Paul Hitzkopf, Zündstoff-Benny und der Wutgeist sind einige der Protagonisten der 14 Geschichten rund um die Probleme von Kindern, die als impulsiv oder aggressiv gelten. Geschichten für Kinder, die aber unbedingt auch Eltern, Lehrer und Therapeuten lesen sollten, denn mit den Ursachen und dem Umgang mit diesen Symptomen müssen sich vor allem sie beschäftigen.
Die kurzen Storys sind in verständlicher, bildlicher Sprache geschrieben und erfassen die ganze komplexe Problematik der Kinder und ihrer Familien, bzw. ihrer Umgebung, ohne den Finger auf einen Schuldigen zu zeigen. Nicht das Kind ist das Problem sondern der Symptomträger einer ganz schwierigen systemischen Lage, in der allen Beteiligten oft das Verständnis, das Bewusstsein der eigenen Fehler und die Idee für ein alternatives Handeln fehlt. Geschildert wird meistens der Verlauf einer Entwicklung bis zum Erscheinen der Spitze des Eisbergs. Was anfangs oft noch harmlos wirkt, ist später ein ausgewachsenes schweres psychologisches Fehlverhalten.
Der Ausweg aus den oft hoffnungslos erscheinenden Situationen ist oft überraschend. Es braucht nicht unbedingt Therapien, es braucht oft nur eine Einsicht, ein Aha-Erlebnis, vielleicht nur einen Menschen, der unvermittelt Ermutigung in die verfahrene Sache bringt, einer der an das Kind glaubt, ihm vertraut. Dem Kind werden logische und natürliche Folgen ihrer Handlungen klar und immer ist es das Kind, das sich dann für einen anderen, konstruktiveren Weg entscheidet, mit oder ohne Unterstützung der Erwachsenen.
Kinder fühlen sich in den Geschichten verstanden, schon allein deshalb, weil Wut und Aggression nicht als zu vernichtender und zu verachtender Teil des Kindes behandelt wird, sondern erkannt wird als Quelle von Energie und Kreativität, die nur in eine andere Richtung gelenkt werden muss. Kinder, Lehrer oder Eltern erfahren Lösungen aus diesen verzwickten Situationen, die sie selbst nachvollziehen können. Aber auch die eigene Phantasie wird anregt, wie sie ihre Probleme selbst in die Hand nehmen könnten. Manche Geschichte beschreibt bestimmt extrem schwierige Situationen,doch kommen sie mittlerweile nicht mehr selten vor. Auch wenn sie zum Teil spezieller sind als der Durchschnittsbürger sie erlebt, können alle durch das Mitfühlen der Lage der Kinder, die 'schlimmer dran' sind, ihre Schlüsse ziehen und dann vielleicht diejenigen sein, die als erste auf ein schon 'abgeschriebenes' Kind zugehen können, weil sie es verstehen.
Die Autorin hat offensichtlich viel Einfühlungsvermögen für alle Beteiligten, jedoch vor allem für Kinder. Mitgefühl das nicht in Mitleid mündet, sondern in Lösungen, die jeden Beteiligten auffordert, sein Bestes zu geben.