Ein schlechtes Buch. Ein sehr schlechtes Buch. Zugegeben: Der Titel klingt gut. Man verspricht sich mehr, aber es folgt bodenlose Enttäuschung. Wer sich durch dieses Buch Aufklärung oder gar Hilfe verspricht sei gewarnt. Das wird nicht geschehen. Statt sich tatsächlich mit Ursachen für Untreue auseinaderzusetzen, schreibt Naouri Kapitel über Kapitel über seine Erfahrungen in der Kinderarzt-Praxis und irgendwelche Filmszenen. Das Wort "Untreue" kommt im ganzen Buch höchstens drei Mal vor. Hinzu kommt, dass Naouris Gedankengänge in keinster Weise nachzuvollziehen sind. Im Endeffekt hängt alles mit dem häufig zitierten "Phallus" oder "Objekt a" zusammen, ohne das der Leser irgendwann die Chance bekommt, zu erfahren um was es sich im Zusammenhang mit Naouris chaotischen und teilweise auch leicht perversen Anekdoten dabei handelt. Jedes Kapitel scheint keinen Bezug zum vorhergegangenen zu haben. Als ich die letzte Seite gelesen habe, habe ich versucht den Inhalt des Buches nocheinmal zusammenzufassen und mir das, was hängen geblieben ist vor Augen zu führen. Aber da war nichts. Ich fragte mich nur noch zwei Dinge:
1. Warum habe ich mir das angetan?
und
2. Warum hat ein Verlag so etwas Verworrenes und Inhaltloses jemals veröffentlicht.