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Wenn das Schlachten vorbei ist: Roman
 
 

Wenn das Schlachten vorbei ist: Roman [Kindle Edition]

T.C. Boyle , Dirk van Gunsteren
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)

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Pressestimmen

„In seinem Roman ,Wenn das Schlachten vorbei ist' entfesselt T.C. Boyle die Dämonen des Naturschutzes. (...) Boyle zeigt sich wieder einmal als Meister der psychologischen Detailzeichnung eigenwilliger Charaktere. Überhaupt ist sein jüngster Roman ein Meisterstück des amerikanischen Realismus, der seinen Gehalt so leichthändig in Handlung aufzulösen vermag, das man ihn leicht unterschätzt." Ulrich Baron, Süddeutsche Zeitung, 29.02.2012 „Wer nicht töten will, muss auch die Ratten leben lassen: T.C. Boyle hat mit ,Wenn das Schlachten vorbei ist' ein hellsichtiges Werk über den Schutz der Umwelt und der Arten geschrieben.“ Cord Riechelmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2012 „Auf jeder Seite lesenswerte Satire." Matthias Matussek, Der Spiegel, 05.03.2012

Kurzbeschreibung

Zwei Fraktionen von Umweltschützern liefern sich einen erbitterten Kampf. Schauplatz sind die Channel Islands vor der Südküste von Kalifornien, wo die Umwelt vom Menschen empfindlich gestört wurde. Soll man das Gleichgewicht des Ökosystems mit viel Steuergeldern wiederherstellen - was zwangsläufig die Ausrottung mancher Tierarten bedeutet -, oder soll man um jeden Preis das Töten verhindern? T. C. Boyles furioser, apokalyptischer Roman handelt von der Ausbeutung der Natur durch den Menschen und den katastrophalen Folgen. Boyle hat eines seiner ältesten Themen weiterentwickelt, nie war er so bitter und böse, nie war es ihm so ernst.

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Regina Berger TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
T.C.Boyle legt mit >Wenn das Schlachten vorbei ist< einen Öko-Roman vor, in dem es um Umweltschutz versus Tierschutz geht. Dabei sind die Wissenschaftlerin Alma Boyd Takesue (Direktorin für Öffentlichkeitsarbeit beim National Park Service) und der Tierschützer Dave LaJoy (Vorsitzender der Tierschutzorganisation FPA - For the Protection of Animals) erbitterte Rivalen. Stets entfacht eine Art neuer Revierkampf" zwischen den Beiden. Als Schauplatz dienen die kalifornischen Channel Islands vor der Küste von Santa Barbara. Beide Akteure vertreten ihre Ideologien, beide haben gute Absichten aus widersprüchlichen Blickwinkeln, und beide verbindet eine persönliche Historie mit den Inseln Anacapa und Santa Cruz.

Der Roman beginnt mit einem Schiffbruch und lässt gleich zu Anfang die Metapher wirken, ob die Menschheit nicht Schiffbruch erleidet, wenn sie sich weiter in den Lauf der Natur einmischt. Grundsätzliche Fragen zum Verhältnis zu Fauna und Flora werden laut; der Einflussnahme des Menschen in das Ökosystem und der daraus resultierende Konflikt, ob dies verantwortungsvoll oder unverantwortlich ist.

Der Autor stattet den Leser mit Verständnis für beide Seiten aus. So fällt es schwer, sich zu positionieren oder gar Partei zu ergreifen. Beide Anschauungen haben nachvollziehbare Ansätze und schärfen das Bewusstsein für die Umwelt auf ihre Weise.

T.C.Boyle überzeugt einmal mehr mit seiner Sprachgewalt. Unnachgiebig und kraftvoll treibt er seine Helden voran. Er ist ein großartiger Beobachter und schildert detailliert. >Wenn das Schlachten vorbei ist< ist im Spannungsbogen schwankend und erinnert an Wellengang auf dem Meer. Mal tosend, mal eher dahin treibend. Dadurch entstehende Längen werden durch beharrlich ausschweifende Beschreibungen wettgemacht.

Gewöhnungsbedürftig waren für mich die Kapitelüberschriften: wissenschaftliche Namen für Tiergattungen, wie im Laufe der Handlung klar wird. Nicht ganz einfach ist es, die handelnden Frauen auseinander zu halten, da alle Namen mit A beginnen. (Alma, Anise, Annabelle.) Umso bildhafter ist dafür der Ort der Handlung: die Inselgruppe, als die "Galapagos-Inseln Nordamerikas" bekannt, wird kontrastreich vor dem inneren Auge lebendig.

Die Parabel über Ursache und Wirkung durch menschliche Eingriffe in die Biogeographie lässt über moralische und ethische Grundsätze nachdenken und hinterfragt, wo die Grenzen liegen. Der neue Roman von T.C. Boyle ist brisant und gegenwärtig. Für mich eine bereichernde Leseempfehlung mit Tiefgang.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Boyle at his best 7. April 2012
Von Leserin
Format:Gebundene Ausgabe
Welch ein grandioses Buch! Natürlich erfordert es Geduld und Aufmerksamkeit, dieses oftmals sehr weitschweifige Buch zu lesen. Doch wer sich darauf einlässt, wird ein Vergnügen auf höchstem Niveau erleben. Wieder einmal schafft es Boyle, gerade in den vermeintlich überbordenden, ausufernden Schilderungen bis in die kleinsten Nebenfiguren hinein die überraschendsten und klügsten Details zu verstecken. Die Absurdität des vermeintlich allein dem Guten dienenden Handelns wird trefflich vor Augen geführt: Was heißt schon, Einsatz für den Naturschutz, Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts? Wie soll man den Urzustands des ökologischen Systems definieren, wo ihn beginnen lassen? Schon das wieder ist ein menschlicher Eingriff wider die Natur, ein Handeln eigentlich gegen die Natur, die von sich heraus reagiert und sich weiterentwickelt. Die einen rotten Ratten aus, um wertvolle Vogelpopulationen zu retten, feiern den vermeintlichen Sieg über die Ratteninvasion dann mit gegrillten Steaks und überhaupt einem großen Menschenpulk, der Unruhe bringt, Müll hinterlässt und die Abgeschiedenheit des Insellebens stört. Die anderen sind gegen jedes Töten, setzen dann aber Tiere einer Umgebung aus, die nicht ihr natürlicher Lebensraum ist. Und fahren Auto, benutzen Wassersprenkler, lassen Rollrasen anlegen... "Wer sich frei von Sünde fühlt, der werfe den ersten Stein" lässt sich auch auf diesen Wahnsinn übertragen. Egal, wie: es gibt kein Richtig und kein Falsch. Es gibt keine Lösung. Das menschliche Dasein und Handeln ist immer ein Eingriff in die Natur, genauso, wie auch jedes andere Lebewesen die Natur in irgendeiner Weise nicht nur bereichert, sondern überhaupt beeinflusst. Ob gut oder böse, wer mag das entscheiden? Boyle bringt die ganze Absurdität einmal mehr wunderbar auf den Punkt.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Boyles Ökoroman stellt essentielle Fragen nach dem Menschen und seinem sehr speziellen Verhältnis zur Schöpfung, einschließlich seiner selbst. Es offenbaren sich vor ökologischem Kontext denn auch Psychogramme von Protagonisten, die sich zunächst dem klassischen Schwarz-Weiß entziehen, gerade weil Boyle die Befindlichkeiten und Subjektivitiäten zu entlarven versteht. Während er auch die Nebenfiguren detailliert einführt, kulminiert die Handlung vor allem aber im rivalisierenden Verhältnis zwischen der jungen Akademiker Alma und dem Umweltaktivist Dave. Weitschweifig schildert Boyle die Kulisse dieser ideologisch anmutenden Gegnerschaft, die, ein wenig arm an Höhepunkten, opulent in die Szenerie des Schauplatzes an der kalifornischen Küste bei Santa Barbara eingebettet ist. Ein ums andere Mal fordert das Buch die Geduld des Lesers ein, meist weiß es jedoch vermittels der Beschreibungswucht Boyles zu fesseln.
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