Wenn Kinder nach dem Sterben fragen, ist eine Antwort für Erwachsene oft schwierig. Was kann ich ihnen zumuten? Wie können sie die Realität des Lebensendes begreifen lernen? Mache ich ihnen Angst? Diese oder ähnliche Fragen stellen sich - und sie sind nicht leicht zu lösen. Oftmals kommt die eigene Unsicherheit verstärkend dazu - denn selbst bei den Erwachsenen ist es heute nicht selbstverständlich, „mit dem Tod zu leben". Daniela Tausch-Flammer und Lis Bickel, beide in der Stuttgart Hospizarbeit engagiert, versuchen in ihrem praxisnah gehaltenen Buch, das Sterben und den Tod als Teile des Lebens neu zugänglich zu machen. Anders als in der Publikation von Johannes Spölgen und Beate Eichinger (Wenn Kinder dem Tod begegnen) geht es ihnen aber nicht um Antworten aus dem christlichen Glauben, sondern um eine allgemein-menschliche Aufarbeitung des Problemfeldes. Sie bieten deshalb Erfahrungen und Bilder ganz unterschiedlicher Kulturkreise und Traditionen an. Konkrete Fragestellungen im ersten Hauptteil des Buches sind zur inneren Auseinandersetzung für den Erwachsenen gedacht - denn nur die bewußte Annahme der eigenen Sterblichkeit kann die Fragen der Kinder fruchtbar aufgreifen. Jugendliche und Kinder sollen mit ihren Gefühlen um den Verlust nicht allein bleiben. Gespräche und Verständnis können helfen, innere Spannungen zu beseitigen und Schwierigkeiten zu meistern. Die Autorinnen benennen die kindlichen Vorstellungen vom Tod in den verschiedenen Altersstufen. Sie bieten hilfreiche Impulse, die Zeit des Sterbens und der Trauer sinnvoll zu gestalten. Ein zweiter Hauptteil lädt mit zahlreichen Malvorlagen, Fragen und Texte zum kreativen Tun, zum Gespräch und Aufarbeiten mit den Kindern ein