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Moviemans Kommentar zur DVD: Technisch ausgereifte Produktion mit Blindentonspur und weiteren sinnvollen Beigaben.
Bild: Der solide Kontrastumfang zeigt ein intensives Schwarz, das gelegentlich mal die eine oder andere Graustufe in Innensets verschluckt. Das Bild liegt grundsätzlich angenehm ruhig und stabil, neigt aber zu geringem Grieseln in enger Verbundenheit zu Mattscheibeneffekten, die das Bild sanft ruckeln lassen. Ganz gering auf der 70ér Röhre, aber auf Leinwänden schon störend. Die Trick-/ und Außenaufnahmen sind bestechend scharf und intensiv in der Abbildung kleinerer Details. Die Kantenschärfe ist in Innenszenen, beispielsweise in Gesichtskonturen noch steigerbar (01.12.00). Insgesamt löbliche Kompression, für eine so aktuelle Produktion aber schon besser gesehen.
Ton: Die beschwingte Musik gleitet erst nach einer knappen Viertelstunde so durch den Raum, wie man es sich bei der Leichtigkeit der Komposition wünscht. Bei 00.11.40 erst öffnet sich der Score auch deutlich nach hinten und erklingt wunderbar offen und luftig aus den Surroundboxen, ohne die Raumbalance zu sehr nach hinten zu verlagern. Die Dialoge erklingen klar verständlich aus dem Center und positionieren sich auch klar nachvollziehbar zwischen Center und Links/Rechts , oder ganz nach außen, wenn erforderlich. Große Dynamikwuchten sollte man nicht erwarten, dies ist auch nicht der richtige Film für gewaltige Bassschläge. Dennoch hätte ein wenig mehr Tiefgang dem Film nicht geschadet.
Extras: Der Audiokommentar mit Regisseur Macr Forster, Produzent Richard Gladstein und Autor David Magee ist durchweg eine Bereicherung für den wahren Filmfreund und zudem optional untertitelbar. Hier wird viel gefachsimpelt und auf Dinge, wie wo Spezialeffekte zum Einsatz kam, oder wieviel Leute wirklich im Theater saßen und wo Leute hereinkopiert wurden, eingegangen. Die Premierenimpressionen kann man sich schenken, dafür wünschte ich mir, "Die Erschaffung von Nimmerland", wo auf die Special Effects eingegangen wird, wären deutlich länger. Gerade wo man meint, dass es jetzt spannend wird, ist schon Schluss. 3 Zusatzszenen, die sich auch zusammen abspielen und mit einem Kommentar koppeln lassen, erreichen nochmal 3 Minuten Lauflänge. Die Outtakes sind unterhaltsam, vor allem wenn Dustin Hoffman kräftig in den Hals einer Aktrice bläst. Eine zusätzliche englische Tonspur für Blinde (Audiodeskription) ist ebenfalls enthalten und erhält hier einen Bonuspunkt, weil teuer und dennoch sinnvoll. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Seit der ersten Verfilmung des Märchenspiels als Stummfilm 1924 wurde die liebenswerte Figur immer wieder auf Zelluloid gebannt. Ob Disneys erfolgreicher Zeichentrickfilm 'Peter Pan's heitere Abenteuer' (1953), die Fortschreibung fast 50 Jahre später mit 'Peter Pan - Neue Abenteuer in Nimmerland', Steven Spielbergs 'Hook' (1991) oder P.J. Hogans aufwändiges Fantasy-Abenteuer 'Peter Pan' (2003), der das Land der Feen und Elfen in neuem Glanz erstrahlen ließ - Millionen begeisterten sich an 'Nimmerland'.
Der Ansatz von Marc Forster ist ein anderer, er macht uns mit dem schottischen Autor James M. Barrie bekannt, der die saturierte Londoner Theaterszene aufmischen und erneuern wollte. Nach dem Theaterstück 'The Man Who Was Peter Pan', einer fiktionalen Serie von Gesprächen zwischen Barrie und den Llewelyn Davies-Jungen, entwirft Forster mit großer Fabulierkunst die Entstehungsgeschichte der klassischen Kinderfigur. Ausgangspunkt der Story ist Barries Begegnung mit der schönen Witwe Sylvia im Kensington Park. Nicht nur mit der Mama, auch mit den vier vaterlosen Jungen verbindet ihn bald eine herzliche Freundschaft. Er lässt mit ihnen Drachen steigen, spielt Cowboy und Indianer, ermuntert die aufgeweckten Kids, selbst ein kleines Theaterstück zu schreiben. Vom ganz normalen Familienalltag lässt er sich zum Klassiker 'Peter Pan' inspirieren und muss nicht nur beim Impresario Überzeugungsarbeit leisten, sondern auch bei der Truppe - nicht jeder Schauspieler findet es spannend in einem Hundefell auf der Bühne zu agieren. Die Premiere (im Dezember 1904), zu dem Barrie 35 Heimkinder einlädt, wird ein Riesenerfolg. Doch Tragik und Tod lassen nicht auf sich warten.
Es ist egal, was stimmt und was nicht, Forsters Erzählung ist herzergreifend und rührt zu Tränen, ohne in Kitsch zu verfallen. Bestens besetzt die Kinder, vor allem Freddie Highmore in der Rolle des kleinen Peter, der als Pan-Vorbild fungiert, dazu Julie Christie als resolute Großmutter, Kate Winslet als todkranke Sylvia (die auf der Bühne schon 'Wendy' spielte), Radha Mitchell als Barries unglückliche Gattin. Johnny Depp macht dieses subtil gesponnene Märchen zu einer melancholischen Fabel über die Freude an der Kindheit, zu einer Reise ins Reich der Imagination, wo auch Erwachsene, die den Verlust der Jugend betrauern, schieres Glück empfinden. 'Peter Pan' - neben 'Superman' weltweites Idol - weckt Erinnerung an eine Zeit der Unbeschwertheit, Unschuld und Unverbildetheit. Trotz 'Harry Potter' & Co. beeindruckt diese Hymne auf die Fantasie und den Willen, seine Träume zu leben. 'It's magical' flüstert Johnny Depp den Sprößlingen in einer Szene zu. Wer will ihm da widersprechen? mk.