Vor ein paar Jahren habe ich schon das Buch "Ein kleiner Tod" von Laura Wilson gelesen und war schon begeistert. Jetzt entdeckte ich durch Zufall dieses Buch von ihr. Gerade heute morgen habe ich es fertig gelesen und bin noch total begeistert.
Auf dem Klappentext wird Laura Wilson mit Ruth Rendell und Minette Walters gleichgestellt und dem kann ich nur zustimmen.
Der Krimi spielt in London im Kriegsjahr 1940 und erzählt die Geschichte eines Serienmörders (vorsichtig: die Morde sind sehr brutal beschrieben - nichts für schwache Nerven oder empflindliche Mägen), einer Prostituierten und eines jungen Mädchen und wie sich deren Wege langsam, aber unaufhaltsam aufeinander zu bewegen.
Die Autorin schreibt den Roman in der Ich-Form und zwar für alle drei Hauptbeteiligten und das fand ich schon sehr genial. Einmal die verwirrte Psyche des Serientäters Jim, die Gedanken der sehr liebenswerten Prostituierten Rene und dann die Sichtweise der noch jungen und naiven Lucy.
Wie schon gesagt, es geht eigentlich um den Serienmörder, aber die Handlung spielt eben in London während der dauernden Bombenangriffe der Deutschen. Und das wird m. E. sehr einfühlsam und nachvollziehbar beschrieben. Diese ständige Angst, aber auch, dass das Leben trotzdem weiterging, sogar seinen geregelten Ablauf hatte. Ich weiß nicht, ob die Autorin diese Angriffe selbst erlebt hat, für mich als Nachkriegskind kommt es aber sehr realistisch rüber.
Nachdem man zunächst meint zu wissen, wie das Buch enden wird, nimmt es doch eine sehr abrupte Wendung, die ich mir zwar von der Sympathie für die Akteure her anders gewünscht hätte, die mir aber auch so vorkam, wie: Schade, aber so ist es halt auch im wirklichen Leben.
Lesen Sie es, Sie werden nicht enttäuscht sein.