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Wenn Sport Geschichte schreibt [Gebundene Ausgabe]

Jan Stradling
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

21. März 2012
Das „Wunder von Bern“, der Sieg der weiblichen Tennislegende Billie Jean King über Bobby Riggs oder der Dopingskandal um Ben Johnson — manche Sportereignisse gehen weit über ihre eigentliche sportliche Bedeutung hinaus und werden zur Momentaufnahme der sozialen und politischen Umstände ihrer Zeit. Unvergessen ist der schwarze Athlet Jesse Owens, der bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin triumphiert und Hitlers Theorie der überlegenen Rasse Lügen straft. Argentiniens Star-Fußballer Diego Maradona gibt dem Gegner Großbritannien seine spezielle Antwort auf den Falklandkrieg und geht als die „Hand Gottes“ in die Geschichte der Fußballweltmeisterschaften ein.Dieses Buch erzählt die dramatischen und emotionalen Geschichten hinter den Kulissen, wenn ein Spiel zum Symbol für etwas Größeres wird und Sport Geschichte schreibt.

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Preis für beide: EUR 69,90

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: National Geographic Deutschland; Auflage: 1 (21. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866902352
  • ISBN-13: 978-3866902350
  • Größe und/oder Gewicht: 24,2 x 19,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 445.908 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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5.0 von 5 Sternen Mehr als nur ein Wettkampf in der Arena 1. Juli 2012
Jesse Owens, der 'Untermensch', der, der nur leicht zähneknirschend im Berlin des Jahres 1936 als Schwarzer unbehelligt blieb, der, dem es 'gezeigt' werden sollte, die Überlegenheit der 'weißen Rasse', er düpierte durchaus fast spielerisch nicht nur sine Mitkonkurrenten, sondern führt für einen Augenblick das grundlegende Gedankensystem des dritten Reiches ad absurdum.

1954 in Bern. Mehr als ein Endspiel einer Fußballweltmeisterschaft. Ein Kriegsverlierer wird wieder 'salonfähig' durch den Sport, eine ganze Nation schöpft für den Alltag, für ihr Selbstverständnis Kraft aus den 'Helden von Bern' und dem Gewinn des Titels.

Aber schon weit vorher, 1914, mitten im ersten Weltkrieg, zeigte der Fußball, der Sport seine vereinigenden, glättenden Möglichkeiten. Jenes belegte, fast surreale Spiel zwischen Briten und Deutschen Weihnachten and er Front, wo die Waffen schweigen und deutlich wurde, was wirklich war. Junge Männer, die für einen Augenblick der Normalität mit ihrem Spiel aufzeigten, wie sinnentleert die erbitterten Waffengänge waren.

Aber auch in der Neuzeit, Ben Johnson bei den olympischen Spielen in Seoul 1988 steht für mehr als nur einen konkreten und persönlichen Betrug im Sport. Das Ereignis steht für eine ganze Politik des Dopings, weit verzweigte Machenschaften und Korruption auf allen Seiten.

Sportliche Ereignisse legt Jan Stradling vor, die in ihren konkreten Abläufen mehr waren als nur ein athletischer Wettkampf, Ereignisse, die über sich hinaus verwiesen als Symbol für politische, weltgeschichtliche Zustände. So, wie es Bobbie Fischer 1972 bei der Schachweltmeisterschaft auf den Punkt brachte: 'Diese kleine Sache zwischen mir und Spasski ist eine Art Mikrokosmos der gesamten weltpolitischen Lage. Man sagt immer, die Führer der Welt sollen es gegeneinander ausfechten. Und genau das machen wir nu ' nicht mit Bomben, sondern am Schachbrett'.

28 solcher über sich hinausweisender sportlicher Ereignisse hat Jan Stadler im Buch gesammelt und in breiten Textbeiträgen mit illustrierenden Bildern. Klugerweise legt er in kurzen Stichworten zur Einleitung jeder Betrachtung den tiefer liegenden Hintergrund vor Augen (Emanzipationsbewegung der Afroamerikaner beim 'Rumble in the Jungle' 1974) und stimmt so den Leer von Beginn jeder Darlegung auf die politische und geschichtliche Dimension der sportlichen Taten ein.

Ein Buch, welches die Intensität dokumentiert, mit welcher der Sport gerade in den Jahren nach des kalten Krieges und an vielen anderen Orten und Lagen der Welt immer mehr in sich trug als einen reinen Wettkampf um Ehre oder Geld. Eine Entwicklung, die in die Gegenwart hinein sich durchaus verändert hat, die dennoch immer wieder Ereignisse im Sport geriert und gerieren wird, die dieses 'Mehr' ins sich tragen, wie die (nicht im Buch erwähnte) Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland, in welcher der Blick von Außen auf 'die Deutschen' eine Korrektur erfuhr.

Natürlich lässt Stadler auch die Schilderung des Ereignisses selber, seine Abläufe und Hintergründe, nicht zu kurz kommen, so dass der sportbegeisterte auf seine Kosten kommt, aber eben auch die weiteren Dimensionen jeweils wahrnimmt. Ein interessantes und höchstlesenswertes Dokument der Sportgeschichte.
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5.0 von 5 Sternen Mehr als ein Spiel 19. Mai 2012
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Bereits seit den panhellenischen Spielen der Antike von Delphi, Korinth, Nemae und Olympia wurde Sport nicht alleine zu seinem alleinigen Selbstzweck wegen betrieben, sondern diente vor allem besonderen Interessen. Für die Griechen des Altertums war dies keine "Sportveranstaltung" in unserem heutigen Sinne, sondern religiöse Feste an denen die verwandten Stämme teilnehmen durften und die sogenannten "Barbaren" ausgeschlossen blieben. Ihren rein griechischen Charakter sollten die Spiele erst nach der römischen Eroberung im Jahr 148 v. Chr. verlieren, als nunmehr auch ausländische Athleten teilnehmen durften. Weil auch Kaiser Nero Olympiasieger werden wollte erfand er nicht nur neue Disziplinen, sondern ließ im Jahre 65 die Spiele sogar um zwei Jahre verschieben....

...."More Than a Game" lautet daher treffend der bereits im Spätherbst 2009 bei Murdoch Books in Australien erschienene Originaltitel. Demgegenüber wird vom Cover der im März 2012 publizierten deutschsprachigen Ausgabe "Wenn Sport Geschichte schreibt" in Anlehnung an den englischen Untertitel "When Sport and History collide" nur ein Teilaspekt einer komplexen Thematik angesprochen. Die gelernte Grundschullehrerin, Buchautorin und Chefproduzentin beim australischen Sender ABC Television, Jan Stradling insgesamt 28 verschiedene Artikel in fünf Kapitel zusammengefasst. Jeder einzelne Artikel folgt dem selben Aufbau. Während die erste Seite zunächst einen tabellarischen Überblick zum Ereignis, dessen Hintergrund und Kontrahenten sowie dem Austragungsort bietet, zeigt die gesamte zweite Seite ein Foto des, bzw. der Protagonisten. Während im Text die politische Lage, weitere Hintergründe und das eigentliche Ereignis dargelegt werden, gibt es dazwischen und daneben weitere Bilder und Informationsmaterial zu den Ereignissen des jeweiligen Jahres, sowie Zitate und Fakten, die von den Annalen gerne verschwiegen werden.

Das mit "Stolz und Vorurteil" betitelte erste Kapitel beginnt mit einem Ereignis in einer Sportart, die hier zu Lande eher weniger bekannt sein dürfte, jedoch das erste moderne Beispiel von Sport und Rassismus ist: Die Englandtournee einer Aborigines-Cricketmannschaft im Jahre 1868. Was sich als "große weiße Hoffnung gegen die schwarze Gefahr" im 1910 im Boxkampf Jim Jeffries gegen Jack Johnson fortsetzten sollte, gipfelte schließlich in der NS-Ideologie, die den Erfolg Max Schmelings als Beweis für die "Überlegenheit der weißen Rasse" missbrauchte. Auf schwarzen Socken und mit erhobener, behandschuhter rechter Faust "grüßten" die amerikanischen Läufer Tommie Smith und John Carlos bei der Siegerehrung die US-Flagge und Hymne im Stil der "Black Power-Bewegung" und wurden dafür nachträglich disqualifiziert. Diese Ereignis timediver® ebenso in tiefer Erinnerung geblieben, wie die Bilder von der Geiselnahme israelischer Sportler während der Olympischen Spiele in München 1972 durch Angehörige der Terrororganisation "Schwarzer September". Zum Kapitel "Flagge zeigen" gehört auch ein Beitrag zum "Wunder von Bern", den im Krieg besiegten und danach für Jahre sportlich isolierten Deutschen auch das Gefühle "Wir sind wieder wer" verlieh. Weitere Beiträge haben den Ost-West-Konflikt zum Gegenstand, der auch vor dem Sport keinen Halt machte. Dem Boykott der Olympischen Sommerspiele einiger westlicher Staaten infolge des 1956 niedergeschlagenen Ungarnaufstandes, sollten schließlich die zum "Triumph des Kapitalismus über den Kommunismus" erhobenen "Jahrhundertsiege" Bobby Fischers und die US-Siege im Basketball (1972) und Eishockey (1980) sowie anschließend eine Reihe gegenseitiger Olympia-Boykotte folgen.

Die deutlich nachfolgenden, kürzer geratenen Kapitel haben "Fußballkriege", den "Kampf der Geschlechter" und schließlich Doping und andere unfaire Praktiken zum Gegenstand. Eine umfangreichen Bibliographie mit unzähligen Webadressen bildet zusammen mit einem Register den Abschluss eines bereits nach zwei Monaten vergriffenen Bandes. Obgleich sie eine hohe Zahl der Beiträge auf England, Australien und Neuseeland bezieht und europäische Ereignisse, wie z. B. das Fußballspiel DDR - BRD vom 22. Juni 1974 vermissen lässt, kann der ansprechende Band noch mit 5 Amazonsternen bewertet werden.
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Von Manfred Orlick HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Was hat Sport mit Politik zu tun? Beide sind oft enger miteinander verbunden als allgemein angenommen wird. Die enge Verflechtung zwischen Politik und Sport ist aber keine Erfindung unserer Zeit. Seit Jahrzehnten wird Sport als politisches Mittel eingesetzt.

Für diese Tatsache liefert Jan Stradling in seinem Buch "Wenn Sport Geschichte schreibt" zahlreiche Beispiele. Sein erste Beispiel führt sogar weit ins 19. Jahrhundert zurück, als 1868 eine australisches Cricketmannschaft, die aus 14 Aborigines bestand, auf England-Tournee ging, wo die "Eingeborenen einer Sträflingskolonie" auf die Spieler der britischen Aristokratie trafen.

Weitere Beispiele des Rassismus im Sport waren die Boxkämpfe zwischen afroamerikanischen Boxern und weißen Kontrahenten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unvergessen ist auch der afroamerikanische Athlet Jesse Owens, der bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936 vier Goldmedaillen gewann und damit die Theorie der Nationalsozialisten von der überlegenen Rasse ad absurdum führte.

Trauriger Höhepunkt in der oft fatalen Verflechtung von Sport und Politik war die Geiselnahme von israelischen Sportlern durch palästinensische Terroristen während der Olympischen Sommerspiele in München 1972. Auch Fußballspiele können zum "Fußballkrieg" ausarten, wie die Beispiele von Honduras gegen El Salvador (1969) oder Dinamo Zagreb gegen Roter Stern Belgrad (1990) zeigten.

Sport wurde auf die vielfältigste Art benutzt, um religiöse, ethnische oder nationalistische Überzeugungen zum Ausdruck zu bringen. In 28 Kapiteln erzählt das reich illustrierte Buch von den dramatischen und emotionalen Geschichten hinter den Kulissen, von hinterhältiger Taktik, Pingpong-Diplomatie oder von der "Hand Gottes", als der argentinische Fußball-Star Maradona bei der Weltmeisterschaft 1986 im Viertelfinale ein Tor mithilfe der "Hand Gottes" erzielte. Politischer Hintergrund war hier der Falklandkrieg zwischen England und Argentinien 1982.

Auch das Thema "Doping im Sport" wird beleuchtet, so am Beispiel des "schmutzigsten Rennen der Geschichte", als der Kanadier Ben Johnson bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988 nach seinem Sieg im 100-Meter-Finale des Doping überführt wurde.

Komplettiert wird das außergewöhnliche Sportbuch nicht nur durch zahlreiche historische Sportfotos, sondern auch durch umfangreiche Literaturhinweise für jedes einzelne Kapitel sowie ein ausführliches Register, das das Auffinden ausgewählter Sportler oder Sportereignisse erleichtert.

Fazit: "Wenn Sport Geschichte schreibt" ist eine aufschlussreiche Darstellung und erzählt Sportgeschichte in spannender Weise mit den gesellschaftlichen und politischen Hintergründen.

Manfred Orlick
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