Wenn Sie den Klappentext des Buches gelesen haben, wissen Sie eigentlich schon alles. Sie werden lesen, wie es soweit kommen konnte. Die große Überraschung des Buches ist, dass es keine gibt (außer bestenfalls den Epilog), da die ganze Geschichte vorhersehbar war. Der Protagonist wird immer wieder von anderen enttäuscht, enttäuscht sich selbst und andere und flüchtet in Gewaltspiele. Von außen betrachtet ist er einer, der sein Leben nicht auf die Reihe bekommt, ein klassischer Versagertyp eben. Wer hätte damit gerechnet, dass es solche Menschen sind, die Gott spielen wollen und andere um ihr Leben bringen? Ja richtig: Wir alle.
Gesellschaftskritik ist auch nur im Ansatz spürbar. Der Protagonist wird nicht etwa von seinen Eltern oder seinen Lehrern gedrillt oder ähnliches. Vielmehr scheint er mit Verlaub zu dumm und zu schlecht organisiert zu sein, seine Abiturklausuren erfolgreich zu schreiben und pünktlich zur mündlichen Prüfung zu erscheinen. Der schlimme Leistungsdruck, den man vielleicht erwartet hätte, fehlt.
Davon abgesehen ist der Schreibstil des Autors gewöhnungsbedürftig. Die Sätze, die wirklich witzig sind, sind denjenigen, die ihre Zeit in social communities verbringen, alle schon bekannt. Mit copy & paste kann man also nicht nur Doktorarbeiten schreiben, sondern auch Pointen in Bücher einfügen, die sonst keine hätten. Und das, was der Autor selbst verfasst hat, ist zwar einigermaßen authentisch, aber stilistisch ebenfalls wenig überzeugend. Vielleicht bin ich, der am Ende eines Satzes höchstens ein Ausrufezeichen setzt, aber auch einfach zu alt für diesen Kram.
Die zwei Punkte, die noch übrig sind, sind für die Thematik und den gelungenen Titel - die aber beide kein Grund sind, sich das Buch zuzulegen.