Pressestimmen
»Das Buch füllt eine Lücke auf dem Gebiet der Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse über chronische Schmerzen in den therapeutischen Alltag. Es ist ausgezeichnet lesbar als beachtliche Lebenshilfe für alle Betroffenen und ihre Angehörigen.« (socialnet, Prof. Dr. Gisbert Roloff )
»[...] immer spannend zu lesen, nie abschweifend in spekulative Akademik oder trockenes Fachchinesisch; stilistisch ein besonderes Lesevergnügen, obwohl und weil die individuelle Ausdrucksnote der Autoren immer gegenwärtig bleibt.« (Naturheilpraxis, Christian Reichard )
»Das Buch tut schon beim Lesen gut. Es zeigt warmherziges Verständnis für den Geplagten und wirkungsvolle Techniken, wie man dem Schmerz den Schrecken nimmt. Zudem ist auch die Schreibweise außergewöhnlich, beinahe literarisch. Schöne Worte formen kluge Sätze, in einem bemerkenswerten Buch.« (DiePresse.com, Thomas Hartl )
»[...] immer spannend zu lesen, nie abschweifend in spekulative Akademik oder trockenes Fachchinesisch; stilistisch ein besonderes Lesevergnügen, obwohl und weil die individuelle Ausdrucksnote der Autoren immer gegenwärtig bleibt.« (Naturheilpraxis, Christian Reichard )
»Das Buch tut schon beim Lesen gut. Es zeigt warmherziges Verständnis für den Geplagten und wirkungsvolle Techniken, wie man dem Schmerz den Schrecken nimmt. Zudem ist auch die Schreibweise außergewöhnlich, beinahe literarisch. Schöne Worte formen kluge Sätze, in einem bemerkenswerten Buch.« (DiePresse.com, Thomas Hartl )
Kurzbeschreibung
Wege aus dem chronischen Schmerz – Techniken zur nachhaltigen Schmerzlinderung
Wer unter anhaltenden, schweren Schmerzen leidet, fühlt sich wie in einem Gefängnis: hilflos und ohnmächtig. Eine Befreiung ist möglich, wenn die Schmerz-Wahrnehmung verändert wird. Liebevolle Aufmerksamkeit für sich selbst und kreative Wege, um Gefühle auszudrücken, können die Lebensperspektive wieder erweitern. Der Schmerz rückt in den Hintergrund, die Freude am Leben bekommt Raum.
Wer unter anhaltenden, schweren Schmerzen leidet, fühlt sich wie in einem Gefängnis: hilflos und ohnmächtig. Eine Befreiung ist möglich, wenn die Schmerz-Wahrnehmung verändert wird. Liebevolle Aufmerksamkeit für sich selbst und kreative Wege, um Gefühle auszudrücken, können die Lebensperspektive wieder erweitern. Der Schmerz rückt in den Hintergrund, die Freude am Leben bekommt Raum.
Klappentext
»Das Buch füllt eine Lücke auf dem Gebiet der Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse über chronische Schmerzen in den therapeutischen Alltag. Es ist ausgezeichnet lesbar als beachtliche Lebenshilfe für alle Betroffenen und ihre Angehörigen.«
socialnet, Prof. Dr. Gisbert Roloff
socialnet, Prof. Dr. Gisbert Roloff
»[...] immer spannend zu lesen, nie abschweifend in spekulative Akademik oder trockenes Fachchinesisch; stilistisch ein besonderes Lesevergnügen, obwohl und weil die individuelle Ausdrucksnote der Autoren immer gegenwärtig bleibt.«
Naturheilpraxis, Christian Reichard
»Das Buch tut schon beim Lesen gut. Es zeigt warmherziges Verständnis für den Geplagten und wirkungsvolle Techniken, wie man dem Schmerz den Schrecken nimmt. Zudem ist auch die Schreibweise außergewöhnlich, beinahe literarisch. Schöne Worte formen kluge Sätze, in einem bemerkenswerten Buch.«
DiePresse.com, Thomas Hartl
Über den Autor
Christel Klinger, geb. 1962, Dipl. Sozialpädagogin und Kunsttherapeutin, arbeitet mit Schmerzpatienten und gibt Entspannungskurse.
Prof. Dr. Johannes Wiedemann, geb. 1945, ist Arzt und war viele Jahre Dozent an der Fachhochschule München, Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften, mit dem Arbeitsschwerpunkt Gesundheitsförderung bei chronischen Erkrankungen. Mitinitiator und Mitarbeit in einem Schmerztherapieprogramm am Klinikum der Universität München.
Prof. Dr. Johannes Wiedemann, geb. 1945, ist Arzt und war viele Jahre Dozent an der Fachhochschule München, Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften, mit dem Arbeitsschwerpunkt Gesundheitsförderung bei chronischen Erkrankungen. Mitinitiator und Mitarbeit in einem Schmerztherapieprogramm am Klinikum der Universität München.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Vorwort
Auf wenigen Gebieten der Medizin hat es in den letzten Jahrzehnten so wesentliche neue Erkenntnisse gegeben wie auf dem Gebiet der Schmerzdiagnostik und –therapie. Das Wissen darüber, was Schmerz ist, wie er entsteht, wie er zu einer chronischen Krankheit werden kann und wie man ihn wirkungsvoll bekämpft und dadurch die Chronifizierung verhindert, hat sich in dieser Zeit vervielfacht. Und doch sind noch selten entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse so schleppend in ärztliches Handeln umgesetzt worden.
Studierende der Medizin müssen auch heute noch keine fundierten Kenntnisse über Schmerztherapie erwerben, obwohl dreißig Prozent ihrer zukünftigen Patienten mit entsprechenden Beschwerden zu ihnen kommen werden. Niedergelassene Ärzte, denen man eine gute Aus- und Weiterbildung ebenfalls vorenthalten hat, zögern allzu oft, wenn es gilt, Schmerzpatienten zu einem der wenigen Experten oder an ein Schmerzzentrum zu überweisen, nachdem ihre Bemühungen – verständlicherweise – nicht erfolgreich waren. So sind in Deutschland immer noch ungefähr 10 Millionen Patienten, die an ständigen oder immer wiederkehrenden Schmerzen leiden, unterversorgt, alleine gelassen und oft ohne jede Hoffnung auf kompetente Hilfe.
Ich denke, beides, das Phänomen des Schmerzes und das Phänomen seiner Ausschaltung, ist als Teil der Grundausstattung des Menschen anzusehen und gehört seit jeher in seine Erfahrungswelt. Der Schmerz als Warner und Indikator für bedrohliche Situationen am und im Körper, aber auch als unausweichliches, den Menschen begleitendes Geschehen – oder, wie es der berühmte Schmerzforscher Manfred Zimmermann ausdrückt: der Schmerz als anthropologisches Konzept – findet sich in allen Jahrhunderten und allen Kulturen.
Man hat ihn Dämonen zugeordnet, die in den Menschen eindringen und ihn quälen, und man hat ihn, nach den Einsichten der modernen Forschung, als eine Funktion des Nervensystems identifiziert. Eines Systems wohlgemerkt, das in das Schmerzgeschehen wiederum eingreifen und es verändern kann. Das heißt, Schmerz kann das Gehirn verändern, wenn er nicht behandelt wird. Aber umgekehrt kann das Gehirn auch den Schmerz verändern – im Sinne einer Selbstheilung.
Gerade die Möglichkeit der nachhaltigen Beeinflussung eines Schmerzgeschehens durch den Patienten selbst gehört zu den wichtigsten neuen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Hirnforschung. Denn so, wie das Nervensystem Schmerz regelrecht »lernen« kann (und ihn dadurch chronisch werden lässt), kann es auch lernen, ihn zu kontrollieren und zu vergessen.
»Wenn der Schmerz nicht aufhört« ist ein aufregendes Buch. Es schildert zunächst die Zusammenhänge zwischen Körper und Seele und die Mechanismen, die die Schmerzwahrnehmung entscheidend beeinflussen. Dann aber nimmt uns das Autorenpaar mit auf eine abenteuerliche Reise. Sie führt uns vorbei an Erinnerungen, Traumlandschaften und angstbesetzten Szenarien, direkt hinein in unser inneres Ich. Und hier werden wir gewahr, dass wir nicht hilflos sind, auch nicht unseren Schmerzen gegenüber, sondern dass es Wege gibt, die uns hinausführen aus dem Gefängnis unserer Leiden.
Noch eine wesentliche Botschaft vermittelt dieses Buch: Schmerztherapie ist Gemeinschaftsarbeit. Die kompetentesten Ärzte, Physiotherapeuten und Psychologen können nur dann wirksam helfen, wenn die Patienten selbst aktiv teilnehmen am gemeinsamen Bemühen. Und je intensiver sie sich auf diese Seelenreise einlassen, desto größer ist die Chance ihrer Heilung.
Dr. Marianne Koch, Juni 2007
Annäherung
Geplagt von Schmerzen
Dies ist ein Buch für Menschen, die unter Schmerzen leiden und den Wunsch haben, zusätzlich zur medizinischen Behandlung selbst etwas für ihre Heilung zu tun. Wenn dies auf Sie zutrifft, so kann dieses Buch Sie darin unterstützen, sich mit Ihrer Situation auseinanderzusetzen und Möglichkeiten zu finden, wie Sie selbst aktiv werden können.
Zugleich ist dies aber auch ein Buch für diejenigen, die solchen Menschen nahestehen, mit ihnen mitleiden und sich oft fragen, wie sie helfen könnten. Diesen Angehörigen, Freunden oder Kollegen soll das Buch eine Hilfe sein, um zu verstehen, was Schmerzen in demjenigen bewirken können, der sie erleidet, aber auch, was man gegen das Gefühl der Hilf- und Ratlosigkeit tun kann.
Chronische Schmerzen gibt es in verschiedenster Ausprägung, mit unterschiedlichsten medizinischen Diagnosen oder auch ohne jeglichen körperlichen Befund. Häufig kennt man die Schmerzursache wie zum Beispiel bei entsprechenden Grunderkrankungen. Dazu gehören Rheuma oder Multiple Sklerose und auch Krebs, die selbst nur schwer heilbar sind. Oder der Schmerzmechanismus ist bekannt, aber man findet keine Möglichkeit, ausreichend auf ihn einzuwirken (beispielsweise bei Migräne oder neuropathischem Schmerz).
In manchen Fällen gibt es eine Theorie über eine Schmerzerkrankung, die darin besteht, dass man ein ganzes Bündel verschiedener Ursachen annimmt. Die Fibromyalgie oder Rückenschmerzen sind Erkrankungen dieser Art. Manchmal hat sich der Schmerz von seiner ursprünglichen Ursache abgekoppelt und bleibt trotz Heilung bestehen – nach Unfällen, operativen Eingriffen oder Entzündungen. Oder es gibt eine körperliche Ursache, aber die Heftigkeit der Schmerzen steht in keinem Verhältnis dazu. Viele chronische Schmerzerkrankungen haben ihre Wurzeln im individuellen Leben der Betroffenen – in frühen Verletzungen durch Misshandlung oder Vernachlässigung oder schwere Verlusterfahrungen oder anderen nicht bewältigten Lebenskrisen. Man spricht in diesen Fällen von somatoformen Schmerzstörungen.
Ganz unabhängig davon aber, welche dieser Varianten auf Sie zutrifft, haben alle Arten von chronischem Schmerz eines gemeinsam: Sie greifen tief ins persönliche Leben ein, verändern Ihren Alltag, Ihr Wohlbefinden, Ihre Beziehungen. Nicht selten verändert sich Ihr Selbstbild und Sie sind mit Schwierigkeiten konfrontiert, die über den Rahmen einer rein medizinischen Behandlung weit hinausgehen.
Die medizinische Forschung lässt keinen Zweifel daran, dass chronischer Schmerz ein »bio-psycho-soziales Gesamtgeschehen« ist, und dieser Erkenntnis möchten wir hier Rechnung tragen.
Auch wenn der Behandlungs-Alltag dieser Tatsache oftmals noch nicht gerecht wird, so ist die moderne Schmerz-Therapie längst dazu übergegangen, einen multi-modalen Ansatz zu vertreten, das heißt auf mehreren Ebenen anzusetzen. Dass eine rein symptomorientierte Therapie nicht ausreichend ist, gilt als erwiesen. Behandlungs-Angebote zu finden, die der Situation gerecht werden, und Unterstützung dabei zu erhalten, die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren, ist aber gar nicht so einfach.
Mit diesem Buch möchten wir Ihnen Anregungen verschiedenster Art geben und Sie vor allem darauf aufmerksam machen, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, selbst daran zu arbeiten, dass es Ihnen wieder besser geht.
Besonderen Wert legen wir auf die Dimension der Individualität – nicht nur in Bezug auf das Erleben von Schmerz, sondern auch und vor allem in Bezug auf Ihre persönlichen Entscheidungen, die Ihren Genesungsprozess betreffen. Mit chronischem Schmerz zu leben ist eine Herausforderung, die nach persönlich zugeschnittenen Lösungen verlangt. Dass es keine vorgefertigten oder allgemeingültigen Antworten gibt, macht die Suche danach manchmal anstrengend, aber eben auch lohnend.
Nachdem der chronische Schmerz gerade zu Ihrer Lebenssituation gehört und Sie nicht die Wahl haben – machen Sie das Beste daraus. Versuchen Sie ihn als Herausforderung zu betrachten, der es zu begegnen gilt. Seien Sie Ihr eigener Experte und machen Sie sich auf die Reise.
Mut zum Glück
Kein Mensch kann über körperlichen Schmerz einfach hinweggehen. Der Körper zwingt uns, ihn zu beachten, und dieser innere Alarmzustand des »es muss etwas geschehen« verdient absolute Beachtung. So wie akuter Schmerz...
Auf wenigen Gebieten der Medizin hat es in den letzten Jahrzehnten so wesentliche neue Erkenntnisse gegeben wie auf dem Gebiet der Schmerzdiagnostik und –therapie. Das Wissen darüber, was Schmerz ist, wie er entsteht, wie er zu einer chronischen Krankheit werden kann und wie man ihn wirkungsvoll bekämpft und dadurch die Chronifizierung verhindert, hat sich in dieser Zeit vervielfacht. Und doch sind noch selten entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse so schleppend in ärztliches Handeln umgesetzt worden.
Studierende der Medizin müssen auch heute noch keine fundierten Kenntnisse über Schmerztherapie erwerben, obwohl dreißig Prozent ihrer zukünftigen Patienten mit entsprechenden Beschwerden zu ihnen kommen werden. Niedergelassene Ärzte, denen man eine gute Aus- und Weiterbildung ebenfalls vorenthalten hat, zögern allzu oft, wenn es gilt, Schmerzpatienten zu einem der wenigen Experten oder an ein Schmerzzentrum zu überweisen, nachdem ihre Bemühungen – verständlicherweise – nicht erfolgreich waren. So sind in Deutschland immer noch ungefähr 10 Millionen Patienten, die an ständigen oder immer wiederkehrenden Schmerzen leiden, unterversorgt, alleine gelassen und oft ohne jede Hoffnung auf kompetente Hilfe.
Ich denke, beides, das Phänomen des Schmerzes und das Phänomen seiner Ausschaltung, ist als Teil der Grundausstattung des Menschen anzusehen und gehört seit jeher in seine Erfahrungswelt. Der Schmerz als Warner und Indikator für bedrohliche Situationen am und im Körper, aber auch als unausweichliches, den Menschen begleitendes Geschehen – oder, wie es der berühmte Schmerzforscher Manfred Zimmermann ausdrückt: der Schmerz als anthropologisches Konzept – findet sich in allen Jahrhunderten und allen Kulturen.
Man hat ihn Dämonen zugeordnet, die in den Menschen eindringen und ihn quälen, und man hat ihn, nach den Einsichten der modernen Forschung, als eine Funktion des Nervensystems identifiziert. Eines Systems wohlgemerkt, das in das Schmerzgeschehen wiederum eingreifen und es verändern kann. Das heißt, Schmerz kann das Gehirn verändern, wenn er nicht behandelt wird. Aber umgekehrt kann das Gehirn auch den Schmerz verändern – im Sinne einer Selbstheilung.
Gerade die Möglichkeit der nachhaltigen Beeinflussung eines Schmerzgeschehens durch den Patienten selbst gehört zu den wichtigsten neuen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Hirnforschung. Denn so, wie das Nervensystem Schmerz regelrecht »lernen« kann (und ihn dadurch chronisch werden lässt), kann es auch lernen, ihn zu kontrollieren und zu vergessen.
»Wenn der Schmerz nicht aufhört« ist ein aufregendes Buch. Es schildert zunächst die Zusammenhänge zwischen Körper und Seele und die Mechanismen, die die Schmerzwahrnehmung entscheidend beeinflussen. Dann aber nimmt uns das Autorenpaar mit auf eine abenteuerliche Reise. Sie führt uns vorbei an Erinnerungen, Traumlandschaften und angstbesetzten Szenarien, direkt hinein in unser inneres Ich. Und hier werden wir gewahr, dass wir nicht hilflos sind, auch nicht unseren Schmerzen gegenüber, sondern dass es Wege gibt, die uns hinausführen aus dem Gefängnis unserer Leiden.
Noch eine wesentliche Botschaft vermittelt dieses Buch: Schmerztherapie ist Gemeinschaftsarbeit. Die kompetentesten Ärzte, Physiotherapeuten und Psychologen können nur dann wirksam helfen, wenn die Patienten selbst aktiv teilnehmen am gemeinsamen Bemühen. Und je intensiver sie sich auf diese Seelenreise einlassen, desto größer ist die Chance ihrer Heilung.
Dr. Marianne Koch, Juni 2007
Annäherung
Geplagt von Schmerzen
Dies ist ein Buch für Menschen, die unter Schmerzen leiden und den Wunsch haben, zusätzlich zur medizinischen Behandlung selbst etwas für ihre Heilung zu tun. Wenn dies auf Sie zutrifft, so kann dieses Buch Sie darin unterstützen, sich mit Ihrer Situation auseinanderzusetzen und Möglichkeiten zu finden, wie Sie selbst aktiv werden können.
Zugleich ist dies aber auch ein Buch für diejenigen, die solchen Menschen nahestehen, mit ihnen mitleiden und sich oft fragen, wie sie helfen könnten. Diesen Angehörigen, Freunden oder Kollegen soll das Buch eine Hilfe sein, um zu verstehen, was Schmerzen in demjenigen bewirken können, der sie erleidet, aber auch, was man gegen das Gefühl der Hilf- und Ratlosigkeit tun kann.
Chronische Schmerzen gibt es in verschiedenster Ausprägung, mit unterschiedlichsten medizinischen Diagnosen oder auch ohne jeglichen körperlichen Befund. Häufig kennt man die Schmerzursache wie zum Beispiel bei entsprechenden Grunderkrankungen. Dazu gehören Rheuma oder Multiple Sklerose und auch Krebs, die selbst nur schwer heilbar sind. Oder der Schmerzmechanismus ist bekannt, aber man findet keine Möglichkeit, ausreichend auf ihn einzuwirken (beispielsweise bei Migräne oder neuropathischem Schmerz).
In manchen Fällen gibt es eine Theorie über eine Schmerzerkrankung, die darin besteht, dass man ein ganzes Bündel verschiedener Ursachen annimmt. Die Fibromyalgie oder Rückenschmerzen sind Erkrankungen dieser Art. Manchmal hat sich der Schmerz von seiner ursprünglichen Ursache abgekoppelt und bleibt trotz Heilung bestehen – nach Unfällen, operativen Eingriffen oder Entzündungen. Oder es gibt eine körperliche Ursache, aber die Heftigkeit der Schmerzen steht in keinem Verhältnis dazu. Viele chronische Schmerzerkrankungen haben ihre Wurzeln im individuellen Leben der Betroffenen – in frühen Verletzungen durch Misshandlung oder Vernachlässigung oder schwere Verlusterfahrungen oder anderen nicht bewältigten Lebenskrisen. Man spricht in diesen Fällen von somatoformen Schmerzstörungen.
Ganz unabhängig davon aber, welche dieser Varianten auf Sie zutrifft, haben alle Arten von chronischem Schmerz eines gemeinsam: Sie greifen tief ins persönliche Leben ein, verändern Ihren Alltag, Ihr Wohlbefinden, Ihre Beziehungen. Nicht selten verändert sich Ihr Selbstbild und Sie sind mit Schwierigkeiten konfrontiert, die über den Rahmen einer rein medizinischen Behandlung weit hinausgehen.
Die medizinische Forschung lässt keinen Zweifel daran, dass chronischer Schmerz ein »bio-psycho-soziales Gesamtgeschehen« ist, und dieser Erkenntnis möchten wir hier Rechnung tragen.
Auch wenn der Behandlungs-Alltag dieser Tatsache oftmals noch nicht gerecht wird, so ist die moderne Schmerz-Therapie längst dazu übergegangen, einen multi-modalen Ansatz zu vertreten, das heißt auf mehreren Ebenen anzusetzen. Dass eine rein symptomorientierte Therapie nicht ausreichend ist, gilt als erwiesen. Behandlungs-Angebote zu finden, die der Situation gerecht werden, und Unterstützung dabei zu erhalten, die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren, ist aber gar nicht so einfach.
Mit diesem Buch möchten wir Ihnen Anregungen verschiedenster Art geben und Sie vor allem darauf aufmerksam machen, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, selbst daran zu arbeiten, dass es Ihnen wieder besser geht.
Besonderen Wert legen wir auf die Dimension der Individualität – nicht nur in Bezug auf das Erleben von Schmerz, sondern auch und vor allem in Bezug auf Ihre persönlichen Entscheidungen, die Ihren Genesungsprozess betreffen. Mit chronischem Schmerz zu leben ist eine Herausforderung, die nach persönlich zugeschnittenen Lösungen verlangt. Dass es keine vorgefertigten oder allgemeingültigen Antworten gibt, macht die Suche danach manchmal anstrengend, aber eben auch lohnend.
Nachdem der chronische Schmerz gerade zu Ihrer Lebenssituation gehört und Sie nicht die Wahl haben – machen Sie das Beste daraus. Versuchen Sie ihn als Herausforderung zu betrachten, der es zu begegnen gilt. Seien Sie Ihr eigener Experte und machen Sie sich auf die Reise.
Mut zum Glück
Kein Mensch kann über körperlichen Schmerz einfach hinweggehen. Der Körper zwingt uns, ihn zu beachten, und dieser innere Alarmzustand des »es muss etwas geschehen« verdient absolute Beachtung. So wie akuter Schmerz...