Weil die Französische Revolution mein Lieblingsabschnitt der Geschichte ist, bin ich immer auf jedes neue Buch über diese Zeit gespannt. Vor allem jede Belletristik, die noch immer nach diesem Thema greift, was mich verwundert, aber zugleich natürlich sehr erfreut. Wie sich damals Victoria Holt in die Gestallt von Marie Antoinette versetzte, versucht Tanith Lee dem leser die Zeit der großen Wandlungen mit Augen von Camille Desmoulins zu zeigen. Man muß es zugeben, daß es schon viel Mut verlangt, im Namen des wohl begabtesten Journalisten der Revolution zu sprechen, oder besser gesagt, zu schreiben. Durch diese Perspektive kann man natürlich mit ganzen Herzen nur für Camille sein, wenn man auch zugleich den anderen Geschichtsfiguren unrecht tut (armer Saint-Just, den die Schriftsteller nachwievor wie ein faszinierendes Ungeheuer betrachten!). Doch was der Autorin am besten gelungen ist, das ist die Wiederbelebung der Geschichte. Man kann sich wirklich in die Zeit und Ereignisse versetzen und mitfühlen, mitempfinden, fast an der großen Geschichte teilnehmen. Die Geschichte wird zu mannigfaltigen Bildern und die für uns heute vielleicht nur aus ein paar Daten bestehende Personen werden für einen Moment wieder lebendig. Eine faszinierende Zeitreise!