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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Volltreffer,
Rezension bezieht sich auf: Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Taschenbuch)
Eigentlich ist ja inzwischen bei allem Skepsis angebracht, wo "Generation" draufsteht. Nicht so hier: lange habe ich in dieser Richtung nichts mehr gelesen, was so witzig und treffend (und übrigens gut geschrieben) gewesen wäre wie dieses Buch. Fühlt man sich nicht selbst ertappt, fallen einem doch mindestens ein, zwei Menschen ein, auf die genau zutrifft, was der Autor diagnostiziert... Dabei ist das Thema, bei allem Humor, mit dem es behandelt wird, ja durchaus ernst: Es gibt eine gut ausgebildete, potentiell tatkräftige Generation in der Mitte unserer Gesellschaft, die einfach nicht mitspielen will (oder darf).Sympathisch ist auch, dass der Autor mit Selbstironie nicht spart. Er weiß jedenfalls offenbar ziemlich genau, wovon er spricht. Das macht ihn nur um so glaubwürdiger. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Gähn, gähn, gähn...,
Von Dr. Nasenbär (Stolberg (Rhld.)) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Taschenbuch)
Ich entspreche genau der Zielgruppe, die das Buch anzusprechen versucht: Ich bin ca. 30 Jahre alt und 'Langzeitstudent' (was auch immer das genau ist) der Geisteswissenschaften. Da diese Art Bücher von Klischees leben, hatte ich gehofft, mich im Ein oder Anderen wiederzuerkennen. Doch Fehlanzeige! Bei den meisten Behauptungen über die 'Generation Umhängetasche' schaute ich kurz auf und dachte mir: "Hä? So bist Du doch gar nicht. Und so sind auch meine Freunde und Kommilitonen nicht." Schaut man auf Herrn Reicherts Vita, so wäre der Untertitel '... für die Generation bücherschreibender Journalisten' wohl treffender gewesen.Inhaltlich kommt Herr Reichert vom Hölzchen auf's Stöckchen, wiederholt sich und streckt den Text in die Länge, wie ich es in meinen zahllosen Hausarbeiten nicht besser hätte machen können, um die Seiten vollzukriegen. Mit den Überschriften der Kapitel und dem Inhalt der Umhängetasche (an dem sich dieses Buch eigentlich 'entlangarbeiten' wollte), hat der Text immer nur kurz zu tun. Was folgt, sind mutmaßliche Episoden aus dem Leben des Autors und der Versuch, am Ende eines jeden Kapitels wieder 'die Kurve zu kriegen', denn man hatte es ja mal mit einer Überschrift begonnen... Was den sprachlichen Stil angeht, so habe ich das Gefühl, der Autor hört sich unfassbar gerne reden und hat einen Wahnsinnsspaß daran, ständig neue neunmalkluge Satzkonstruktionen hervorzubringen. Kennen Sie jene Sorte von Stand-Up-Comedians, die erst einmal selbst über die eigenen Witze lacht, damit die Zuhörerschaft sich dem milden Gelächter anschließt? Ja? Dann wissen Sie, was ich meine. So wird am Ende wohl nur der Autor selbst die Muße haben, das Buch bis zum Ende durchzulesen. Zwei Sterne, weil mich doch die ein oder andere Stelle zum Schmunzeln gebracht hat. Markiert man diese wenigen Stellen aber mit einem Textmarker (habe ich im Studium gelernt, bin ich jetzt erwachsen...? ;-) ) und blättert das Buch danach auf diese Stellen hin durch, kann man sich die restlichen scheinbar endlosen Seiten getrost sparen. Das Bild vom 'Erwachsenen', das hier als Ideal propagiert wird, ist vielleicht für den Autor (einen bücherschreibenden Journalisten... ;-) ) die beste Lösung. An meiner Lebenswirklichkeit geht es leider total vorbei. P.S. Wer ein richtig gutes Buch zum Thema lesen möchte, dem empfehle ich Elena Senfts 'Und plötzlich ist später jetzt'. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Unglaubwürdig,
Rezension bezieht sich auf: Wenn ich mal groß bin: Das Lebensabschnittsbuch für die Generation Umhängetasche (Taschenbuch)
Ich war kurzzeitig am überlegen, ob ich dem Buch 2 Sterne geben soll. Denn ich muss zugeben, eine gute Sache hatte dieses "Werk": Es hat mich tatsächlich zum Nachdenken gebracht. Jedoch weniger im Sinne des Autors darüber, ob ich nicht langsam erwachsen werden sollte, sondern viel häufiger darüber, wie eigentlich jemand, der SOLCHE Bücher schreibt dazu kommt, a) sich für erwachsen zu halten und b) zu glauben, dass er anderen Leuten vorschreiben kann, was Erwachsensein bedeutet.Alles in allem ist die Lektüre des Buches einfach nur ärgerlich. Zunächst einmal ist es schlecht geschrieben. Wie schon ein anderer Rezensent vor mir angemerkt hat, benutzt der Autor eine Unmenge unnötiger Metaphern, die nur in den seltensten Fällen treffend und meistens einfach ermüdend und nervig sind. In regelmäßigen Abständen (um nicht zu sagen: ständig) wirft er Fremdwörter oder Fachbegriffe ein, um den Leser ja nicht vergessen zu lassen, dass der Schreiberling ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert hat. Hätte der Autor sein Studium allerdings ernst genommen, hätte er bereits im ersten Semester gelernt, dass die unnötige Benutzung von Fremdwörtern und komplizierten sprachlichen Konstrukten leicht den Eindruck von fachlicher Inkompetenz erweckt und deshalb vermieden werden sollte. Das Buch liest sich auch wie eine Pflicht-Hausarbeit, die an einem Wochenende fertig werden musste und deren Seiten unbedingt mit irgendwelchen elendlangen Ausführungen gefüllt werden mussten - inhaltlich bietet das Werk übrigens auch nichts Tiefschürfendes, ein abendliches Brainstorming hat wohl vollkommen ausgereicht. Auch konnte ich den vielbeschworenen Humor bzw. die Ironie beim besten Willen nicht entdecken. Zugegeben, an einigen Stellen musste ich Schmunzeln und manche Vergleiche waren recht gut beobachtet. Aber im Großen und Ganzen ist das Lesen dieses Buches eher eine Qual. Dass das Schreiben eines Buches einen anderen Stil erfordert als eine Kolumne, sollte ja allgemein bekannt sein. Als Erzähler ist der Autor sehr inkonsequent. Die meisten Kapitel fangen damit an, dass er den Leser direkt anspricht und ihm irgendetwas besserwisserisch unter die Nase reibt. Meistens sind es irgendwelche sehr von weit her geholten Rückschlüsse auf die Vergangenheit, den Alltag, die Psychologie oder Lebensphilosophie des Lesers, die anhand von einzelnen Gegenständen, die man in seiner Umhängetasche mit sich herumträgt, gezogen werden. Was man sich dabei als Leser so alles unterstellen und vorwerfen lassen muss, ist einfach nur ärgerlich. Dazwischen platziert der Autor immer wieder das ein oder andere Erlebnis von sich selbst oder aus seinem Bekanntenkreis ein, um zu beweisen, dass er sich auskennt. Der Perspektivwechsel (von der "Sie"- zur "ich"-Form) ist dabei meistens so abrupt und die Beispiele so bemüht konstruiert, dass das Ganze einfach unglaubwürdig wirkt. Paradoxerweise hat man gleichzeitig ein "Aha!"-Erlebnis, weil man nun als Leser versteht, wie der Autor auf die an den Haaren herbeigezogenen Unterstellungen kommt - es sind nämlich SEINE eigenen (post-)pubärteren Kindischheiten und Unzulänglichkeiten, die er auf den Leser überträgt. Auf diese Weise scheint das Buch eher eine Selbsttherapie eines Menschen zu sein, dem nicht klar ist, dass er erst sehr spät erwachsen geworden ist, und der unglaublich stolz auf sich ist und deswegen der Meinung ist, anderen Leuten vorschreiben zu können, wie sie Erwachsen werden sollen. Zumindest habe ICH mich den Großteil des Buches veralbert gefühlt und wurde das Gefühl nicht los, dass der Autor auch kein Stück weiter in seiner Entwicklung als ist (wenn nicht sogar ein Stück hinter mir, wobei ich doch ein paar Jährchen jünger bin...). Herr Reichert scheint sich für einen selbsternannten Psychologen zu halten (vielleicht hat er ja mal eine Vorlesung zum Thema "Psychologie für Kolumnisten" besucht...) und bildet sich ein, die geistige Welt seiner Generation komplett durchschaut zu haben. Dabei wird mehr als einmal deutlich, dass er im Grunde für sich selbst sprechen kann, und dass er von manchen Dingen (z. B. gerade den psychologischen Analysen) absolut keine Ahnung hat und es vielleicht doch lieber den Fachleuten überlassen sollte (angelesenes Wissen reicht nun mal oftmals nicht aus...). Auch sein angebliches Insiderwissen und seine Szene-Kenntnisse sind so oberflächlich und nichtssagend, dass sie vermutlich aus Illustrierten (vielleicht auch noch ausm Fernsehen) stammen. Es beschleicht einen immmer wieder das Gefühlt, dass der Autor einem unter die Nase reiben will, wo er schon alles gewesen ist und was er alles erlebt hat. Ärgerlich sind auch seine besserwisserischen und vollkommen unbegründeten Lektionen zu den verschiedensten Themen, so z. B. ein Abriss über die Wandervogel-Bewegung oder die Einführung der Anti-Baby-Pille. Mal ehrlich, das Buch ist u. a. an geisteswissenschaftliche Langzeitstundenten gerichtet - denen kann man so ziemlich alles vorwerfen, aber dass sie über die Wandervögel Bescheid wissen, kann man sich denken. Eine Identifikation des Lesers mit dem Erzähler wäre vielleicht zustande gekommen, wenn der Erzähler konsequent mit dem Leser unterwegs wäre und nicht immer nur in kurzen Beispiel-Episoden auf die Bühne treten würde. Stattdessen verfällt Reichert nach diesen Beispielen immer wieder zurück in den schulmeisterlichen "Sie"-Ton und kommt, nach unglaublich langem "Herumgeschwafel" (tut mir leid, aber an dieser Stelle fällt mir kein adäquates Synonym ein) inklusive der oben genannten Metaphern und hohlen Phrasen, am Ende des Kapitels dann dazu dem Leser zu sagen, was er nun tun soll, um etwas zu ändern. Was dann nun an Vor- und Ratschlägen kommt, kann manchmal nur als schlechter Witz aufgefasst werden. So wird man gleich im zweiten Kapitel dazu aufgefordert, seine Wohnung "geschmackvoll" mit Ikea-Möbeln einzurichten. (Jetzt bitte nicht falsch verstehen - ich besitze auch Ikea-Möbel, wie so ziemlich jeder andere Student auch. Und genau aus diesem Grund war ich immer der Meinung, dass man dann erwachsen ist, wenn man es sich leisten kann, seine alten studentischen, billigen und qualitativ minderwertigen (!) Ikea-Möbel gegen robuste, hochwertige, individuelle, "echte" Möbel einzutauschen.) Irgendwie scheint es sowieso das Ziel des Autors zu sein, möglichst viele Leser hervorzubringen, die in einer Eigentumswohnung am Stadtrand leben, mit einem Lebenspartner, der das kleinste Übel darstellt (willkommen im 19. Jahrhundert!), und einem Job, der Geld bringt, einen aber nicht zu erfüllen braucht... Und irgendwie nimmt man es dem Autor nicht ab, dass er sich selber in seinem Ikea-eingerichteten Leben wohlfühlt. Ab und zu schimmert es durch, dass vieles doch nur ein gutgemeinter Kompromiss war und es zu kompliziert wäre, jetzt noch irgendwas zu ändern. Es ist nun mal unglaubwürdig, wenn der Autor einem seitenlang predigt, man solle endlich mit seinem Partner zusammenziehen und einem dann erzählt, dass er und sein Freund unterschiedliche Wohnung haben. Genauso seltsam ist es, wenn der Schriftsteller den Leser immer wieder zum Nachwuchsproduzieren ermahnt. Vielleicht ist der Autor auch einfach nur neidisch auf Leute, die trotz anderer Lebenssituation glücklich sind - auch ohne nine-to-five-Job und ohne Eigentumswohnung, dafür aber mit eigener Meinung und eigenem Stil. Vielleicht sind das und die Toleranz gegenüber anderen Lebensstilen ja viel bessere Kriterien fürs Erwachsensein? Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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