Mit "wenn man vom Teufel spricht" liefern die Herren von Hämatom ein Album, das seinen Vorgängern mehr als gewachsen ist.
Sowohl musikalisch als auch textlich hat sich einiges getan, so gibt es zwar weniger Auf die Fresse Lieder wie HWA oder Stay Kränk, dafür wartet das Album mit einem Kreativität auf die so manchen anderen Bands der Metalbranche abgeht. Da wird hier das Kinderlied "Sascha" adaptiert, dort die E.A.V. gecovert und da mit "Totgesagt doch neugeboren Part II" eine 2. Version des Openers mit den Sängern von Fiddlers Green und Freiwild abgeliefert.
Die Texte sind wie immer sehr positiv heraus zu heben, Hämatom sind scharfzüngiger denn je, und prangern zahlreiche Misstände an. So beschäftigt sich "Es ist nicht alles Gold was glänzt" mit der Gier der Konsumgesellschaft, "Afrika" beschreibt die Ausbeutung eines ganzen Erdteils, und mit "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann" nehmen sie auch den Missbrauch in der Kirche aufs Korn.
Besonders herauszuheben sind die überaus gelungene Powerballade "Meer", die einem die Gänsehaut über den Rücken jagt, Nord zeigt, dass er allein Stimmlich so einiges zu bieten hat.
Der 2. Anspieltippp ist "Neandertal" ein Cover von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung, Hämatom haben das Lied textlich angepasst und aus dem satirischen leicht humorös angehauchten Orginal eine zynische Bestandsaufnahme der heutigen Gesellschaft gemacht.
Auch "Totgesagt und neugeboren Part II" und "Sturm" sind absolute Highlights
Fazit: Ja Hämatom sind melodiöse geworden, ja es geht weniger auf die 12, wer sich aber die Zeit nimmt jedes Lied sich genauer anzuhören wird so manche Perle entdecken die Texte sind gewohnt auf hohem Niveau und die Songs stecken voller Ideen. Hämatom haben nichts von ihrer Durchschlagkraft verloren.
Klare Kaufempfehlung für alle sich ein bisschen Abwechslung in der deutschen Musiklandschaft suchen.