Ich kann mir aufgrund eigener Erwartungshaltung vorstellen, dass viele Interessenten und Anwender von "Quantenheilung" auf diesen Buchtitel aufmerksam werden. Denn einerseits haben sie im Kontakt mit Quantenheilung deutlich gespürt, dass hierin ein wunderbares Potential steckt. Ich selbst hab mehrfach Seminare bei Kinslow besucht, weilte danach auch einige Tage in der inneren Freiheit des Eu-Gefühls... um es nur wiederum zu verlieren und abermals in der Verzweiflung festzustecken. Und dann zu spüren - "irgendwie funktioniert es doch nicht". Auch mit Matrix Energetics nach Bartlett oder nach Heede-Institut hab ich diverse Erfahrungen und Übungen gemacht. Auch da hab ich gespürt: ja, irgendwie steckt immenses Potential drin... und dennoch immer wieder das Gefühl: es klappt nicht, "unterm Strich verändert sich nichts im Alltag". Grundlegende Muster schienen in der Realitätsgestaltung trotz aller optimierter Ausrichtung und geduldiger intensiver Anwendung sowohl von Quantenheilung als auch Matrix Energetics nach wie vor "Macht" zu haben. Und dennoch sagen Kinslow, Bartlett und Co. immer wieder - wie toll ihre Methoden sind, um diese Welt in ein Paradies zu verwandeln, zumindest mal die eigene. Und man möchte ihnen gerne glauben.
Und so kommt nun dieses Buch von Herrn Von Staden daher mit dem verlockenden Titel: "Wenn Quantenheilung nicht funktioniert". Ja, und man will doch die Wunderheilungen!! Na klar klickt der gutgläubige Amazonas-Kunde diesen Titel in den Einkaufswagen... und liest... und liest... und liest...
... und stellt von Seite zu Seite trotz aller zunächst geschöpften Hoffnung immer mehr fest, dass ein Gefühl von Verärgerung, Empörung und Sich-Verschaukelt-Fühlen in ihm aufsteigt. So ging es mir jedenfalls.
Liebe Spiris, bitte erspart mir jetzt so schlaue Sprüche wie: "... wenn es dich betroffen macht, betrifft es dich!" und: "... du musst doch einfach nur ins Vertrauen gehen." Mir geht es in dieser Kritik darum, ganz deutlich zu machen: hier wird mit einem Buchtitel eine Klärung versprochen - und stattdessen spiritueller Eintopf von sehr flach verkauften Banalitäten serviert, die man aus anderen Quellen schon inspirierter und ausführlicher gelesen hat.
Was in diesem ganzen Buch am Gravierensdsten ist: die komplette Gleichsetzung von "Quantenheilung" und "Matrix Energetics". Und dieses Phänomen ist bedauerlicherweise in dieser "Szene" weit verbreitet und Ausdruck einer undifferenzierten Nichtverständnisses, die wirklich wissenschaftlich orientierte Menschen unnötig abschreckt. So zu tun, als ob "die Zweitpunktmethode" in irgendeiner Weise tatsächlich "wissenschaftlich untermauert" sei, erscheint Menschen, die sich wirklich mit Quantenphysik auskennen, schlichtweg absurd. Dazu muss man nur mal in die Absurditäten von "Physik der Wunder" reinblättern... frei nach dem Motto: "Hauptsache, du bist jetzt derart verwirrt, dass du aus dem Verstand rausgehst". Prima!
Doch wer Frank Kinslow wirklich mal aufmerksam zugehört hat, kann sofort einen gewaltigen Unterschied erkennen zwischen "Matrix" und "Quantenheilung". Das sind Welten! Im übrigen ist alleine das Wort "Quantenheilung" ein Ärgernis, welches leider nicht mehr aus der Welt zu bekommmen ist: "Quantum Entrainment ist keine Technik der Heilung, sondern eine Methode, reines Gewahrsam (pure awareness) zu erfahren. 'Heilung' geschieht interessanterweise als 'erwünschter Nebeneffekt'."
Bei "Matrix Energetics" und all den neu kreierten Namensgebungen für jene "Zweipunkt-Methode", die einfach nur bei Bartlett abgekupfert haben, ist jedoch eine Technik, wo man Punkte miteinander verbindet und dann "loslässt" und damit auf wundersame Weise "energetische Wellen" erzeugt, nein sorry: erzeugen lässt, ist ja schließlich "das Göttliche" am Werk. Hier gibt es dann verschiedenste Erklärungsmodelle, um den undifferenzierten Verstand des staunenden Zuschauers der showträchtig umfallenden Probanden mit irgendeinem Blödsinn abzuspeisen und behauptet, dass sei alles von "der Quantenphysik" abgeleitet. Ah ja! Während bei Bartlett wenigstens noch großer Wert auf "Herzebenen-Synchronisation" Wert gelegt wird, legt man im Heede-Institut ohne Berücksichtigung der zugrundeliegenden Koordinatensysteme gleich los und ermuntert gleich dazu, hemmungslos damit rumzuspielen, wo sich natürlich ohne irgendwelche Ausrichtung die ganze Bandbreite unbewusster Ego-Spielchen einmischt. Bei den "Zweipunkt-Methoden" (Matrix Irgendwas) gibt es dann noch alle möglichen Spielzeuge in Form von Heilfrequenzen, Downloads, Installationen pp. - da kann man also als "Ego" richtig was "tun". Die Grenzen zur Schwarzmagie sind da äußerst fließend, und da wird durchaus nicht nur Segensreiches "getan"!
So etwas gäbe es bei Kinslow nie und nimmer! Er hat einen völlig anderen Ansatz - denn hier geht es um die Ur-Substanz des Seins, immer wieder ziemlich klar von ihm durch das "Nichts" beschrieben. Diese bekannte Eingangs-Übung bei Kinslow mit den "Zwei Fingern" und dem daraufhin entstehenden Seins-Gefühl, oft im Herzens-Raum gespürt (als dritten Punkt - daher "Triangulation") - hat zwar rein äußerlich betrachtet Ähnlichkeit mit jenem "Matrix-2-Pointing" - aber inhaltlich ist Quantum Entrainment völlig anders veranlagt. Hier kann ich nur wärmstens das Buch "Eu-Gefühl" von Frank Kinslow empfehlen! Hier spürt man mit seiner ganzen Seele, dass dieser Mensch wirklich verstanden hat, was er da schreibt. Und er kann auf verschiedenste Fragen unglaublich scharfsinnig und inspiriert antworten. Quantenheilung hat hier Hand und Fuß... und ich kann mich nur nochmal wiederholen: da geht es um das "Reine Gewahrsein" (pure awareness).
Von all dem scheint von Herrn Von Staden nicht wirklich irgendwas verstanden worden zu sein. Hier geht es um ein ganz anderes Format.
Ausdrücklich gelobt wird von Herrn Von Staden das große Potential des Plazebo-Effektes. Und gleichzeitig schreibt er, wie wichtig es ist, den Verstand einzubeziehen. Er packt seinem Eintopf auch ein paar schöne Übungen mit Autosuggestionen bei ("Ich bin klasse!"). Also - wenn Quantenheilung nicht funktioniert, mache man einfach mal alles, was in diesem Buch steht. Los geht's mit "sieben Grundannahmen der Kahunas" (zB.: "Reden Sie weniger und handeln Sie mehr"). Zu diesem Zeitpunkt hat man noch das Gefühl, dass er den "roten Faden" später erläutert, um den Dreh zur Quantenheilung zu finden... doch diese Hoffnung wird beim weiteren Lesen enttäuscht.
Das "Geheimnis" dieses Buches wird übrigens schon auf Seite 11 "gelüftet" - diese Seite ist hier im Amazonas beim "Blick im Buch" kostenlos aufrufbar. Dem potentiell interessierten Leser kann ich hier schonmal sagen: bis zum Ende des Buches kommt leider nicht mehr! Nicht der Aha-Effekt, sondern es folgt jene unmotivierende, nicht stringente Sauce von einem bunt gewürfelten Eintopf verschiedenster Ansätze. Nach dem Motto: "... fisch dir das Beste heraus, arbeite intensiv und geduldig an dir, und dann klappt es auch mit der Quantenheilung".
Was für Herrn Von Staden ja irgendwie das gleiche ist wie Zwei-Punkt-Methode. Zitat S. 17: "...,doch arbeiten beide nach demselben Prinzip, nämlich der Synchronisation bzw. Verschränkung zweier Punkte." Falsch! Nirgendwo wird übrigens erklärt, was er denn mit "Heilung auf der Quantenebene" meint. Diese Unschärfe steht im Widerspruch dazu, dass man doch den Verstand nicht "außen vor" lassen soll. Andererseits wichtig: "den Geist befreien". Das könne man, wenn man das Gelernte wieder "verlernen" würde. Dazu muss man sich auch "hingeben".
Ken Wilber würde hier sagen: "Flachland". Denn Transformation ist nicht, die Differenzierung in spiritueller Sauce einzuweichen, sondern einzuschließen und zu erweitern. Zwar meint auch Herr Von Staden, dass es voll wichtig ist, sein Bewusstsein zu erweitern, aber später wird dann doch betont, dass der "Glaube" ein wichtiger Schlüssel sei. Ich vermisse in diesem ganzen Buch erheblich diese Bewusstseinserweiterung! Dazu passt S. 25: "Sie [diese Methode] wird für die meisten Menschen wahrscheinlich eine weitere Möglichkeit der Heilung sein, so wie es bereits Reiki und viele andere sind." Wie inspirierend! Und weiter: "Doch bin ich der festen Überzeugung, dass es nur wenige Menschen geben wird, die den wirklichen Wert dieser Methode erkennen werden: revolutionäre Veränderungen und Heilungen zu ermöglichen". Ja, Herr Von Staden: wodurch?
Vielleicht: durch ein paar flache Ausführungen zur Arbeit mit Glaubenssätzen (S. 28ff), durch Aufschreiben der Erlebnisse aus der frühen Kindheit (S. 33), durch Vergegenwärtigen ein paar netter allseits bekannter spiritueller "Basics" (S. 39 - zB. "Jede Krankheit hat eine psychosomatische Ursache."), banale Abhandlungen über "das Ego" (S. 46), ein bisschen Arbeit mit inneren Bildern pp. (S. 48f), kinesiologischen Testens (S. 50), was 90 Prozent nie und nimmer durch ein Buch lernen werden, ein paar mentale Arschtritte à la Robbins "Time for ACTION" (S. 56), ein Gummiband, mit welchem man sich selbst Schmerzen zufügt (S.
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