisterwerk seinem Protagonisten, der in manchem ein Bruder im Geiste von Oblomow und Bartleby sein könnte, die Erkenntnis, in einem Alter zu sein, "in dem das Leben keine nennenswerten neuen Fakten mehr hervorbrachte", und sich nach einer Frau zu sehnen, "die weniger erleben wollte".
Er ist einer, der sich "vor viel zu vielen überflüssigen Erlebnissen" hütet und weiß, dass "Menschen von ihren Jacken einander noch ähnlicher gemacht werden, als sie es ohnehin schon sind". Wie kaum ein anderer versteht es Genazino, die eigene Befindlichkeit, die er mit vielen anderen teilt, ohne Larmoyanz auf den Punkt zu bringen und dabei einen Anflug von Seelenstriptease in Kauf zu nehmen, was verdrucksten Lesern unangenehm erscheinen mag. Leserinnen müssten dem Autor für diese Einführung in das Verständnis der männlichen Psyche dankbar sein, ja fast die Füße küssen. Und seine große Leserschar beiderlei Geschlechts dankt ihm, dass er, gleichsam stellvertretend für sie, das tut, was viele nicht wagen: "Man denkt so lange das Unmögliche, bis man es eines Tages ausspricht."
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