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Wenn man einen weißen Anzug anhat. 2 CDs.
 
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Wenn man einen weißen Anzug anhat. 2 CDs. [Audiobook] [Audio CD]

Max Goldt
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Hörbuch Hamburg (3. März 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899031180
  • ISBN-13: 978-3899031188
  • Größe und/oder Gewicht: 14,1 x 12,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 282.697 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Max Goldt
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Lange Zeit haben wir geglaubt, der Umzug Max Goldts von Berlin nach Hamburg Ende der 90er-Jahre habe seinen Kolumnen nicht gut getan. Erlebt man, haben wir uns bestürzt gefragt, in Hamburg nichts Skurriles und Bemerkenswertes mehr? Ist Berlin tatsächlich das bessere Pflaster für einen grotesken Alltag? Denn jedes Mal, wenn das Satiremagazin Titanic einen neuen Text Goldts publizierte, legten wir ihn enttäuscht zur Seite und sehnten uns nach kleinen Meisterwerken wie jenen, die in den Sammelbänden Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zwittau (1993) oder Schließ einfach die Augen und stell dir vor, ich wäre Heinz Kluncker (1994) stehen.

Nach der ebenfalls fulminanten Blütenlese Der Krapfen auf dem Sims (2001), die teils stark überarbeitete Kolumnen aus Titanic, Der Rabe und jetzt enthielt, ist nun mit Wenn man einen weißen Anzug anhat allerdings ein weiteres, versöhnliches, wenn auch schmales Buch in bester Goldt-Manier erschienen, das an gute alte Zeiten anknüpfen kann, aber auch neue, leisere Töne anschlägt. Auch die literarische Form ist anders: Während Goldts Kolumne "Aus Onkel Max Kulturtagebuch" das hier angestrebte Genre lediglich im Titel trug, so hat der Autor mit diesem Tagebuch-Buch nun Neuland betreten. So kommt es, dass Goldt aus sehr subjektiver Tagesperspektive über die Anschläge auf das World Trade Center im September 2001 mit den "Dekorationsadjektiven" der Sensationspresse ebenso reflektieren kann wie über die Lachgewohnheiten von Lesungsgästen beim Name-Dropping (und deren Unterwanderung) oder die Eigenheiten einer "superkackekligen" Literaturkritik. Nur die für Goldt typischen Bilder mit ihren originellen Unterschriften fehlen schmerzlich.

Endlich wieder ein Goldt-Buch, denken wir, das man vergnügt, angeregt und gut unterhalten bis zum Ende lesen kann. Und was lesen wir am Ende, als biografische Notiz? "Lebt in Berlin." Also wieder umgezogen. Das erklärt natürlich alles. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Audiobook-Rezensionen

Er schreibt seit über 10 Jahren Kolumnen für "Titanic". Sein ungefilterter Blick auf die alltägliche Wirklichkeit und sein Infragestellen von vermeintlichen Selbstverständlichkeiten sind mittlerweile Legende. Max Goldt, der sich auch als Musiker, Verfasser von Hörspielen und zusammen mit Stephan Katz als Comic-Produzent betätigt, ist zudem ein begnadeter Interpret seiner eigenen Texte.

Mit diesen zwei CDs liegt eine Textsammlung aus Goldts letztem Buch "Wenn man einen weißen Anzug anhat", dem Buch "Der Krapfen aus dem Sims" sowie teilweise unveröffentlichten Texten vor. "Wenn man einen weißen Anzug anhat" ist ein Tagebuch-Buch, das im September 2001 beginnt und Anfang 2002 endet. Gerade zu der Zeit, als die Welt wegen des Anschlags vom 11. September Kopf steht, steht der Autor kurz vor einer Reise durch Franken, zusammen mit seinem Freund und einem befreundeten New Yorker. Die Ruhe, die in der Folge des Attentats angeblich im ganzen Land herrscht, kann Goldt nirgends, nicht in Berlin, nicht in Dinkelsbühl finden. Sie erinnert ihn etwas an das Wunschdenken des DDR-Fernsehens. Bei einem Abstecher nach Windischeschenbach, zum tiefsten Loch der Welt, kommt er mit seinen zwei Begleitern in den Genuss eines englischen Vortrags, der ihn unwillkürlich an das knarrende Nazi-Englisch in früheren Hollywood-Filmen erinnert. Perfekt nachgeahmt vor Vortragenden selbst!

Sehr anregend sind auch Goldts Sprach-Beobachtungen. Warum heißt es immer "feiger Anschlag", warum wird von "fieberhaften Bergungsarbeiten" gesprochen? Diese gar nicht passenden Kombinationen sind Ausdruck unserer Medienwelt, in der es nicht um treffende, sondern um spektakuläre Formulierungen geht. Und seine Anmerkungen zur Entschuldigungsmanie unserer Zeit, weshalb es vor allem keinen Sinn mache, wenn Gräfin Gloria sich für ihre Bemerkung "dass Afrikaner zu viel schnakseln" entschuldigen würde, sind großartig.

Max Goldt kann, was viele leider nicht so gut beherrschen: Er vermag seinen "frechen" Ideen, seinen schrägen Assoziationsketten genau den richtigen sprachlichen Rahmen zu geben. Seine immer leicht ironisch klingende Stimme hält der spöttisch-durchleuchtenden Entwicklungsarbeit seiner Sätze bravourös stand, ohne jemals flach zu werden.

Ein Highlight dieser Sammlung ist der Text "Was würden Sie tun, wenn Sie reich wären?". Der Autor würde sich in der Schweiz ein Sanatorium kaufen, in dem er Heroin unter ärztlicher Anleitung testen würde. Wenn er den unübertrefflichen Zustand erleben dürfte, würde er die Forderung aufstellen: Heroin soll raus aus dem Bahnhofsmilieu und rein in den Wellness-Bereich. Auch nicht ohne ist seine Auseinandersetzung mit der Frage "Was den new petit bourgeois auszeichnet. Ein Charakteristikum des heutigen Spießers ist für den Autor, und nicht nur für ihn, dessen amateurpornografische Manie, als deren Vorläufer man die Modelleisenbahn nennen darf.

Autorenlesung, Spieldauer: ca. 157 Minuten, 2 CD. -- culture.text


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Es ist natürlich Max Goldt, aber..., 1. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Zunächst einmal: Ich habe bisher alles von Goldt mit Begeisterung gelesen sowie mir jede Audio CD angehört. Darum war ich natürlich voller Vorfreude, als ich ein Buch mit vor allem neuen Texten in den Händen hielt - bisher gab es ja in Buchform fast immer nur Zweitverwertungen. Ein paar Titanic - Sachen sind zwar dabei, auch was aus der SZ, aber dennoch vor allem neue "Tagebucheinträge". Natürlich ist das Werk kein echtes Tagebuch, sondern halt eine Ansammlung von Texten mit Datum drüber statt einer Überschrift (was der Autor aber auch einräumt).
Dennoch hat diese Struktur m. E. geschadet, da sie zum Schwafeln verführt hat. So gibt es viel Lesereisenbeschreibungen, mehrere Episoden eines Umzugs (!), etc. Dabei geht viel Raum für Nichtigkeiten drauf. Es wird dann sogar detailliert geschildet, was die Möbelpacker tranken...
Auch wirkt der Autor mittlerweile ein wenig arrogant - er ist zumindest nicht mehr "Onkel Max". So zielt er beispielsweise bei einer Schilderung seines alten Verlegers G. Haffmanns schon arg unter die Gürtellinie.

Man verstehe micht nicht falsch - das Buch liest sich natürlich flott. Es sind ein paar wunderbare Formulierungen drinnen, die sonst so kein anderer hinbekommt. Aber irgendwie hatte ich mehr erwartet.

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Sinkender Stern?, 2. Dezember 2002
Nein, lieber Max Goldt, die Tagebuch-Form ist keine ihnen angemessene, sie hätten ihrem Verleger widerstehen sollen. Sie hat, wenigstens in diesem Fall, zu viel Selbstbespiegelung und zu viele Belanglosigkeiten hervorgebracht. Der Eindruck vordergründiger Bemühtheit hält sich hartnäckig das ganze Buch hindurch, die so geliebte Leichtigkeit und Dichte ihrer früheren Werke kehrt nur ganz gelegentlich zurück. Das Schöne war doch, dass wir uns in den Texten gefunden haben, jetzt finden wir (fast) nur noch sie. Der Stern der Sympathie beginnt zu sinken, aber noch lässt er sich ausmachen.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen fast wie in alten zeiten, 8. Januar 2003
Ich bin die Letzte die jemandem vorschreibt, ein Leben lang an seinem alten Stil festzuhalten. Deswegen werde ich auch jetzt nicht mehr als einen Stern abziehen, und das ist mir schon vorher, zum Beispiel bei der Radiotrinkerin, passiert. Goldt ist hier in der Tagebuchform zweifelsohne komisch, richtig ist dass er ein wenig mehr scheinbar Belangloses aufgreift als sonst. Die Pointen kommen nicht mehr so schnell, aber hey, auch MTV schneidet nicht mehr so rasant wie in den Neunzigern. Goldt schafft die Gratwanderung wenn er über den elften September schreibt. Er schafft es, die Sache so behutsam anzugehen dass sie nicht geschmacklos wird, hinterlässt in der Tat ein Gefühl der Traurigkeit, was für ein Buch Goldts schon eine Seltenheit ist. Insgesamt war ich erfreut über den Kauf, der lachende Wahnsinn schrie mir jedoch nicht mehr aus den Augen.
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