Ich habe das große Glück gehabt, Jochen Malmsheimer auf seiner gleichnamigen Tour zu erleben und konnte nicht umher, mir sogleich die CD zuzulegen. Sie stellt eine nahezu vollständige Aufnahme des Tourprogramms dar und Malmsheimers Wortwitz verfängt auch in der reinen Audio-Version. Bis auf wenige Stellen ist es zu verschmerzen, den Meister bei seinen Späßen nicht beobachten zu können.
Die Ausführungen über das erste frei (also ohne Erziehungsberichtigten-Zwang) verkonsumierte Bier oder den „Kontaktbereichsbeamten" in Hundeschwierigkeiten sind einfach göttlich. Malmsheimers Ausflug in die Musik, genauer den Blues, mutet zunächst merkwürdig an, stellt sich jedoch als derartig witzig heraus, daß man kleinere musikalische Unzulänglichkeiten gerne überhört.
Reine Erzählungen wechseln sich ab mit „virtuellen" Dialogen verschiedenster Charaktere (herrlich: Der Handwerk) und - Highlight und Titelgeber der CD - einer wundersam witzig-abstrusen Story darüber, was Satzteile so treiben, nachdem sie gesprochen worden sind (Wenn Worte reden könnten). Wer schon einmal mit Jochen Malmsheimer oder gar Tresenlesen - wo Malmsheimer noch zusammen mit Frank Goosen seine Späße treibt - in Kontakt gekommen ist, der weiß schon, was ihn hier erwarte: Geballter Wortwitz und Verbaljonglage in Höchstform. Nebenbei eine gute Möglichkeit einige neue Fremd- und Lehnwörter in den eigenen Wortschatz zu übernehmen, mit denen man anschließend Familie und Freunde erfreuen kann.
Kurzum: Dieses Album ist für jeden Freund höherer Comedy, der Kapriolen der deutschen Hoch-Sprache nicht scheut, sein Geld mehr als wert. Ich selbst habe es bereits so oft gehört, daß ich weite Teile auswendig mitsprechen kann (auch auf Parties immer wieder ein Renner) und lache trotzdem immer noch so darüber wie beim ersten Mal. Eventuell sogar noch mehr.