Scheinbar ist es so: die Bücher von Mirjam Müntefering, die bei Bastei erscheinen, sind eher der leichten Muse der Unterhaltungsliteratur zuzurechnen und die Bücher des Piper Verlags sollen wohl eine doch eher anspruchsvolle Richtung einschlagen.
"Wenn es dunkel wird, gibt es uns nicht" ist bei Piper erschienen und tatsächlich hebt sich dieses Buch angenehm von den Unterhaltungsromanen der Bastei-Reihe ab. Allerdings sei allen zukünftigen Leserinnen geraten, sich in dieses Buch erstmal einzulesen. Die erste Hälfte des Romans ist man doch eher ein wenig ratlos und fragt sich, was die Autorin einem damit sagen möchte. Die Sprünge von einer Handlung zur anderen, von einer Protagonistin zur nächsten, wirken mitunter ein wenig unkoordiniert und so muß die Leserin erstmal ein ganzes Beziehungsgewusel auseinander sortieren, bis die Handlung sich wirklich entfalten kann und somit ihren ganz eigenen Charme und Zauber entwickelt. Am Ende jedoch wachsen einem die Personen ans Herz und es tut einem fast schon leid, daß die Handlung schon vorbei ist, ja, man wünscht sich geradezu jetzt, wo man die Personen ein wenig besser zu kennen wünscht, eine Fortsetzung.
Auch wenn "Wenn es dunkel ist, gibt es uns nicht" im Vergleich zu anderen Müntefering-Romanen eher der ernsten Literatur zuzurechnen ist, ist es keineswegs ein durchgängig ernster Roman und die Autorin versteht es, mit ihrem ganz eigenen Witz, auch das eine oder andere Lächeln auf die Lippen ihrer Leserinnen zu zaubern.
Eigentlich wollte ich diesem Buch 5 Sterne geben, allerdings gibt es einige ärgerliche Schnitzer im Bereich des Lektorats, daher ein Stern Abzug.
Fazit: ein Buch, das erst auf dem zweiten Blick zu fesseln vermag und einen dann aber nicht mehr los läßt.
Auf jeden Fall NICHT im Dunkeln lesen. ;-)