Zwischen seinen Büchern war oft eine große Leere, die Rudolf Ditzen, der unter seinem Künstlernamen Hans Fallada einige wunderbare Romane geschrieben hat, mit Alkohol und Depressionen füllte. Lange Jahre stand ihm dabei mit Anna Ditzen eine Frau zur Seite, deren Kraft doch am Ende nicht reichte, die gemeinsame Ehe durch all die tiefen Täler hindurch fortzuführen. Uli Ditzen, Sohn der beiden, hat nun aus dem Nachlaß seiner Eltern die Briefe einer Ehe ausgewählt, die vom zarten Kennenlernen über die Heirat, die schönen und die schweren Stunden bis zur Zeit nach der Scheidung reichen und ein Bild der Familie entstehen lassen, das berührt und manchmal traurig stimmt. Fallada, der in seinen Depressionen und Süchten gefesselt war, ist es zeit Lebens nicht gelungen, sich davon zu befreien. Trotzdem hat er sich immer bemüht, ein guter Ehemann und Vater zu sein, wovon einige seiner Briefe eindrucksvoll Zeugnis ablegen. Was bleibt, ist einer der großen Schriftsteller des vorigen Jahrhunderts, der in seinen Werken weiterlebt - wenn er auch im Privaten gescheitert ist. Wenn du fort bist ist alles nur halb" (Aufbau Verlag) ist ein gelungenes Buchprojekt und die spannende Lebensgeschichte der Familie Ditzen in Briefen.