Als ich das Buch bekam, bin ich der gleichen Illusion verfallen, mit der Mollige Diätbücher und Sportmuffel Laufanleitungen lesen: als ob das Lesen des Ratgeberbuches allein das Problem lösen könnte. Und das Problem scheint einem unsinnigerweise ja nicht, wie nehme ich Abschied, lasse los, finde Trost. Das eigentliche Problem ist, dass der Schmerz des kommenden (oder gerade erlebten) Abschieds so unerträglich ist und man eben die Trennung von seinem geliebten Tier nie, nie, nie erleben müssen möchte. Wie ein Kind möchte man die Welt anders als sie ist.
Ganz sanft und leise führt das Buch einen mit seinen einfühlsamen, klaren Worten aus der Verzweiflung oder der Angst vor dem Tag X hin zur heilsamen Wirklichkeit. Mit den Worten der Autorin, aber auch mit den Worten von vielen Tierbesitzern, die hier ihre Gedanken und Erlebnisse, ihre Ängste, ihre Trauer, ihren Abschied, ihre subjektive Sicht und ihre Verarbeitungsprozesse schildern. Man darf erkennen, dass man nicht allein ist.
Das Buch hilft aber auch, vieles vorweg zu bedenken, sich vorzubereiten. Man kann vorsorgen für sich selber und für sein Tier. Für die Seele, für den Körper, für den äußeren Rahmen, in dem Sterben stattfindet bis hin zu Äußerlichkeiten rechtlicher Vorschriften, die eingehalten werden müssen. Das Buch beleuchtet das Thema in allen erdenklichen Facetten.
Was bleibt nach der Lektüre? Eine bisher nicht gekannte Ruhe. Eine Art Einverständnis mit dem Unvermeidlichen. Ein Frieden, mit dem wir unsere Tiere, wenn es dann so weit ist, ganz bestimmt am besten begleiten und verabschieden können. Man kann sich nicht früh genug damit befassen.