Bei Elizabeth Fullers Buch "Wenn du den Emu am Himmel siehst" löste besonders der Untertitel "Eine Reise in die Welt der Aborigines" große Erwartungen aus. Ich erhoffte mir, Neues aus dem Leben dieses unglaublichen Volkes zu erfahren und begann mit großem Interesse die Lektüre des Erfahrungsberichtes. Zunächst faszinierte mich die Lockerheit und Spritzigkeit des Schreibstils und einige Stellen, besonders die, in denen die Schriftstellerin mit ihrer Mutter kommunizierte, brachten mich zum Schmunzeln. Insgesamt wird der Leser jedoch auf eine wirklich harte Probe gestellt. Nur wer es schafft, genau bis zur Hälfte dieses inhaltlich immer langweiliger werdenden Werkes vorzudringen, wird auch teilweise etwas über moderne Aborigines in einem Reservat erfahren. Diese Erfahrungen bleiben jedoch in den Ansätzen stecken, da einerseits Klischees bedient werden und andererseits die Autorin gar nicht gewillt ist, sich auf ein Leben außerhalb des Gewohnten einzulassen. Besonders störend wirkt dabei die absolute Ichbezogenheit, die einen Blick über den eigenen Tellerrand gar nicht zulässt. Es ist sicher schwer nachzuvollziehen, wie sich jemand als "Aussteiger" bezeichnen kann, der u.a. mit Laptop ins Outback loszieht, statt Aborigines-Essen lieber Schokokekse in sich hineinstopft und den Ureinwohnern erst einmal zeigen muss, wie sauber ein häusliches Bad auszusehen hat.