Von einer weiblichen Psychotherapeutin geschriebene Abhandlung über die Liebesunfähikeit moderner Frauen.
Es geht um den Opferstatus,in dem es sich Frau bequem eingerichtet hat und den es weder zu hinterfragen noch zu verlassen gilt.
Und es geht um das grundsätzliche Herummäkeln an allem was männlich ist,da männlich inzwischen grundsätzlich als defizitär und verbesserungswürdig angesehen wird.Schön wenn man einen Schuldigen hat.
Und es geht um die Gründe dafür,die die Autorin in der Mutterbeziehung moderner Frauen sieht,die nicht bewusst gemacht werden und im Unterbewusstsein ihr unheilvolles Werk anrichten.
Ein mutiges Werk,vor allem da es von einer Frau geschrieben ist.Es liest sich flott,ja flüssig,neigt zu Überspitzung und Sarkasmus,gelegentlich auch zu Wiederholungen.
Schön ist die Freiheit und Tabulosigkeit im Denken der Autorin,das macht es erfrischend und spannend zu lesen.
Und die eine oder andere Szene kennt Mann natürlich auch.
Das Gefühl grundsätzlich aus weiblicher Sicht als defizitär,mangelhaft,und als durch weibliche Vorwürfe und Forderungen zu verbessernd zu sein ist mir nicht fremd,so gesehen ist man als Mann durchgehend dazu genötigt sich mit seiner eigenen Identität auseinanderzusetzen ob mann will oder nicht.
Diese Reflexionspflicht ist absolut einseitig,Frau denkt gar nicht daran sich mit sich selbst auseinanderzusetzen,und der Versuch dies einzufordern ist oft Majestätsbeleidigung.(Ich arbeite im sozialen Bereich als einziger Mann in einem ansonsten weiblichen Team...)
Dementsprechend empfand ich dieses Buch als Aussprache dessen was ich mich selber nur bis zur Hälfte getraut habe zu denken.
Bezeichnenderweise sind die Rezensenten dieses Buches fast ausschliesslich männlich...