Die Bilder eines strafenden Gottes, der allzusehr unseren gestrengen Eltern entspricht, können krank machen, ja sogar zur religiösen Psychose führen. Das stimmt. Vermutlich auch aus diesem Grund soll man sich kein Bild von Gott machen, ihm nicht viel mehr als Liebe und Gutsein unterstellen. Dies ist eine, eigentlich die einzige Kernaussage dieses Buches, von gerade mal 120 Seiten. Dann aber wird es problematisch. 1.) kann sich der Mensch nicht unbedingt aussuchen, wie er an Gott glaubt - der Gottglaube geht nämlich sehr tief, und auch wenn man rational an einen verständnisvollen Gott glaubt, heißt das noch lange nicht, dass dies auch dem eigenen Bauchgefühl entspricht. 2.) Die beiden Autoren sind überzeugte Christen, wie ich vermuten kann; d.h. die ebenfalls klar vorhandene Alternative, sich vom Gottglauben abzuwenden, einfach weil man kein von Vertrauen geprägtes Verhältnis zu Gott herzustellen vermag, erkennen die Autoren nicht an.
Ich habe mit dem Buch deshalb das selbe Problem wie mit der Theologie an sich. Theologen können scharfsinninge Philosophen sein, da sie aber schon von Beginn an eben katholische, evangelische oder islamische Theologen sind, können sie bei aller Redlichkeit doch immer nur dort ankommen, wo sie begonnen haben - bei ihrem Bekenntnis.
Trotzdem bleibt imho natürlich wahr, dass man von Gott stets das Beste annehmen sollte. Von mir drei Anerkennungssterne, weil solche Wahrheit in den etablierten Religionsgemeinschaften viel zu selten ausgesprochen wird.