Für alle, die in der Familie mit Krankheit, Siechtum, Verwirrtheit und Tod konfrontiert sind, bietet das Buch „Wenn die fremde Frau kommt" Beispiele, wie man mit dieser zunächst kaum zu ertragenden Situation leben lernt. Selbst im Angesicht des sicheren Todes bietet es für die Betroffenen Hilfen an. Für Auszubildende in Pflegeberufen bietet es "Fallbeispiele", die den Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen gerade unter Berücksichtigung der psychischen Aspekte vermitteln. Während meiner Zeit des Zivildienstes in einer Psychiatrie habe ich häufig erlebt, wie wichtig es ist, Menschlichkeit zu zeigen. In diesem Buch wird überzeugend gezeigt, daß die menschliche Zuwendung wichtiger ist als die Finanzierung der Pflege. Besonders beeindruckend empfand ich die Erzählungen, bei der die Autorin mit ehemaligen Nazis konfrontiert wird. Beim "frommen Herrn Poller" erfährt man, wie selbst eine lebenslange Buße es nicht vermag, das schlimme Gedankengut des Nationalsozialismus aus seinem tiefen Inneren zu vertreiben. So wie mir im Zivildienst immer wieder bewusst geworden ist, wie dicht Traurigkeit und Fröhligkeit beianeinder liegen, werden auch die anrührenden Geschichten von Frau Beermann immer wieder durch viel Mitgefühl und Humor getragen.Gerade deshalb eignen sie sich aus meiner Sicht besonders gut zum Vorlesen. Sehr schön fand ich auch die zum Text passenden Zeichnungen. PS: Unbedingt die Episode „Wie man einen Elefanten aufs Kreuz legt" lesen.