Ich bin die Letzte die jemandem vorschreibt, ein Leben lang an seinem alten Stil festzuhalten. Deswegen werde ich auch jetzt nicht mehr als einen Stern abziehen, und das ist mir schon vorher, zum Beispiel bei der Radiotrinkerin, passiert. Goldt ist hier in der Tagebuchform zweifelsohne komisch, richtig ist dass er ein wenig mehr scheinbar Belangloses aufgreift als sonst. Die Pointen kommen nicht mehr so schnell, aber hey, auch MTV schneidet nicht mehr so rasant wie in den Neunzigern. Goldt schafft die Gratwanderung wenn er über den elften September schreibt. Er schafft es, die Sache so behutsam anzugehen dass sie nicht geschmacklos wird, hinterlässt in der Tat ein Gefühl der Traurigkeit, was für ein Buch Goldts schon eine Seltenheit ist. Insgesamt war ich erfreut über den Kauf, der lachende Wahnsinn schrie mir jedoch nicht mehr aus den Augen.