Was Lothar Seiwert hier geschrieben hat, ist wohl weit mehr als ein herkoemmliches Buch ueber Zeitmanagement. Besonders im ersten Teil des Buches geht er sehr analytisch auf die Fragen ein, warum manche Menschen ganz bestimmte Probleme mit ihrem Zeitmanagement haben.
Diese Zusammenschau der Dinge unter Hinweis auf den unterschiedlichen Einsatz unserer Hirnhaelften (Links/Rechts-orientierte Menschen), auf unterschiedliche Motivationslagen (intrinsische/extrinsische) und den unterschiedlichen Umgang mit Zeit (monochronisch/polychronisch)machen in dem Buch zwei Dinge sehr klar:
Erstens die Ursachen, warum manche Menschen eher notorische Zuspaetkommer sind, dafuer aber viel mehr Empathiefaehigkeit haben als die immer Puenktlichen, die aber dafuer oft Probleme mit vielen parallen Vorgaengen haben aufgrund ihrer monoschronischen Zeitorientierung.
Und Zweitens macht Seiwert sehr gut deutlich, dass Zeitmanagement nicht etwas ist, das man quasi als Kochrezept nachmachen kann. Man muss es sich erarbeiten. Eben wiederum genau aus dem eingangs erwaehnten Grund: Menschen sind verschieden. Der eine kann eben mit To-Do-Listen umgehen, fuer den anderen verschlimmern sie die Situation nur noch mehr.
Neben vielen sehr praktischen Checklisten und Anleitungen fuer sein persoenliches Zeitmanagement bietet das Buch aber auch viele Einsichten in Konflikte von Arbeitsteams, die aus diesem unterschiedlichen Umgang mit der Zeit resultieren. Und es finden sich in Teams meistens Menschen mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften (auch im Hinblick auf ihren Umgang mit der Zeit) zusammen.
Einige dieser Hilfen - sowohl die analytischen alsauch die praktisch fuer sich selbst anwendbaren - konnte ich ausprobieren und ich kann das Buch daher nur bestens empfehlen. Es ist ein sehr ganzheitlicher Ansatz, den Seiwert da bietet, in dem Work-Life Balance eine besondere Rolle spielt und bei dem vor allem die Frage nicht zu kurz kommt: Zeitmanagement WOFUER? Naemlich mit dem Hinweis darauf, das am Anfang allen Zeitmanagements die Entwicklung seiner eigenen Lebensvision stehen muss. Dem Zeitmanagement, das Seiwert hier empfiehlt, gehte es darum, dieses jaehrliche/monatliche/woechentliche/taegliche Zeitmanagement stets im Einklang mit seinem eigenen, ganz persoenlichen "Mission/Vision" Statement zu bringen.
Ganz abgesehen davon, dass es durch die wie immer exzellenten Zeichnungen von Werner Tiki Kuestenmacher auch sehr witzig zu lesen ist.