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Wenn Liebe fremdgeht: Vom richtigen Umgang mit Affären
 
 
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Wenn Liebe fremdgeht: Vom richtigen Umgang mit Affären [Taschenbuch]

Ulrich Clement
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch EUR 8,95  
Taschenbuch, 1. April 2009 --  


Produktinformation

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Marion von Schröder (1. April 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3547711495
  • ISBN-13: 978-3547711493
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 239.969 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ulrich Clement
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Clement ist einer der international prominentesten Familien,- Paar- und Sexualtherapeuten. Er eröffnet immer wieder neue therapeutische Perspektiven« Frankfurter Rundschau »Auf der Suche nach einer Strategie, um würdevoll mit der Untreue umzugehen, plädiert Clement für eine neue Form der Partnerschaft. Dabei steht die sexuelle Treue nicht länger im Mittelpunkt und verliert dadurch ihre Macht.« ddp, 06.05.09

Kurzbeschreibung

Schlaflose Nächte, quälende Gewissensbisse - aus dem kleinen Flirt ist eine leidenschaftliche Beziehung geworden. Wie gehen Paare mit Liebesaffären um? Der erfahrene und anerkannte Paartherapeut Ulrich Clement plädiert für ein neues Verständnis von Partnerschaft, in dem sich Affären und feste Beziehungen nicht ausschließen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
35 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Zuerst eine Warnung: Finger weg von diesem Buch, wenn für Dich Affären ein moralisches Tabu sind. Und Finger weg, wenn Du gerade zutiefst verletzt bist, weil Dein Partner fremdgegangen ist. (Dann warte vielleicht ein paar Wochen.)

Um davon profitieren zu können, braucht man die Kraft, Uneindeutigkeiten zu ertragen. Und eine gewisse emotionale Ruhe und Selbstsicherheit (die gerade mitten in einer Affäre tief erschüttert sein kann). Unter dieser Voraussetzung ist es das Klügste, was ich je zu diesem Thema gelesen habe.

Clements Grundprämisse: Es gibt kein Schwarz und Weiß. Die Liebeswelt ist vielschichtiger, widersprüchlicher und dadurch auch viel lebendiger, als wir es gerne hätten in unserer Sehnsucht nach Eindeutigkeit. Und dieser Lebendigkeit (die auch Schmerz bedeuten kann) gilt es sich in Würde und in Verantwortung für das eigene Tun zu stellen.

Clement wendet sich gegen einfache Wahrheiten jeglicher Couleur:
"Affären sind moralisch verwerflich und dürfen gar nicht vorkommen."
"Affären sind immer ein Symptom einer gestörten Beziehung (und dadurch eben auch entschuldbar)."
"Affären sind harmlos und können eine Beziehung sogar beleben."

Dagegen setzt er: Affären sind in der Welt, und werden aller Voraussicht nach in der Welt bleiben. Sie passieren nicht zufällig, sondern haben Gründe. Die müssen aber nicht unbedingt in einer unglücklichen Beziehung liegen (oft ist das Beziehungsunglück mehr die Folge als die Ursache). Alle Beteiligten haben Gefühle, und alle Gefühle sind berechtigt: die Liebe und Sehnsucht der Fremdgehenden und Geliebten, die Schuldgefühle und Ambivalenz der Fremdgehenden, die Eifersucht und Verletztheit der betroffenen Hauptpartner.
Außerdem gibt es in einer solchen Situation jede Menge "Macht des Faktischen". Sachzwänge, die nicht immer schön sind, aber mit denen man sich als Rahmenbedingung auseinanderzusetzen hat. Zum Beispiel: Es gibt zwischen den Beteiligten ein Machtgefälle (wer mehr liebt, oder weniger weiß, ist in der schwächeren Position). Oder: eine etablierte Partnerschaft errichtet durch Kinder, Finanzen, gemeinsame Freunde etc. starke faktische Bindungen, ganz unabhängig von Gefühlen. Oder: fast alle Lügen fliegen irgendwann auf.

Und nun gilt es mit diesen konfligierenden Gefühlen und Sachzwängen möglichst weise umzugehen. Dabei muss man sich bewusst sein, dass jede Entscheidung (jede! auch die Entscheidung für Treue!) ihren Preis hat, für den einen oder anderen der Beteiligten. Und sich fragen, ob man bereit ist, diesen Preis zu zahlen (oder einem anderen zuzumuten).

Für die Navigation in diesem Dschungel gibt es eine Vielzahl von Vorschlägen. Alle drei Perspektiven (Fremdgeher/in, betroffener Partner, Geliebte/r) werden berücksichtigt. Besonders ausführlich wird sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie viel Ehrlichkeit und wie viel Lüge man sich und dem Partner zumutet (bzw. von ihm verlangt).

Clements Moral ist eine "Moral der Konsequenzen", und die gilt für alle drei Beteiligten: Überlege Dir, was Du selbst willst und brauchst, worum es Dir überhaupt geht. Überlege Dir, was ein anderer will und braucht, was Dein Tun ihm zufügt und welche Verantwortung Du für ihn hast. Wäge das gegeneinander ab. Und dann handle danach, stehe dazu, und ertrage auch die Reaktionen des anderen.
Das kann zum Beispiel heißen, als betroffener Partner darauf zu verzichten, alles wissen zu wollen. Oder als Geliebte/r zu entscheiden, ob man mit der Rolle als "Nummer Zwei" zufrieden ist. Oder als Fremdgeher darüber nachzudenken, worum es eigentlich geht: tatsächlich um eine Beziehungsalternative? Oder nur um das "Andere" auf dem "Hintergrund" einer bestehenden Beziehung? Und was heißt das für mein Verhalten gegenüber meinem Partner?

Das Ganze ist präzise, verständlich und empathisch geschrieben, klar gegliedert, wird mit (wenigen, leicht lesbaren) statistischen Informationen und mit vielen Fallgeschichten illustriert.

Sehr weise, und der Komplexität des tatsächlichen Geschehens sehr angemessen. Nur zwei Dinge konnte ich persönlich nicht ganz unterschreiben: Die Annahme, dass der betroffene Partner in der Regel "wissen will", während der Fremdgeher meist "verschweigen will". Und das unbedingte Plädoyer für ein "Bekenntnis statt Geständnis" (Steh dazu, was Du getan hast, mach Dich nicht klein, flehe nicht um Verzeihung.) Clements Begründung dafür ist ehrenwert: der/die Fremdgehende, meint er, entlastet sich auf diese Weise, übernimmt nicht die Verantwortung für sein Tun und belastet den Partner auch noch mit der Herausforderung, verzeihen zu müssen. Klingt plausibel, stimmt aber nicht ganz zusammen mit der sonstigen Annahme, dass es eine große Vielfalt verschiedener Menschen, Konstellationen und Gefühle gibt und kein Rezept für alle passt (im Gegenteil geht es darum, genau wahrzunehmen, was geschieht.)

Ich persönlich hatte als "Fremdgeherin" mit einem Partner zu tun, der nicht wissen wollte. Und wenn schon wissen, dann wollte er wenigstens auch hören, dass ich zerknirscht bin. Ich habe ihn, ganz im Ulrich'schen Sinne, aus einem Gefühl der Fairness heraus informiert. Er sollte sich dazu verhalten können. Was ich nicht vorausgesehen hatte: Noch mehr als über die Affäre selbst war er darüber verletzt, dass ich ihm auch dieses Wissen zumutete. Und noch mehr als über das Wissen war er verletzt, dass ich nicht zerknirscht war. Er hätte gerne verziehen. Das hätte für ihn das Gleichgewicht, sein Selbstwertgefühl wieder hergestellt.

Auch das gibt es. Auch das ist menschlich.

Etwas mehr hätte ich außerdem gerne gelesen über die Situation "Fremdgehen in einer Familie mit Kindern". Denn hier kommen noch ganz andere Beteiligte mit eigenen (Schutz-)Bedürfnissen und Interessen ins Spiel.

Ansonsten: fünf Sterne.
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171 von 178 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Für Menschen, die eine Außenbeziehung haben oder für Menschen, die die Rolle der/des Geliebten innehaben, ist dieses Buch gut geeignet, um die eigene Position zu reflektieren, vorhandene Schuldgefühle abzubauen und sowohl einen Überblick über die Ursachen wie auch über die möglichen Umgehensweisen mit der Situation zu erhalten.

Wenig geeignet ist das Buch meines Erachtens für den Partner/die Partnerin desjenigen, der die Außenbeziehung hat. Zumindest bei mir wurden ständig so viele Schmerzpunkte berührt, dass ich die Lektüre immer wieder unterbrechen musste, weil das Weiterlesen zu schmerzhaft war. Der erlebte Schmerz des betroffenen Partners (ich nenne es ungern "Betrogene/r", weil moralische Wertungen nicht das sind, worum es geht) wird vom Autor zwar kurz in seinen verschiedenen Varianten analytisch beschrieben, aber was mir persönlich in diesem Zusammenhang gefehlt hat, war ein gewisses Maß an Empathie für die Heftigkeit des Schmerzes.

Wenn dann noch als "richtiger Umgang" mit der Affäre des Partners nahegelegt wird, zum Beispiel einfach 'respektvoll wegzusehen' - in völliger Ignoranz des entstehenden Schmerzes und der Auswirkungen, die eine hinzukommende dritte Person für das Paarsystem hat - stelle ich an meiner Reaktion beim Lesen fest, dass dies, zumindest für mich, ein Umgang mit der Situation wäre, der den damit verbundenen Emotionen in keinster Weise gerecht wird und reine Verdrängung wäre.

Wo für mich das Maß beim Lesen endgültig voll war, war an der Stelle, wo der Autor betroffenen Partner/-innen nahelegt zu überlegen, wie man mit der möglichen nächsten Affäre des Partners (also der Affäre, die als nächstes nach der bereits geschehenen Affäre kommt) so umgeht, dass die Affäre mein Leben sogar BEREICHERT (!) anstatt es zu belasten.

Zumindest aus meiner Sicht ist ein solcher permissiver Umgang mit Affären das Aus jeglicher partnerschaftlicher Intimität und echten Einlassens aufeinander. Zweifellos muss jedes Paar für sich selbst entscheiden, ob Innigkeit und tiefe emotionale Verbundenheit die Grundlage seiner Partnerschaft sein soll oder ob die Verbindung eher freundschaftlich-distanzierten Charakters sein soll. In letzterem Fall ist ein entspannter und toleranter Umgang mit Affären ganz sicher nicht sonderlich schwer zu bewerkstelligen. Für Menschen, deren Glückserfahrungen sich in der Partnerschaft hingegen nicht zuletzt auf Einzigartigkeit, Nicht-Austauschbarkeit, Hingabe und eine tiefe Herzensverbindung begründen, dürfte das gelassene Tolerieren ständig neuer Affären des Partners einer wirklich erfüllten Partnerschaft jedoch im Wege stehen.

Mein Fazit:
Ein tolles Buch für Menschen, die mit dem Thema Untreue locker und entspannt umgehen wollen.
Ein schmerzhaftes Buch für Menschen, die Wert auf Tiefe in der Partnerschaft legen.
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46 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Dieses Buch war die beste Empfehlung, die ich von meinem Psychotherapeuten erhalten habe! Wenn es auch für eine Rettung meiner Ehe viel zu spät ist, hilft es mir bei der (nach wie vor laufenden) Bewältigung der Trennung dennoch weiter. Über weite Strecken hatte ich den Eindruck, der Autor beschreibt die Situation meines Noch-Ehemannes und mir, die wir in den quälenden 15 Monaten nach seiner Entdeckung meiner Affäre durchlebt haben. Wir haben tatsächlich zu fast 100 % alles falsch gemacht, was man falsch machen kann! Einzig meine intuitive Gegenwehr gegen das Preisgeben sexueller Details war richtig. Der Autor hat mir meine damaligen Bedenken bestätigt, dass dies in keiner Weise weiterhilft, weder meinem betrogenen Ehemann noch mir. Im Gegenteil entstehen dadurch nur noch mehr Bilder im Kopf, die eine Aufarbeitung weiter erschweren.

Dem Autor ist es gelungen, "die Affäre" aus der Sicht aller drei Beteiligten zu beleuchten, ohne Anklagen und Schuldzuweisungen. Überhaupt wird die Schuldfrage als nicht zielführend entlarvt. Dabei gibt es keinen "Persilschein" für den Partner, der fremd gegangen ist, aber Erklärungen, die plausibel sind. Insbesondere die Tatsache, dass sich in seiner praktischen Tätigkeit herausgestellt hat, dass es nicht immer einen Grund geben muss, dass es auch in intakten Ehen zu einer Affäre kommen kann, fand ich interessant. Genau damit hatte ich nämlich das größte Problem. Zumindest bei der ersten oberflächlichen Betrachtung konnte ich keinen Grund finden, warum ich mich nach 17 glücklichen Jahren aus der scheinbar vollkommenen, perfekten Beziehung heraus hatte erobern lassen. Wir waren in unseren aber auch in den Augen Anderer DAS ideale Paar. In den Gesprächen mit dem Therapeuten haben sich dann zwar doch einige Ecken heraus gestellt, die das scheinbar perfekte Bild unserer Ehe angekratzt haben. Trotzdem fand ich die Schilderungen auch für meine eigene Geschichte hilfreich.

Angenehm ist die Art und Weise, wie der Autor schreibt. Weder ein Sachbuch von einem Fachidioten noch der zu erwartende erhobene Zeigefinger. Das Buch beschreibt in verständlicher Form die Dreiecksbeziehung anhand der Erlebnisse seiner Klienten. Am konkreten Beispiel werden die Rückschlüsse gezogen, die das Geschehen erklären.

Vielleicht hätte es bei rechtzeitiger Lektüre dieses lehrreichen Buches tatsächlich eine Chance für einen Neuanfang gegeben ... zumindest wenn nicht nur ich sondern auch der Betrogene es gelesen hätte. Nun, über ein Jahr nach seinem Abschied aus der Ehe, ist es in jedem Fall zu spät. Die letzten 40 Seiten habe ich daher mehr überflogen, weil sie für meine Situation nicht mehr von Bedeutung waren bzw. sind. Allen Betroffenen kann ich nur raten, sich zum Lesen zu überwinden, es erhöht die Aussichten, eine langjährige Beziehung vor dem Untergang zu bewahren. Wenn die Partner sich dann noch zur Inanspruchnahme professioneller Hilfe überwinden können, bleibt ihnen der Gang zum Scheidungsanwalt womöglich erspart. Schaden kann es auf keinen Fall ...
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