Es tobt der zweite Weltkrieg, auch in London. Zwischen Bombenhagel und tapferen Soldaten, die den Feinden trotzen, herrscht pure Angst in der Metropole Großbritanniens. Und dann kommt die Nacht. Denn der Krieg ist nicht die einzige Gefahr, die den Einwohnern droht. Ein grausamer Serienmörder geht auf die Jagd ' zunächst nur nach Prostituierten, doch dann entflammt auch Lucy seine Begierde '...
Zunächst wollte ich das Buch gar nicht lesen, als man es mir in die Hand drückte. Kriegsbücher mit detaillierten Beschreibungen von Schlachten war noch nie mein bevorzugtes Genre. "'Das Buch ist von einer Frau geschrieben, die den Krieg nur als eindrucksvollen Schauplatz einer mörderischen und angsteinflößenden Jagd inszeniert'" überzeugte mich. Und in der Tat unterstreichen die gewählte Zeit und der Ort nur die Beklemmungen, die die Morde in einem hervorrufen.
Immer wieder zeigt Laura Wilson durch gekonnte Zeichnung der Charaktere das Schwarz und Weiß und das Grau dazwischen auf, die während des Krieges ' und zwischen den einzelnen Personen ' an der Tagesordnung stehen.
Nach zwei Tagen war ich mit dem Buch durch, konnte es kaum aus der Hand legen, und als es schon so schnell (zu schnell) vorbei war, wollte ich unbedingt, dass die Geschichte noch endlos weiterginge.
Ich bin ein großer Fan von Serienmördergeschichten. Danach las ich dementsprechend sofort Cupido, was zwar auch ein gutes aber lange nicht so herausragendes Buch wie '"Wenn die Nacht kommt"' ist und war folglich ein wenig enttäuscht, unter anderem wegen der miserablen Übersetzung. Natürlich ist auch die Übersetzung von Laura Wilsons Roman nicht perfekt, aber das ist leider sowieso eher die Ausnahme. Den Meisten wird dieses jedoch nicht negativ auffallen, oder sie werden sich zumindest nicht daran stören.
Daher volle Punktzahl von mir.